Prozessbeginn Angeklagter schweigt zur Tötung des Ex-Polizisten in Zahna-Elster

Der Prozess um die Tötung eines ehemaligen Polizisten aus Zahna-Elster hat am Mittwochmorgen begonnen. Der Angeklagte soll sein Opfer verschleppt, gefoltert und getötet haben. Vor Gericht lehnte er es ab, sich zur Tat zu äußern.

Mord aus niederen Beweggründen und zur Verschleierung einer Straftat, Körperverletzung und Freiheitsberaubung: Das wirft die Staatsanwaltschaft einem Mann aus Seyda im Landkreis Wittenberg vor. Er soll im Januar 2019 den ehemaligen Polizisten Wolfhard L. aus Rache getötet haben, weil dieser in einem Strafverfahren gegen ihn ausgesagt hatte.

Der Angeklagte schwieg zum Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Dessauer Landgericht zu den Vorwürfen. "Mein Mandant schweigt", ließ er seinen Verteidiger erklären. Der Verlesung der Anklage folgte er zuvor aufmerksam und ruhig. Dem Angeklagten droht im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe. Er war der Polizei durch eine DNA-Spur ins Visier geraten.

Spur durch Massengentest

Im Januar 2019 war Ex-Polizist Wolfhard L. vom Gassi gehen nicht zurückgekehrt. Einen Tag später wurde seine Leiche an einem Flutgraben entdeckt. Daraufhin fahndete die Polizei mit einem Massengentest nach dem Täter. An diesem Test nahmen etwa 1.900 Männer teil.

Ein gepixelter Angeklagter neben seinem Rechtsanwalt
Der Angeklagte verweigerte am MIttwoch die Aussage. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Dabei wurde die Polizei auf den Angeklagten aufmerksam. Er ist kein Unbekannter: 16 Vorstrafen gehen auf sein Konto – von gefährlicher Körperverletzung über Diebstahl bis zu Fahren ohne Führerschein. Wegen letzterem soll das Opfer den Mann damals angezeigt haben.

Zum Prozessauftakt war zunächst nur die Ehefrau des getöteten als Zeugin geladen. In den kommenden zehn Verhandlungstage sind weitere Zeugen geladen. Unter anderem will ein Zeuge den Streit zwischen dem Angeklagten und dem Rentner beobachten haben.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 16. September 2020 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Volker von Alzey vor 2 Tagen

Und die Kripo konnte aus eigener
Recherche keinen Zusammenhang, zwischen Täter und Opfer herstellen?
Bei der Vorgeschichte?
Dafür wurden fast 2000 DNA Test bezahlt.
Sherlock Holmes und Dr. Watson hätten den Fall wahrscheinlich an einem Vormittag gelöst .

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