Bettensteuer Tourismusabgabe in Wittenberg endgültig beschlossen

Nach jahrelangem Streit steht nun fest: Die Bettensteuer für die Lutherstadt Wittenberg kommt. Die Tourismusabgabe soll Geld in die Stadtkasse spülen. Wittenberg könnte mit der Taxe Vorbild für andere Städte in Sachsen-Anhalt werden.

Die Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, 2016
Wer in Wittenberg übernachtet, zahlt demnächst eine Tourismusabgabe. Bildrechte: dpa

Der Tourismusabgabe in Lutherstadt Wittenberg ist nun endgültig beschlossen. Der Landtag von Sachsen-Anhalt den Weg dafür frei gemacht. Nach Angaben von Oberbürgermeister Torsten Zugehör soll die Abgabe aber erst ab Frühjahr eingefordert werden, zu Beginn der neuen Touristensaison.

Höhe der Taxe noch unklar

Bis dahin soll die genaue Höhe der Gästetaxe ausgearbeitet werden. "Wir sind mit unseren touristischen Anbietern vor Ort im Gespräch. Darüber, wie das in anderen Städten gemacht wird, welche Erfahrungen dort gemacht wurden und wie man das Ganze juristisch sauber ausarbeitet", so Zugehör.

Aktuell ist die Rede von zwei bis drei Euro pro Gast und Übernachtung. Laut Kerstin Bode, Chefin des Best Western Hotels in Wittenberg, ist eine solche Summe nicht abschreckend. Vor allem, da die meisten Gäste bei der Buchung nicht auf eventuelle Zusatzkosten achten würden.

Mit der Bettensteuer kommt auch Bürokratieaufwand

Sobald die Abgabe kommt, müssen die Hotels und Pensionen die Taxe selbst eintreiben und an die Stadtverwaltung weiterreichen. Kerstin Bode, Chefin des Best Western Hotels in Wittenberg, fordert, den Bearbeitungsaufwand so gering wie möglich zu halten. "Das ist schon eine gewisse Mehrbelastung. Ich hoffe, dass man sich auf einen festen Betrag einigen wird." Auch eine prozentuale Abgabe habe im Raum gestanden. "Das wäre der Super-GAU", sagt Bode.

Wittenberg will Vorbildfunktion

Lutherstadt Wittenberg erhofft sich aus der Tourismusabgabe jährliche Einnahmen von 300.000 Euro. Oberbürgermeister Zugehör zufolge könnte die Stadt mit der Bettensteuer ein Beispiel für andere Städte in der Region werden. "Für viele Kommunen ist das eine gute Möglichkeit, wenn sie in touristische Infrastruktur investieren, auch wieder Geld herauszubekommen. Das kann dann wieder in den Tourismus zurückfließen", sagt Zugehör. Städte wie Halle und Wernigerode könnten dann dem Vorbild Wittenbergs folgen.

Jahrelanger Streit um die Einführung der Steuer

Bereits seit fünf Jahren hat die Lutherstadt Wittenberg versucht, die Tourismussteuer einzuführen. Zunächst hieß sie "Bettensteuer", dann "Gästebeitrag" – nun hat man sich auf den Begriff "Tourismusabgabe" geeinigt.

Die Besteuerung sollte ursprünglich bereits im Frühjahr vergangenen Jahres eingeführt werden. Es mussten jedoch erst rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden. Die Einführung der Bettensteuer hatte damals unter Hoteliers und Gastwirten massive Proteste ausgelöst.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 17:44 Uhr

5 Kommentare

Ines W. vor 4 Wochen

Man kann es mit der Jammerei auch übertreiben!

Wittenberg hat etwas für Touristen anzubieten, das dutzende anderer Städte in Deutschland genauso zu bieten haben. Wenn man nun die Touristen- und somit auch Geldströme verstärkt in Richtung Wittenberg lenken will, dann muss man Werbung machen oder wie es so schön heißt Stadtmarketing betreiben. Dies kann eine Stadt sicherlich besser wie ein einzelner Gasthof und für die Kosten dieser Werbung sollten diejenigen aufkommen, die davon profitieren.

Wegen 3 Euro mehr beim Zimmerpreis nimmt sich sicher kein Tourist ein Zimmer in einer Randgemeinde, nur um dann für Taxi und Bus deutlich mehr zu bezahlen um die Sehenswürdigkeiten von Wittenberg zu bewundern.

Wenn das Geld klug verwendet wird, dann bringt es tatsächlich etwas für die Hoteliers und die Stadt.

Wenn Geld für zielgerichtete Maßnahmen benötigt wird, dann muss dies nicht immer durch eine Steuer von allen getragen werden.

Kritiker vor 4 Wochen

Wer sich an Zahlen der letzten Jahre orientiert wo eben durch entsprechende Festlichkeiten MAL TOURISTEN kamen kann sehr schnell mit solchen Kostensteigerungen auf die Nase fallen. Nur weiter so die umliegenden Orte werden sicher dankbar sein wenn wegen der alten Preise OHNE BETTENSTEUER oder besser wie es hier heißt Tourismussteuer ihre Zimmer weiter vermieten können und Wittenberg .... naja kein Thema mehr!

Anhaltiner vor 4 Wochen

Kann es sein,dass Oberbürgermeister der Stadt Wittenberg Torsten Zugehör den falschen Beratern zugehört hat ? Sollten damit nicht ursprünglich die Verluste des Kirchenspektakels ausgeglichen werden ? Jeden Tag eine neue Begründung.

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