"König von Deutschland" Peter Fitzek wieder im Gefängnis

Der selbsternannte "König von Deutschland", Peter Fitzek, ist wieder im Gefängnis. Er wurde am Mittwoch in einer Gaststätte in Wittenberg festgenommen. Der Haftbefehl gegen ihn, wegen Fahrens ohne gültigen Führerschein und unerlaubter Versicherungsgeschäfte, gilt schon seit dem Frühjahr.

Peter Fitzek
Peter Fitzek hat sich 2012 selbst zum König gekrönt. Bildrechte: imago/Robert Michael

Eigentlich sollte Peter Fitzek längst im Gefängnis sitzen. Ende April hatte das Oberlandesgericht Naumburg ein Urteil aus Dessau für rechtskräftig erklärt. Fitzek war mindestens zehn Mal ohne gültigen Führerschein Auto gefahren. Seine Fahrerlaubnis hatte er sich selbst ausgestellt. Außerdem hatte er in seinem selbst gegründeten Königreich unerlaubt Versicherungen verkauft. Zwei Jahre und sechs Monate sollte er dafür in den Knast.

War Fitzek in der Schweiz?

Doch noch bevor dieses Urteil fiel war Peter Fitzek verschwunden. Wie die Staatsanwaltschaft in Dessau MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, hatte er sich in die Schweiz abgemeldet. Er wurde per Haftbefehl gesucht. Am Mittwoch nun tauchte Fitzek in Wittenberg in einer Gaststätte auf und konnte nach Halle ins Gefängnis gebracht werden. Ob der selbsternannte "Peter I." tatsächlich in der Schweiz war oder vielleicht doch die ganze Zeit in Wittenberg, muss noch untersucht werden. Auch wie lange er im Gefängnis bleibt, ist unklar. Staatsanwalt Frank Pieper aus Dessau sagte MDR SACHSEN-ANHALT, jetzt müsse erst einmal genau berechnet werden, wieviel Zeit Fitzek für diesen Fall schon in Untersuchungshaft verbracht hatte.

Mindestens ein weiteres Urteil steht noch aus

Auf Fitzek wartet vor dem Landgericht Halle noch ein weiterer Prozeß. Er soll ohne die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) Bankgeschäfte betrieben haben. Mindestens eine Million Euro soll er veruntreut haben. Ein Urteil dazu wurde vom Bundesgerichtshof aufgehoben und nach Halle zurück verwiesen.

Schriftzug Königreich Deutschland.de auf der Schaufensterscheibe eines Ladengeschäftes in Lutherstadt Wittenberg; darunter die umgedrehten Farben der Deutschlandfahne.
Fitzeks Reich wurde inzwischen verkauft Bildrechte: IMAGO

Fitzek ist der Reichsbürger-Bewegung zuzuordnen. Er hatte 2012 in Wittenberg sein eigenes Königreich ausgerufen und sich selbst zum Herrscher des Reichs erklärt. Das Gelände wurde im vergangenen Jahr über einen Insolvenzverwalter für mehr als 600.000 Euro verkauft und inzwischen zwangsgeräumt.

Quelle: MDR/kl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 01. November 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2018, 13:51 Uhr

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22 Kommentare

03.11.2018 08:05 Justitia 22

Selbst ernannte sind lächerlich und Kriminelle gehören ZellenReich weggesperrt

02.11.2018 14:31 Adel verpflichtet 21

Ist die Aristokratie noch elitär?
Das Interesse der Öffentlichkeit am Adel scheint ungebrochen. In der Boulevardpresse beherrschen die Familiengeschichten der Aristokratie regelmäßig die Schlagzeilen. Fernsehübertragungen von Adelshochzeiten erreichten weltweit ein Millionenpublikum.

02.11.2018 14:07 Klaus 20

@8 Nunja, bei diesen Fahrten (ohne Versicherung, das kommt ja noch dazu) hat es auch einen Verkehrsunfall gegeben, bei dem es Verletzte gab.

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