Abfallreste Forscher untersuchen die Elbe auf Mikroplastik

Das Forschungsschiff "Aldebaran" der Deutschen Meeresstiftung untersucht die Belastung der Elbe mit Mikroplastik. Die "Aldebaran" ist zwischen Schöne in Sachsen und Cuxhaven unterwegs und nimmt immer wieder Stichproben. Diese Woche ist die Crew in Sachsen-Anhalt unterwegs und legte unter anderem in Coswig, Aken und Magdeburg Anker.

Sven Schirrmeister, wissenschaftlicher Mitarbeiter der HTW Dresden, und Carla Wichmann, Mitglied im Bundesverband Meeresmüll, entnehmen auf dem Forschungsschiff «Aldebaran» während eines Fototermins zur Vorstellung der Bildungs- und Informationskampagne «Dem Plastik auf der Spur» Proben aus der Elbe.
Sven Schirrmeister, wissenschaftlicher Mitarbeiter der HTW Dresden, und Carla Wichmann entnehmen auf dem Forschungsschiff "Aldebaran" Proben aus der Elbe. Bildrechte: dpa

Ein Forschungsschiff untersucht zurzeit, wie viel Mikroplastik die Elbe enthält. Die Besatzung aus Wissenschaftlern und Umweltschützern nimmt unter anderem in Sachsen-Anhalt Wasserproben an unterschiedlichen Stellen. Die Crew will außerdem auf das Thema aufmerksam machen und über die Belastung der Natur mit Mikroplastik informieren. Die Crew streamt deshalb täglich vom Boot, um die Öffentlichkeit teilhaben zu lassen.

Die "Aldebaran" ist in Schöne in Sachsen gestartet und fährt bis Cuxhaven. Am Mittwoch war das Schiff in Coswig und Aken unterwegs. Am Donnerstag fuhr es weiter nach Magdeburg und am Freitag geht es weiter nach Parey. Die Tour wird vom Bundesverband Meeresmüll e.V organisiert.

Für die Elbe gab es bisher kein Monitoring, sagt Projektleiterin Carla Wichmann. Deshalb sei die "Aldebaran" nun auf der Elbe unterwegs. Die Belastung des Wassers mit Mikroplastik wurde also bisher nicht beobachtet oder erfasst. Die Wasserproben, die nun gesammelt werden, werden demnach im Anschluss an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden ausgewertet.

Plastik gelangt über Abfall und Kläranlagen in die Elbe

Stichproben hätten aber schon gezeigt, dass Mikroplastik im Wasser der Elbe zu finden sei. Außerdem gebe es auch viel Makroplastik in der Elbe – große Plastikstücke also, zum Beispiel Flaschen und Verpackungen.

Dieser Plastikabfall zersetze sich in immer kleinere Teile und werde zu sogenannter Mikroplastik. Aber auch aus Kläranlagen gelange Plastik ins Wasser und durch Wassereinleitungen aus der Kanalisation in die Elbe. Bei Starkregen müsse beispielsweise Wasser aus der Kanalisation in den Fluss abgeleitet werden – so würden unter anderem Ohrstäbchen in die Elbe gelangen. Auch Feuchttücher, Trinkflaschen und Mundschutze seien bereits gefunden worden.

Am Donnerstag berichtete die Crew auf ihrer Webseite über gesundheits- und umweltschädigende Schadstoffe im Wasser, wie Hormone.

Mikroplastik aus der Elbe landet auf Ackern und Feldern

Eine moderne Kläranlage filtert laut Silja Blechschmidt, Biologin und wissenschaftliche Leiterin des Projekts, bereits 97 Prozent des Mikroplastiks aus dem Wasser. "Was ja erstmal schön klingt", so Blechschmidt, "aber das Mikroplastik ist nicht weg, das landet im Klärschlamm." Diese Klärschlämme würden dann wieder in der Landwirtschaft eingesetzt und in den Boden eingetragen. Das Problem würde nur verlagert.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Juni 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Steffen 1978 vor 36 Wochen

untersucht sollte lieber mal was sonst so auf den Äckern landet man muß nicht nach Mikroplastik suchen wenn offensichtlich mehr als genug Müll vorallem im Umkreis von so manchen Entsorgungsfachbetrieben sich frei verteilt und Behörden und zuständige Ämter sich dafür nicht zuständig fühlen man siehe sich das im LK MSH an

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