Das Schild einer Fahrradstraße, bei der der Pkw-Verkehr freigegeben ist.
Fahrradfahren sicherer machen, damit sich mehr Sachsen-Anhalter aufs Rad schwingen – das will das neugegründete Netzwerk erreichen. Bildrechte: imago images / Lars Berg

Mobilitätswende Städte und Gemeinden gründen Netzwerk für Fahrradfreundlichkeit

Fahrradfahren ist gesund und schont zugleich die Umwelt. Doch so manchem ist es zu gefährlich, sich mit dem Rad durch den Stadtverkehr zu schlängeln. In Sachsen-Anhalt wollen nun dutzende Kommunen gemeinsam daran arbeiten, fahrradfreundlicher zu werden.

Das Schild einer Fahrradstraße, bei der der Pkw-Verkehr freigegeben ist.
Fahrradfahren sicherer machen, damit sich mehr Sachsen-Anhalter aufs Rad schwingen – das will das neugegründete Netzwerk erreichen. Bildrechte: imago images / Lars Berg

Sachsen-Anhalts Kommunen wollen fahrradfreundlicher werden. Dazu haben sich Vertreter von 36 Städten, Gemeinden und Landkreisen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Dem Verkehrsministerium zufolge haben sie am Montagabend im Rahmen einer zweitägigen Fahrrad-Kommunalkonferenz in Wittenberg die Arbeitsgemeinschaft "fahrradfreundliche Kommune" gegründet. Gemeinsam wollen sie erarbeiten, wie sie Fahrradfahren in ihren Orten sicherer und auch attraktiver machen können.

Die Arbeitsgemeinschaft soll laut Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) vor allem erreichen, dass mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsatteln. Das Land habe mit ihr nun einen starken Partner auf kommunaler Ebene an der Seite, um den Radverkehr zu fördern, so Weber. Neben einer Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer gehe es darum, den Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor zu stärken. Mehr Radler würde zudem nicht nur der Gesundheit der Einzelnen gut tun, sondern sei ebenso gut für  die Umwelt.

Thomas Webel
Bildrechte: imago/Christian Schrödter

Mit dem neuen Zusammenschluss soll erreicht werden, dass die Sachsen-Anhalter häufiger das Auto gegen das Fahrrad eintauschten.

Thomas Webel, Sachsen-Anhalts Verkehrsminister

Jährliche Förderung vom Land

Das Land fördert die Arbeit des Netzwerks pro Jahr mit 150.000 Euro. Koordiniert wird die Arbeit des Netzwerks von Aken im Kreis Anhalt-Bitterfeld aus. Dort wird die Geschäftsstelle ihren Sitz haben. Aken konnte sich damit unter sechs Bewerbern durchsetzen. Vorsitzender für die kommenden drei Jahre ist Wittenbergs Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos).

Das Netzwerk soll schnell wachsen. Dem Verkehrsministerium zufolge haben bereits mehrere Gemeinden und Landkreise Interesse gezeigt, sich anzuschließen.

Die Gründungskommunen

Folgende Kommunen haben sich am Montagabend in Wittenberg zu der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen: Aken, Annaburg, Bitterfeld-Wolfen, Calbe (Saale), Calvörde, Colbitz, Dessau-Roßlau, Eilsleben, Erxleben, Gardelegen, Halberstadt, Halle, Harbke, Hohenmölsen, Hötensleben, Huy, Jübar, Magdeburg, Wittenberg, Merseburg, Mücheln, Muldestausee, Osterburg, Osterwieck, Sandersdorf-Brehna, Schönebeck, Sommersdorf, Stendal, Teuchern, Thale, Ummendorf, Völpke, Wanzleben-Börde, Wefensleben, Wettin-Löbejün, Wolmirstedt und Zörbig

Radwege in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind dem Verkehrsministerium zufolge zwischen 2010 und 2018 insgesamt 177,6 Radweg-​Kilometer an Bundes- und Landstraßen entstanden.  Zum 1. Januar 2019 betrug die Gesamtlänge der sogenannten straßenbegleitenden Radwege im Land 1.319 Kilometer. Ergänzt wird das Radwegenetz durch touristische und kommunale Radrouten. Insgesamt führen 18 überregionale Radwege durchs Land. 

Eine Karte
Die Karte zeigt: Im Vergleich zu den umliegenden Bundesländern ist das Radwegenetz in Sachsen-Anhalt noch sehr löchrig. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. November 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 14:05 Uhr

5 Kommentare

C.T. vor 4 Wochen

Weniger Zentralisierung bedeutet weniger Verkehr. Ein ganz einfache Regel, die sogar von unseren Entscheidern verstanden werden sollte. Arbeit, Schule, Konsum, Gesundheit und Kultur da wo die Menschen wohnen. Dann braucht niemand mehr in die Städte zu pendeln und umgekehrt. Das wäre mal ein Konzept "pro Umwelt".

wer auch immer vor 4 Wochen

Rad fahren ist schön und gefährlich.
Aber Radfahrer sind ebenso eine Gefahr.
Ich liebe mein Fahrrad dennoch und kann mit einem Welt ohne Auto vorstellen.

kennemich vor 4 Wochen

Na werden wohl die Pendler bald aufs Rad umsteigen müssen wenn bei den Straßen weiterhin eine Fahrspur weggenommen wird?

Wie es jetzt schon in Leipzig der Fall ist und sich die Pendler nur vor Leipzig stauen, was scheinbar weniger CO2 und ähnliches austößt?

Oder wie es heute Mittag im ZDF kam wo man ähnliches auch bei und um Düsseldorf gemacht hat und die Pendller mächtig über die Staus davor schimpfen und natürlich über die Abgase ebenfalls.

Ist ja auch schön, wenn man noch mehr Dreck vorher verteilt und so an den Meßstation saubere Luft hat !!!

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