Grundschüler in einem Klassenzimmer
In Dabrun gibt es genau eine 1. bis 4. Klasse. Die Schüler lernen nun wieder ganz normal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Notbetreuung Kleine Grundschule: Endlich wieder vier Lehrer für vier Klassen

An der Grundschule in Dabrun im Landkreis Wittenberg fiel kurz vor den Winterferien der Unterricht aus: Alle Lehrer waren krank. Das ist überstanden. Doch nun gibt es neue Probleme. Zwei der Lehrer werden die Schule verlassen.

Grundschüler in einem Klassenzimmer
In Dabrun gibt es genau eine 1. bis 4. Klasse. Die Schüler lernen nun wieder ganz normal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vier Klassen, drei Lehrer – so sah es monatelang an der Grundschule in Dabrun im Landkreis Wittenberg aus. Jetzt hat das Team der Grundschule endlich Verstärkung bekommen: Ein vierter Lehrer ist bis zu den Sommerferien 2019 eingestellt worden. Das war auch dringend nötig, denn zwischenzeitlich waren alle drei Lehrer krank und so fiel vor den Winterferien der Unterricht für die 72 Schüler komplett aus. Die Betreuung übernahmen eine pädagogische Mitarbeiterin und eine Sekretärin der Stadt Kemberg. Dabrun ist ein Ortsteil von Kemberg und die Stadt der Träger der Grundschule.

Das Gebäude der Grundschule Dabrun.
Momentan lernen 72 Kinder an der Grundschule im kleinen Dabrun. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die verbliebenen Lehrer wurden kaputt gespielt, ist sich Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig sicher. Im Sommer 2018 war die Schulleiterin in den Ruhestand gegangen und seitdem mussten die restlichen Lehrer die lehrerlose Klasse aufteilen und mit unterrichten. Über den neuen Vertretungslehrer sind alle dankbar, doch er wird nur bis zum Sommer bleiben. Dazu kommt: Eine weitere Lehrerin geht dann ebenfalls in Rente. Bürgermeister Torsten Seelig sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Es wird jetzt eine öffentliche Ausschreibung geben für zwei neue Lehrer hier in Dabrun und ich bin zuversichtlich, dass sich genügend Lehrer bewerben werden."

Bürgermeister sucht neue Lehrer

Ein Mann gibt vor einer Schule ein Interview.
Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig will sich nicht länger nur auf das Schulamt verlassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Denn der Bürgermeister ist mittlerweile auch selbst auf der Suche nach den zwei neuen Lehrern. Er will sich nicht mehr allein auf die Ausschreibungsrunde des Landes sowie auf das Schulamt verlassen. "Ich habe durchaus den ein oder anderen Lehrer, der gesagt hat: 'Bürgermeister, ich würde mich sehr gern bei dir bewerben als Lehrer, ich würde auch gern dauerhaft da bleiben'", so Seelig. Zur Not – sagt er augenzwinkernd – würde er mit den Bewerbern auch höchstpersönlich zum Schulamt fahren, um die Sache "klar zu machen".

Eventuell brauche die kleine Schule sogar ab dem nächsten Schuljahr noch mehr Personal, denn jedes Jahr würden momentan um die 30 Erstklässler an die Dabruner Grundschule kommen. So könnte sich die Schülerzahl bald auf etwa 100 Kinder erhöhen. Das Bildungsministerium teilte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag mit, dass die zwei bald dringend benötigten Stellen nun ausgeschrieben seien – und das sogar mit Zulagenregelung.

Hunderte Lehrer werden mit der Ausschreibung auf der Homepage des Landesschulamts insgesamt gesucht. Bewerber haben bis zum 11. März 2019 Zeit, sich zu melden.

Eine Grundschülerin schreibt mit Füller
Endlich haben die Schüler in Dabrun wieder regulären Unterricht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2019, 13:55 Uhr

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2 Kommentare

19.02.2019 19:21 lummox 2

"Endlich wieder vier Lehrer für vier Klassen" nach dem lesen dieser irritierenden überschrift fiel mir sofort folgender text ein - asche auf mein haupt - : na wenn das kein durchschlagender erfolg des deutschen bildungswesens ist, das sed-bildungsregime würde vor neid erblassen und die zwergschulen des kaiserreiches wagten davon nicht mal zu träumen (: also erst lesen dann urteilen :)

19.02.2019 12:18 Martina 1

Und das mit den 2 Lehrern kommt ganz plötzlich. Lach, wenn es nicht so traurig wäre.