Eine Pflegerin betreut einen älteren Mann
Pflegekräfte sollen in Zukunft mehr Geld im Monat verdienen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Preisspirale in Altenheimen dreht sich Pflegekräfte verdienen mehr, Altenpflege wird teurer – vor allem im Landkreis Wittenberg

Wenn die Rente nicht mehr reicht und Angehörige immer mehr zuzahlen müssen: Im Landkreis Wittenberg ist die Altenpflege vor allem durch höhere Löhne für das Pflegepersonal deutlich teurer geworden. Die Heim-Betreiber legen einen Großteil der Kosten auf die Heim-Bewohner um. Die Arbeiterwohlfahrt sieht die Politik in der Pflicht, nachzusteuern.

Eine Pflegerin betreut einen älteren Mann
Pflegekräfte sollen in Zukunft mehr Geld im Monat verdienen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In der Altenpflege laufen offenbar zum Teil die Kosten aus dem Ruder. Das geht aus Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT in Wittenberg hervor. Jörg Böttcher vom Senioren und Pflegezentrum "Am Lerchenberg" sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Einstiegstarif für Pflegehelfer liege mittlerweile bei 11 Euro in der Stunde. Bei Pflegefachkräften sei es deutlich mehr. 18 Euro pro Stunde seien kein Einzelfall.

Die Angehörigen müssten entsprechend höhere Heimentgelte bezahlen, erklärt Böttcher. Diese seien im vergangenen Jahr um durchschnittlich 400 Euro pro Monat erhöht worden.

Angehörige werden zur Kasse gebeten

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte in Wittenberg die Heimkosten um durchschnittlich 250 Euro im Monat erhöht. Geschäftsführerin Corinna Reinecke berichtet, dass es danach großen Ärger gab. Sie könne den Unmut der Heimbewohner nachvollziehen. Reinecke störe es, dass die Kosten im stationären Bereich zum größten Teil bei Bewohnern und Angehörigen gelandet seien.

Ich denke, das Maß ist voll. Da geht jetzt nichts mehr. Da muss Politik nachsteuern.

Corinna Reinecke, AWO-Geschäftsführerin

Die Wittenberger AWO-Chefin fordert, dass der Bund mehr Geld für die Pflege bereitstellt. Reinecke war früher Landtagsabgeordnete für die SPD.

Anfrage zur Kostenentwicklung

Die Landesregierung hatte im März zur Kostenentwicklung der stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt Stellung genommen. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Katja Bahlmann heißt es, der Landesregierung sei bewusst, dass der Eintritt der Pflegebedürftigkeit alle Beteiligten, nicht nur wirtschaftlich, vor große Herausforderungen stellen kann.

Die Existenz der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen wird jedoch durch die Kostensteigerungen einzelner Pflegeeinrichtungen nicht bedroht.

Antwort der Landesregierung auf parlamentarische Anfrage

Den Daten der Landesregierung zufolge waren in Sachsen-Anhalt nur 422 Leistungsberechtigte in stationären Pflegeeinrichtungen von Kostensteigerungen betroffen, die fünf Prozent über dem Vorjahresbetrag lagen. 140 davon waren in Magdeburg untergebracht.

Vorstoß von Bundesgesundheitsminister

Nach Vorstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Pflegekräfte in Zukunft mindestens 2.500 Euro im Monat verdienen. Die Kosten der geforderten höheren Löhne würden sich nach Berechnungen des Gesundheitsministeriums pro Jahr auf fünf Milliarden Euro belaufen.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Juni 2019 | 10:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 15:56 Uhr

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9 Kommentare

27.06.2019 14:36 Thomas 9

sehr viele Kommentare heut wieder beim MDR ...........

26.06.2019 16:57 Querdenker 8

@B 7

siehe „spiegel Jens-Spahn-Forderung: Wie viel Geld Pflegekräfte wirklich verdienen“

Zitat: „Dass Krankenpfleger verhältnismäßig gut verdienen, liegt beispielsweise an Zuschlägen für Nachtdienste und besonders anspruchsvolle Tätigkeiten wie auf der Intensivstation. Diese entfallen in der Altenpflege meist - und machen diesen Bereich der Pflegeberufe finanziell unattraktiver.“

Da ist auch eine Grafik drin im Artikel bzgl. „Monatliche Bruttoentgelte von Pflegekräften“. Da sieht man, dass Krankenpflege bei 3239 Euro im Durchschnitt liegt. Altenpflege bei 2621 Euro. Im Durchschnitt wohlgemerkt.

26.06.2019 13:59 B 7

@ 5 laß die Kirche im Dorf , schweren Job ?
was ist mit die Bauarbeiter , Krankenschwester die Tag und Nacht arbeiten beim Pflegedienst nur am Tag und abends muß man noch betteln das noch jemand vieleicht vorbei kommt, die machen sich nicht Tod ! bei 3 000 .- Euro aber dann ohne Stoppuhr ............. da gibt es andere schwere Berufe die das geld wirklich verdient hätten !

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