Marathon-Läufer mit 70 "Der Junge kann rennen"

Ein Mann hatte einen Traum: Auf allen Kontinenten einen Marathon laufen. Diesen hat sich der heute 70-jährige aus dem Landkreis Wittenberg auch erfüllt. Die Geschichte eines Läufers, die mit einem simplen Satz seines Lehrers begann.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Marathonläufer Karl-Heinz Kotzur
Karl-Heinz Kotzur beim Marathon an der Gold Coast in Australien 1998. Bildrechte: Karl-Heinz Kotzur

Karl-Heinz Kotzur hat seine Laufschuhe an. Ohne sieht man den 70-Jährigen aus Merkwitz am Rand der Dübener Heide eher selten. "Rennen ist mein Leben, ohne Rennen würde ich krank sein", sagt der Hobbyläufer mit den grauen Haaren und lacht.

Die Idee war geboren

Kotzur ist durchtrainiert – fit wie ein Turnschuh. Und die wachen Augen des Rentners leuchten, wenn es um das Thema Marathon geht: "Mein größter Wunsch war es immer beim Berlin-Marathon teilzunehmen und einmal durch das Brandenburger Tor zu laufen". Diesen Wunsch hat sich der gelernte Schlosser längst erfüllt. Dabei ist eine bemerkenswerte Idee geboren. Warum nicht fünf Marathons auf fünf Kontinenten laufen?

Grauhaariger Mann in einer sportlichen schwarzen Jacke
Bildrechte: MDR/Martin Krause

Ich bin durch das Laufen viel in der Welt herumgekommen, habe eine Menge erlebt und interessante Menschen kennengelernt.

Karl-Heinz Kotzur

Von Amerika bis nach Australien

Kotzur trainierte also. Er lief in New York, später an der Gold Coast in Australien, es folgten die langen Distanzen im ägyptischen Luxor und zum Abschluss in Peking in China. "Ein tolles Gefühl, sich diesen Traum erfüllt zu haben", sagt der 70-Jährige aus Merkwitz stolz.

Zu seinen Glanzzeiten lief Karl-Heinz Kotzur die gut 42 Kilometer lange Strecke in weniger als drei Stunden. Etwa 50 Marathonläufe hat der Ausdauersportler aus dem Kreis Wittenberg in seiner Laufkarriere absolviert.

Ein Satz mit Wirkung

Sein sportliches Talent hat sich schon in der Schulzeit gezeigt. "Mensch, der Junge kann rennen" – dieser Satz eines Sportlehrers war es, der das Leben von Karl-Heinz Kotzur geprägt hat. Davon angespornt, hat der Merkwitzer seine Begeisterung für den Laufsport entdeckt – und bis heute erhalten. "Ich bin durch das Laufen viel in der Welt herumgekommen, habe eine Menge erlebt und interessante Menschen kennengelernt", so Kotzur.

Noch lange nicht am Ziel

Noch heute läuft Kotzur etwa 40 Kilometer pro Woche. Ans Aufhören denkt der Merkwitzer noch nicht. Der 70-Jährige leitet die Leichtathletikabteilung bei SG Grün-Weiß Pretzsch: "Es ist schön Kinder für das Laufen zu begeistern, das mache ich weiter, solange ich gesund bleibe". Auch auf internationale Wettbewerbe will der Weltenbummler aus dem Kreis Wittenberg nicht verzichten. Karl-Heinz Kotzur startet im April beim Marathon in Südafrika.

Marathonläufer Karl-Heinz Kotzur
Der Läufer bei einem Marathon in Ägypten 2003. Bildrechte: Karl-Heinz Kotzur

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Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Februar 2019 | 13:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 14:08 Uhr

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