Die Theke eines Cafés.
Der 27 Jahre alte Lukas Geffarth betreibt das Eltern-Kind-Café gemeinsam mit seiner Freundin Anna Ulrich. Bildrechte: MDR/André Damm

Wittenberg Eltern-Kind-Café: Ein Platz für Familien

Die Wittenberger Altstadt wird durch ein neues Angebot bereichert. Auf der Einkaufsmeile Collegienstraße gibt es jetzt ein Familiencafé. Es trägt den Namen "Whatelse" und bietet Freiräume, aber auch Rückzugsorte.

von André Damm, MDR SACHSEN-ANHALT

Die Theke eines Cafés.
Der 27 Jahre alte Lukas Geffarth betreibt das Eltern-Kind-Café gemeinsam mit seiner Freundin Anna Ulrich. Bildrechte: MDR/André Damm

Eine Frau mit einem klitzekleinen Baby im Tragetuch verlässt gerade das Wittenberger Café. Der acht Wochen alte Junge schläft friedlich, während die junge Mutter erzählt. "Ich finde solche Cafés super. Die meisten Gaststätten sind sonst nicht barrierefrei und haben keinen eigenen Wickelraum. Als junge Mutter, die noch stillt, will man sich aber auch mal zurückziehen und nicht so in der Öffentlichkeit stehen."

Im Wittenberger "Whatelse", was übersetzt "Was sonst!" heißt, will man Eltern und Kindern alle möglichen Freiheiten einräumen: Auf 80 Quadratmetern können die Kleinen toben, spielen und naschen. Stillende Mütter finden zudem eine Privatsphäre.

Toben, spielen, frühstücken

Eine Spielecke für Kinder mit Tipi und Spielzeug.
In einer Spielecke können sich Kinder ganz nach Lust und Laune austoben. Bildrechte: MDR/André Damm

Eine Familie aus Berlin hat es sich in lässigen Sesseln bequem gemacht. Vater Yoad wirkt absolut nicht gestresst. "Hier muss ich nicht ständig auf das Kind aufpassen. Und niemand guckt einen schief an, wenn es mal laut wird." Seine Frau Christina pflichtet ihm bei. Normalerweise, erzählt sie, gebe es in Gaststätten maximal einen Kinderstuhl. "Dann haben wir etwa zehn, 20 Minuten Zeit für uns, bevor das Kind spielen will. Hier kann das Kind spielen, wann es will. Wir können ganz entspannt zurückgelehnt sitzen und unser Sohn ist glücklich."

Tatsächlich ist der zweijährige Marty in der Spielecke des "Whatelse" in seine eigene Welt vertieft. Er hantiert mit Spielsteinen, robbt in die Mitte des Zeltes, wo er sich dann den Kuscheltieren widmet. Nachdem er sich genug abgerackert hat, frühstückt die Familie.

Keine Angebote für Familien mit Kleinkindern

Zubereitet wird die leckere Mahlzeit von Lukas Geffarth. Der 27-Jährige betreibt zusammen mit seiner Freundin Anna Ulrich das "Whatelse". "In Wittenberg gibt es für Schwangere und Mamas mit Kleinkindern gar nichts. Überall werden Familien schräg angeguckt, wenn das Kind mal schreit oder weint. Und schön an unserem Familiencafé ist auch, dass wir hier mit unserem Sohn Milo zusammen sein können. Das ist das, was passt."

Im "Whatelse" in der Wittenberger Collegienstraße können Kinder auch mal richtig Krach machen: die ganze Woche lang, außer montags. Da gönnen sich die Betreiber und jungen Eltern Anna und Lukas selbst einen Ruhetag.

Eine dreiköpfige Familie sitzt in einem Café.
Erst toben, dann essen – im "Whatelse" sind Familien mit Kleinkindern herzlich willkommen. Bildrechte: MDR/André Damm

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. August 2018 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 15:53 Uhr

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