Eingangsbereich zum Landgericht Magdeburg
Der Prozess soll am Landgericht Magdeburg stattfinden. Dort muss man momentan aber dringendere Fälle behandeln. Bildrechte: imago/Christian Schrödter

Körperverletzung mit Todesfolge Nach tödlicher Schlägerei in Wittenberg: Prozess gegen Syrer verschiebt sich

Im Herbst 2017 hatte es in Wittenberg eine tödliche Schlägerei gegeben – ein 30-jähriger Wittenberger kam ums Leben. Einem jungen Syrer wird nun Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Der Prozess gegen ihn muss aber verschoben werden.

Eingangsbereich zum Landgericht Magdeburg
Der Prozess soll am Landgericht Magdeburg stattfinden. Dort muss man momentan aber dringendere Fälle behandeln. Bildrechte: imago/Christian Schrödter

Der Prozess gegen einen Syrer, der für den Tod eines Wittenbergers vor fast zwei Jahren verantwortlich sein soll, verschiebt sich um mehrere Monate. Das bestätigte das Gericht MDR SACHSEN-ANHALT. Gerichtssprecher am Landgericht Magdeburg, Christian Löffler, erklärte, die Kammer müsse vordringlich andere Haftsachen behandeln. Das sei ein übliches Vorgehen. Der Prozess werde frühestens im Oktober beginnen, zumal das Gericht nur eine Jugendkammer habe.

Bis zum Prozessbeginn bleibt der Angeklagte auf freiem Fuß. Er soll zur Tatzeit jünger als 18 Jahre alt gewesen sein. Es gebe allerdings Anhaltspunkte, dass er älter ist, sagte Löffler. Das werde jetzt untersucht, bisher gebe es aber keine Beweise. Das Gericht hatte die Überprüfung des Alters den Angaben zufolge ohnehin in Auftrag geben wollen und nutzt nun die Zeit bis zum Prozess dafür.

An schweren Kopfverletzungen gestorben

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Syrer vor, einen 30-jährigen Wittenberger im Herbst 2017 tödlich verletzt zu haben. Der Wittenberger war in der Altstadt am Einkaufszentrum "Arsenal" mit einer Gruppe von Syrern in Streit geraten. In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft von damals hieß es: "Kurze Zeit später versetzte der Wittenberger dem Beschuldigten unvermittelt einen Faustschlag, woraufhin dieser sich wehrte." Ob es sich um Notwehr handelte soll im Prozess geklärt werden.

Bei dem Handgemenge war das Opfer von dem damals vermutlich 17-Jährigen niedergeschlagen worden, auf das Pflaster gestürzt und später an seinen Kopfverletzungen gestorben. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Der Fall wird am Landgericht Magdeburg verhandelt, weil der Angeklagte nach Magdeburg gezogen ist.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Juli 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 11:06 Uhr

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52 Kommentare

04.07.2019 11:05 gerd 52

Das Schlimme an der Geschichte ist ausserdem die Tatsache das die Staatsanwaltschaft wieder aktiv geworden ist nachdem das Video mit den mehreren
Schlägen bei RT gelaufen ist.Die Staatsanwaltschaft muss aber das Video doch gekannt haben und Warum war sie so zögerlich?Ich kann mir denken warum die Dessauer Staatsanwaltschaft hat von Anfang an von Notwehr und von einem tötlichen Schlag gesprochen ohne es konkret zu wissen und wollte ihre Fehleinschätzung nicht zugeben.

04.07.2019 10:53 Benutzer 51

er bleibt auf freien Fuß. Hm. Bei Deutschen wird anders gehandelt. Danke das man zum Rechtsstaat wieder kein Vertrauen hat.

04.07.2019 10:25 Sylter 50

@03.07.2019 15:19 der_Silvio
Die Todesursache stellt die Gerichtsmedizin fest, den Tathergang und die juristische Beurteilung ein Gericht.
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

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