Elbe, Saale und Co. Trockenheit gefährdet Fischbestände

Das dritte Jahr in Folge mit zu wenig Niederschlag – darauf reagieren nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Tiere. Denn mit sinkendem Wasserpegel schwindet auch der Lebensraum von Forelle, Aal und Co.

Schwarzmundgrundel
Der Lebensraum für Aale, Forellen oder diese Schwarzmundgrundel könnte wegen des fehlenden Regens eng werden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Es ist seit drei Jahren zu trocken, und auch wenn es in diesem Jahr etwas mehr Niederschlag gegeben hat als 2019, haben die Flüsse dennoch Niedrigwasser. So liegen etwa große Bereiche des Elbufers von Priesitz bei Pretzsch im Landkreis Wittenberg frei.

Es fehlt weit über einen Meter Wasser

Jörg Flemmig, Fischer in Priesitz

Die Uferbereiche seien Laichgebiete, sagt Jörg Flemmig, ein Fischer in Priesitz. Deshalb ginge der Fischbestand zurück. "Die Ufer sind seit drei Jahren nicht mehr unter Wasser und der Schilfbereich und die Wurzeln sind die Brutstuben der Fische", erklärt Flemmig.

Fischer wollen weniger Fische fangen

Was das für langfristige Auswirkungen hat, sei noch nicht Abzuschätzen, so der Fischer. Aber der natürliche Lebenskreislauf der Fische sei gestört.

Eine Möglichkeit ist, dass Fische abwandern. Denn je weniger Wasser es gibt, desto kleiner ist auch ihr Lebensraum. Mathias Weiland vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz erklärt: "Fische versuchen in Gewässerabschnitte mit günstigeren Lebensbedingungen abzuwandern." Sie würden Aushöhlungen im Boden mit größeren Wassertiefen aufsuchen oder stärker beschattete Gewässerabschnitte.

Deshalb wollen einige Fischer jetzt weniger fischen, um die Bestände nicht noch weiter zu reduzieren. Eine erste Konsequenz ist beispielsweise die Absage des traditionellen Abfischens an den Lausiger Teichen, das sonst traditionell Ende Oktober ansteht. Bereits im vergangen Jahr musste das Event mit Rücksicht auf die Fischbestände abgesagt werden.

Lausiger Teiche Aus dem großen und dem kleinen Lausiger Teich fließt per Grabensystem Wasser in die Elbe. Hier leben Barsch, Zander, Aal und Co. Somit sorgen die Teiche in der Dübner Heide auch für Fischnachschub in der Elbe.

Mehr zum Thema

Ausgetrockneter und gerissener Boden
Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 28. September 2020 | 17:01 Uhr

2 Kommentare

Fischlein vor 9 Wochen

Super Text unter dem Bild 😂
Da war ein Profi am Werk.
Aale laichen bekanntlich nur in der Saragossa See, die Schwarzmundgrundel ist ein Neozoen (eingeschleppt Tierart, vermehrt sich auch übermäßig) und Forellen laichen wenn dann nur in den Harzer Fließgewässern....

MDR-Team vor 9 Wochen

Wir haben den Text korrigiert.

Mehr aus Landkreis Wittenberg, Dessau-Roßlau und Anhalt-Bitterfeld

Mehr aus Sachsen-Anhalt