Großer Schutthaufen eines abgerissenen Hauses
Berufsschule, Plattenbauten, Gewächshausanlage – verlottert über Jahrzehnte. Dieser Tage haben Abbrucharbeiten begonnen. Das Kraftwerk bleibt aber als Industriedenkmal bestehen. Bildrechte: MDR/André Damm

Ehemaliges Kraftwerksgelände XXL-Parkplatz entsteht in Vockerode

In Vockerode im Landkreis Wittenberg soll Deutschlands größter Lkw-Rastplatz entstehen. Der Investor will dafür mehr als zehn Millionen Euro ausgeben. Mit dem Abriss einiger Kraftwerk-Ruinen hat er bereits begonnen. MDR SACHSEN-ANHALT-Reporter André Damm beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Bauvorhaben.

Großer Schutthaufen eines abgerissenen Hauses
Berufsschule, Plattenbauten, Gewächshausanlage – verlottert über Jahrzehnte. Dieser Tage haben Abbrucharbeiten begonnen. Das Kraftwerk bleibt aber als Industriedenkmal bestehen. Bildrechte: MDR/André Damm

Wie hat sich die Kraftwerksanlage in Vockerode von einst verändert?

André Damm: Es ist nicht so, dass alle Ruinen verschwunden sind. Es bleiben noch etliche Schandflecke stehen, aber tatsächlich hat der Abriss-Bagger schon große Schneisen geschlagen. Das Bürogebäude der Gewächshausanlage ist verschwunden, weitere Gebäude folgen noch. Und für den Bürgermeister von Oranienbaum-Wörlitz, Maik Strömer, ist es ein wichtiges Signal für Vockerode, dass hier endlich etwas passiert.

Alter Plattenbau ohne Fenster
Die Kommune könnte sich den Abriss nicht leisten – und ist froh über den Privatinvestor. Bildrechte: MDR/André Damm

Er sagte: "Ich glaube, es ist das Wichtigste – gerade im Ortsteil von Vockerode – dass wir jetzt einen Investor gefunden haben, der sich um dieses Eingangstor ins Weltkulturerbe kümmert. Zurzeit sprechen wir nur über den Rückbau vorhandener Anlagen, noch nicht über die Visionen, die er für die spätere Nutzung hat. Aber ich finde diesen Startschuss enorm wichtig, dass wir jetzt in Vockerode etwas haben, um das Eingangsbild zu verbessern."

Was genau hat der private Investor mit dem Gelände vor?

Das wird richtig spannend. Investor ist Albert Hauptstein aus Bayern, laut seiner Visitenkarte Chef von acht verschiedenen Firmen. Zuerst wollte Hauptstein in Vockerode ein Altenpflegeheim bauen wie in Dessau, wo er das bereits macht, aber von diesem Vorhaben ist er abgerückt. Stattdessen plant er jetzt ein ganz anderes Bauvorhaben: Er will einen Lkw-Stellplatz errichten mit Motel und Tankstelle, insgesamt sollen weit mehr als zehn Millionen Euro investiert werden.

Ist das eine gute Nachricht? Was sagen die Anwohner dazu?

Alter Plattenbau mit abbröckelndem Putz
Wo jetzt noch abgerissen wird, könnten schon im Sommer die ersten Lkw stehen. Bildrechte: MDR/André Damm

Nun ja, bei ihnen kommt die ganz große Freude nicht auf. Mir sagte ein Anwohner, er sei natürlich froh, dass die Ruinen endlich abgerissen werden, aber Lkw-Stellplätze vor der Haustür will er auch nicht haben – Krach, Gestank, Feinstaub, das muss nicht sein. Immerhin sollten 90 Lkw-Stellplätze entstehen. Inzwischen aber, das haben wir jetzt exklusiv vom Investor erfahren, will er noch viel mehr bauen. Er will 350 Parkplätze errichten. Das wäre der größte Lkw-Stellplatz in ganz Deutschland.

Der Investor Investor Albert Hauptstein stammt aus Bayern und ist hierzulande kein Unbekannter. Hauptstein besitzt in Vockerode und Zschornewitz mehr als 500 Wohnungen, in Dessau baut er gerade ein neues Altenheim und in Vockerode will er den größten Lkw-Rastplatz Deutschlands errichten.

Kraftwerk Vockerode
Vockerode und sein Kraftwerks-Gelände Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Februar 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 09:19 Uhr

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