Gerichtsbeschluss Vorerst kein Bernstein aus Goitzschesee

Im Goitzschesee bei Bitterfeld darf zunächst kein Bernstein gefördert werden. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat entschieden, dass eine schwimmende Fördereinrichtung nicht der Schifffahrtsverordnung entspricht. Die Plattform auf dem See darf somit erst einmal nicht in Betrieb gehen.

Mann mit Kescher auf der Förderanlage.
Bis auf Weiteres darf aus der Goitzsche kein Bernstein gefördert werden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neuer Stand im Hin und Her um die Bernsteinförderung aus dem Goitzschesee bei Bitterfeld: Vorerst darf dort kein Bernstein gefördert werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Magdeburg nun entschieden. Wie das Gericht am Montag mitteilte, fällt die schwimmende Förderplattform auf dem See unter die Schifffahrtsverordnung. Eine Prüfung habe ergeben, dass die Plattform nicht die Vorgaben der Verordnung erfülle. Daher dürfe die Fördereinrichtung vorerst nicht in Betrieb gehen.

Das Oberverwaltungsgericht hat mit dem Beschluss eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Halle korrigiert. Dieses Gericht hatte die Plattform zur Bernsteinförderung als nicht genehmigungspflichtig eingestuft und die Bernsteinförderung daher erlaubt.

Schon seit Monaten Streit um Bernsteinförderung

Die Fördereinrichtung gehört zum Unternehmen "Goitzsche Bernstein GmbH und Co. KG". Von der Plattform aus soll nach Bernstein auf dem Boden des Sees gebohrt werden. Nach Schätzungen des Unternehmens sollen bis zu 400 Tonnen Bernstein im See liegen. Geplant war, pro Jahr bis zu anderthalb Tonnen zu fördern.

Bereits seit Februar gibt es Streit um die Bernsteinförderung. Ursprünglich hatte der Betrieb eine Fördergenehmigung bis zum 31. März 2017 gehabt. Doch auch ab Oktober 2017 war die Plattform auf dem See aufgebaut. Einem Sprecher des Landeskreises Anhalt-Bitterfeld zufolge wurden in dieser Phase auch Aktivitäten festgestellt. Das Förderunternehmen hatte das bestritten. Es seien lediglich Sicherungsarbeiten für die bevorstehende Frostperiode gemacht worden.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Dezember 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 14:57 Uhr

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2 Kommentare

04.12.2018 17:30 ingo d. 2

errinnert einen irgendwie an banana joe, wie er versucht einen ausweis zu bekommen. viel glück für den betreiber und noch viel geduld und geld.

04.12.2018 15:16 Leser 1

endlich mal eine nachvollziehbare entscheidung, ganz in meinem interesse. habe nicht verstanden, warum erst aufwändig ein naherholungsgebiet genehmigt und entstanden ist und im nachhinein dann eine weitere "goldgrube" draus gemacht werden soll. haie eben.