Flüchtlingsboot
Das Flüchtlingsboot hat schweren Schaden nehmen müssen – es wurde zweimal zum Zielobjekt von Brandanschlägen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Denkmal für Menschlichkeit Wittenberger Flüchtlingsboot bleibt als Mahnmal erhalten

Das in Wittenberg ausgestellte Flüchtlingsboot bleibt. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen. Ursprünglich war das Boot Teil der temporären Weltausstellung zum Reformationsjubiläum 2017.

Flüchtlingsboot
Das Flüchtlingsboot hat schweren Schaden nehmen müssen – es wurde zweimal zum Zielobjekt von Brandanschlägen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Entscheidung im Wittenberger Stadtrat ist am Mittwochabend mit großer Mehrheit gefallen. Das Flüchtlingsboot am Schwanenteich soll stehen bleiben. Das Holzboot wird im Grün der Wallanlagen auf Schotter gesetzt und von einem Geländer umgeben.

Denkmal für Menschlichkeit

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör sagte bei der Stadtratssitzung, das Flüchtlingsboot sei ein Denkmal für Menschlichkeit und ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus.

Das Schiff war ursprünglich unter dem Titel "Tore der Freiheit" im Rahmen der Weltausstellung Reformation 2017 als Exponat in der Lutherstadt aufgestellt worden. Das Exponat sollte den Betrachter zum Nachdenken über die Fluchtbedingungen anregen. Ursprünglich war nicht klar, was mit dem Schiffswrack nach dem Ende der Weltausstellung passieren sollte.

2013 waren mit dem Kahn 244 Flüchtlinge aus dem ostafrikanischen Eritrea von Libyen übers Mittelmeer nach Europa gekommen. Sie hatten es damit bis nach Sizilien geschafft; alle überlebten die gefährliche Überfahrt.

Das Flüchtlingsboot mit dem Namen "Freude" und dem Unternamen "Allah sei Dank" (Gott sei Dank) und der Nummer 653 steht auf dem Gelände des Schwanenteiches in Lutherstadt Wittenberg.
So sah das Boot bei der Anlieferung zur Ausstellung in Wittenberg aus. Es ist 16 Meter lang und 23 Tonnen schwer. Die arabischen Buchstaben verraten die Herkunft. Bildrechte: dpa

Zielobjekt von Brandanschlägen

Bereits zweimal ist das Boot in Brand gesetzt worden. Einen schweren Schaden hat das Wrack im November 2018 erlitten. Unbekannte Täter hatten das Boot in Brand gesteckt, als in der Lutherstadt zahlreiche Pogrom-Gedenkveranstaltungen stattfanden. Dabei ist die Steuerkabine des Schiffes vollständig zerstört und auch der Rumpf des Bootes beschädigt worden.

Fünf Monate später, im April 2019, hätten Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen weiteren Brandschaden an dem Mahnmal festgestellt. Die Polizei geht auch hier davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. April 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 14:34 Uhr

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41 Kommentare

27.04.2019 12:28 Kritiker 41

Endlich habe ich den Begriff SINNFREI in seiner Gänze richtig verstanden!

27.04.2019 12:19 Mikro 40

@15 Simone Was sind denn rechte Trolle?Das Gegenteil von linken Trollen?Sie haben Hinweise zu den Tätern,Sie schreiben was von Rechtsextremisten die Brandanschläge verübt haben.Vermutlich waren es hier linke Spinner.Sie sollten Ihre Erkenntnisse unbedingt der Polizei mitteilen.
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27.04.2019 12:16 Sachse43 39

Brennt bestimmt prima als Hexenfeuer.