Wittenberg Mitten im Herbst: Luther-Erdbeeren werden geerntet

Mitten im Herbst werden in Wittenberg Erdbeeren geerntet. Rund 900.000 Pflanzen gedeihen dort in einem modernen Gewächshaus. Saison der Luther-Erdbeeren ist bis Mitte Dezember. Kaufen kann man die süßen Früchte in der Region und direkt ab Werk.

Rote und grüne Erdbeeren an einem Strauch
Die Luther-Erdbeere: Der Geschmackstest von MDR-Reporter Tino Wiemeier ergab: "Schmeckt wie aus dem eigenen Garten". Bildrechte: MDR/MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE

Mitten im Herbst hat in der Lutherstadt Wittenberg die Erdbeerernte begonnen. Die süßen, roten Früchte gedeihen dort derzeit aber nicht unter freiem Himmel, sondern in einem neuen Gewächshaus. Dort werden auf fast neun Hektar die sogenannten Luther-Erdbeeren angebaut.

MDR SACHSEN-ANHALT-Reporter Tino Wiemeier war bei der Ernte dabei und beeindruckt von den Dimensionen vor Ort. Er erkundete das Gewächshaus mit seinen Mittelgängen von 350 Metern Länge und war dabei von rund 900.000 Erdbeerpflanzen umgeben.

Erdbeeren bis Mitte Dezember

Verkaufsleiter Kevin van Ijperen sagt, die Saison gehe hier bis Ende November/Mitte Dezember. Dann bekommen die Pflanzen Ruhe. Nächstes Jahr Anfang März gebe es wieder Erdbeeren. Die Frühjahrssaison dauere dann bis Ende Mai/Anfang Juni. Dann seien die Freiland-Erdbeeren an der Reihe.

Verkauf in der Region und direkt ab Werk

Rund 5.000 Kilo Erdbeeren verlassen täglich das Gewächshaus. Laut van Ijperen werden sie im Umkreis von 200 Kilometern in größeren Lebensmitteleinzelhandelsketten verkauft. Aber auch im Werksverkauf direkt auf dem Gelände können die frischen Erdbeeren erworben werden. Dort gibt es auch die bekannten Luther-Tomaten zu kaufen.

Anbau ohne Chemie

Die Erdbeeren, die es jetzt rund um Wittenberg zu kaufen gibt, sind erst Anfang August gepflanzt worden. Etwa 80 Pflücker fahren mit kleinen Wagen durch die Reihen. Die Schienen dafür sind zugleich auch die Heizungsrohre.

Erdbeerpflanzen mögen es warm, sie brauchen viel Wasser und Sonne. Wie das auch im Gewächshaus funktioniert, erklärt Projektmanager Helmut Rehhahn: "Wir sind ja jetzt im Herbst und es ist draußen etwas kühler. Aber wir können hier große Wärmemengen von den Piesteritzer Stickstoffwerken nutzen." Außerdem werde das Pflanzenwachstum durch CO2 stimuliert, und das Wasser komme aus eigenen Brunnen. Das einzige, was fehlt, sei die Sonne, meint Rehhahn.

Tierische Helfer

Für das Wachstum entscheidend sind aber auch die tierischen Helfer: Rund 10.000 Hummeln, die in Kartons regelmäßig angeliefert werden, schwirren durch die Reihen und bestäuben die Pflanzen. Hinzu kommen noch einige Bienen. Und zur Schädlingsbekämpfung werden Schlupfwespen eingesetzt. Chemie gibt es keine.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2019, 13:15 Uhr

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