Digital leben | Folge 8 Wie Datenspuren das Leben verändern

In der achten Folge des Digital-Podcasts geht es um Daten, die wir freiwillig hergeben und was damit geschieht. Marcel Roth und Stephan Schulz sprechen über ein aktuelles Experiment – und die Lehren daraus.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Marcel Roth, MDR SACHSEN-ANHALT

#Warum reden wir darüber?

Facebook, Amazon, Google und Co. – sie alle wollen nur eines. Unsere Daten. Das hören wir seit Jahren. Aber wie einfach ist es wirklich, an unsere Daten zu kommen? Und welche Unternehmen spielen auch in Deutschland dabei mit? Das haben die Volontäre des MDR in einer aufwändigen investigativen Recherche herausgefunden.

Sie haben nur zu diesem Zweck eine Webseite online gestellt, ein Gewinnspiel veranstaltet, die Seite über Facebook an eine Zielgruppe in Mitteldeutschland beworben. Wer am Gewinnspiel teilnehmen wollte, musste einen Fragebogen ausfüllen. So erhielten die MDR-Reporterinnen Daten von mehr als 150 Menschen aus Mitteldeutschland.

Schließlich wollten sie bei Datenhändlern noch mehr Informationen über diese Menschen herausfinden. Und AZ Direct, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, hat einen Test-Satz an Zusatz-Daten geliefert.

#Wen haben wir getroffen?

Wiebke Schindler @wiebkeschindler und Johanne Bischoff @j_hanne – zwei der MDR-Volontäre. Und wir haben auch zwei Magdeburgerinnen getroffen, die an dem Gewinnspiel teilgenommen und einen Teil ihrer Daten freiwillig hergegeben haben. Und gelesen haben wir auch ganz viel, denn der Buchmarkt ist voll mit Büchern zu diesem Thema.

#Was hat uns überrascht?

Dass all unsere Hoffnungen und Illusionen auch wirklich nur das sind. Denn im Internet – und nicht nur dort – werden wir auf Schritt und Tritt verfolgt, getrackt und vermessen. In einem historischen Ausmaß. Und egal, ob wir dabei aktiv mitmachen oder nicht, ob wir korrekte Daten angeben oder bewusst flunkern: Alles kann uns gegen uns ausgelegt werden. Und dieselbe Technologie, die uns die besten Schuhe, Musik oder unseren Newsfeed anbietet, lässt zu, dass uns Politiker beeinflussen, dass Autokraten Revolten verhindern oder dass Staaten ihre Bevölkerung überwachen.

#Und sonst so?

Empfehlen wir euch drei Bücher. Die kriegt jede Buchhandlung in jeder deutschen Einkaufsstraße geliefert:

  • Steffen Mau: "Das metrische Wir: Über die Quantifizierung des Sozialen"
  • Cathy O'Neil: "Der Angriff der Algorithmen: Wie sie Wahlen manipulieren, Berufschancen zerstören und unsere Gesundheit gefährden"
  • Franklin Foer: "Welt ohne Geist: Wie das Silikon Valley freies Denken und Selbstbestimmung bedroht"

Ach ja: Schauspieler und Musiker Axel Prahl lässt uns auf sein Smartphone gucken.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Marcel Roth Ich bin 1977 in Magdeburg geboren und zwölf Jahre lang in Cracau zur Schule gegangen. Das alles ohne Handy. Aber ab der elften Klasse mit einem Computer. Der war türkisgrün. Wirklich! Nach dem Abi habe ich in einem Behindertenwohnheim Zivildienst gemacht, in Bochum studiert, in England unterrichtet und an der Deutschen Journalistenschule in München Journalismus gelernt. Beim WDR in Köln habe ich Radio gemacht und bin seit 2008 Redakteur und Reporter beim Radio von MDR SACHSEN-ANHALT. Das Display meines ersten richtigen Smartphones hat nach drei Wochen Bekanntschaft mit dem Kopfsteinpflaster auf dem Werder in Magdeburg gemacht und sich dann verabschiedet.
Bei MDR SACHSEN-ANHALT berichte ich über Sprachassistenten und Virtual Reality, über Künstliche Intelligenz, Breitbandausbau, Fake News und IT-Angriffe. Über alles also, was wir mit neuen Technologien anstellen und was die Technologien mit uns anstellen. Weil das viel mehr ist, als ins Radio passt, rede ich mit meinem Super-Radiokollegen Stephan Schulz und mit Sachsen-Anhaltern einmal im Monat darüber, in "Digital leben – ein Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT".

#Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
Bildrechte: MDR/ARD/Apple

Quelle: MDR/ap

MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2018, 11:05 Uhr

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6 Kommentare

30.11.2018 08:51 Peter Rodewald 6

Die Unfähigkeit ist zum kotzen.Es wird nur geredet. Wann hört die Diskriminierung der Landbevölkerung auf und wird Mal das Internet ausgebaut. Über 10 Firmen im Ort wollen nicht bis 2025 oder noch länger warten über diese Unfähigkeit dieser Regierung.

29.11.2018 12:17 Marcel Roth 5

Klar kann jeder darauf verzichten. Aber ich finde es besser zu sagen, was man nicht gut findet und sich dann zu engagieren, um etwas besser zu machen; das Netz, die Gesellschaft, die Welt...

29.11.2018 07:05 Sr.Raul 4

" #Was hat uns überrascht?". Hier wird die Problematik benannt. Und wenn das "Fortschritt" und Bestandteil der "Evolution" sein soll, kann ich locker drauf verzichten. Zumal man auch diese Problematik nur im Kontext der gesellschaftlichen Verhältnisse und entsprechender Gruppeninteressen einordnen kann (Wem nutzt es?). Da kann der Kollege von Apple noch so sehr mit dem Deckmäntelchen "Regulierung" wedeln. Es wird so enden wie von George Orwell in "1984" beschrieben. Oder um es kurz zu fassen: Der "Olle Minister" Erich-ich liebe euch doch alle, alle Menschen-M. wäre vor Lachen nicht in Schlaf gekommen, wenn er die 2 Komponenten, Technik+willige Nutzer, schon damals zur Verfügung gehabt hätte.