Digital leben | Folge 9 Hate-Speech: Was tun gegen Hass im Netz?

In der neunten Folge des Digital-Podcasts geht es um Hasskommentare im Netz. Marcel Roth spricht mit Johanna Daher über ihre Erfahrungen auf den MDR-Seiten. Experten aus Kultur und Wissenschaft zeigen Auswege auf.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Marcel Roth, MDR SACHSEN-ANHALT

#Warum reden wir darüber?

Zum Jahresende wird es allerorten besinnlich. Aber im Internet wird wahrscheinlich rund um die Uhr gemeckert, gepöbelt, geschrien und gehasst. Auch Journalisten, Blogger und Youtuber stehen im Internet am Pranger und werden heftig beschimpft oder gar bedroht.

Auch bei MDR SACHSEN-ANHALT haben Kollegen täglich mit Kommentaren zu tun, die sie nicht freischalten können. Aber warum nur? Und: was lässt sich dagegen tun und welche Ideen aus Sachsen-Anhalt gibt es gegen Hate-Spech? In unserer letzten Podcastfolge für 2018 reden wir über Hate-Speech, sind manchmal sprachlos, schütteln den Kopf und erklären uns Ideen und Konzepte gegen Hate-Speech.

#Wen haben wir getroffen?

Journalist und Blogger Richard Gutjahr @gutjahr, der auf der re:publica in diesem Jahr seine krasse Geschichte erzählt hat.

• Youtuber Mirko Drotschmann. Als @MrWissen2Go hat er mehr als 90 Millionen Views auf seinem Kanal. Er sagt: "Beinahe täglich ist in den Kommentaren unter meinen Videos Hate-Speech zu finden."

• Der Wirtschafts-Informatiker Uwe Bretschneider hat vor kurzem seine Doktorarbeit an der Martin Luther Universität Halle abgeschlossen. Der Titel: "Detektion von Directed Hate Speech, Online Harassment und Cyberbullying in Online Communities". Darin beschreibt er einen Algorithmus, der Hate-Speech erkennen kann. Im Sommer hat er dafür sogar zwei Preise bekommen.

Anna-Marie Müller von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. Sie leitet ein Projekt, in dem Jugendliche auch den Umgang mit Hasskommentare lernen und dieses Wissen an andere weitergeben können.

• Und den ganz großen Bogen schlägt Prof. Dr. Martin Jehne von der TU Dresden. Er ist Althistoriker und sagt: "Schon die Alten Römer kannten das, was wir heute Hate-Speech nennen."

#Was hat uns überrascht?

Wie viel Quatsch doch tatsächlich in diesem Internet drin steht und verbreitet wird – das überrascht immer wieder. Genauso wie die sehr überschaubare Zahl der Anzeigen, die die so genannte Internet-Streife der Polizei in Sachsen-Anhalt bislang erstattet hat.

#Und sonst so?

Johanna hat wegen der vielen Hasskommentare, die sie so oft auf den Seiten von MDR Sachsen-Anhalt sieht, ein Projekt gestartet: #Journarrator.

Und wir haben eine kleine Empfehlung: "Lösch dich! So organisiert ist der Hate im Netz. Doku über Hater und Trolle", eine Produktion von funk, einem Angebot von ARD und ZDF.

Unser Promi in dieser Folge ist Sarah Wiener und als Marcel mit der Fernsehköchin darüber sprechen wollte, wofür sie ihr Smartphone benutzt, ist unsere Fragebogen-Rubrik sehr unterhaltsam eskaliert.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Marcel Roth Ich bin 1977 in Magdeburg geboren und zwölf Jahre lang in Cracau zur Schule gegangen. Das alles ohne Handy. Aber ab der elften Klasse mit einem Computer. Der war türkisgrün. Wirklich! Nach dem Abi habe ich in einem Behindertenwohnheim Zivildienst gemacht, in Bochum studiert, in England unterrichtet und an der Deutschen Journalistenschule in München Journalismus gelernt. Beim WDR in Köln habe ich Radio gemacht und bin seit 2008 Redakteur und Reporter beim Radio von MDR SACHSEN-ANHALT. Das Display meines ersten richtigen Smartphones hat nach drei Wochen Bekanntschaft mit dem Kopfsteinpflaster auf dem Werder in Magdeburg gemacht und sich dann verabschiedet.
Bei MDR SACHSEN-ANHALT berichte ich über Sprachassistenten und Virtual Reality, über Künstliche Intelligenz, Breitbandausbau, Fake News und IT-Angriffe. Über alles also, was wir mit neuen Technologien anstellen und was die Technologien mit uns anstellen. Weil das viel mehr ist, als ins Radio passt, rede ich mit meinem Super-Radiokollegen Stephan Schulz und mit Sachsen-Anhaltern einmal im Monat darüber, in "Digital leben – ein Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT".

#Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
Bildrechte: MDR/ARD/Apple

Quelle: MDR/ap

MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 17:07 Uhr

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32 Kommentare

30.12.2018 17:19 @13. Marcel Roth 32

"hat irgendwann genug beschimpft zu werden" - und sicher nicht nur irgendwann, sondern schon seit langem - das kann ich (30 Jahre älter als Sie) sehr gut verstehen - Aber: entweder tragen Sie die Senderpolitik der (weitgehend uneingeschränkten) Kommentierungsmöglichkeit mit oder befinden sich als Journalist in DIESEM Sendebereich am falschen Arbeitsplatz - wie lange dauert es eigentlich noch, bis der MDR begreift, dass das Feindbild "ÖR Medien" beim hiesigen "Patrioten"-Stammtisch bis auf weiteres fest zementiert ist und ausgestreckte Hände prinzipiell zurückgeschlagen werden?

30.12.2018 17:18 Aufpasser der Richtige 31

Ich glaube hier wurde mehr auf Reaktionen der Generation Handy dumm spekuliert als auf Kommentare der Leute die 2 verschiedene Gesellschaftsordnungen erlebt haben. Und darum glaube ich nichts überhaupt nichts, es sind nicht immer die passenden antworten gegeben worden, ganz im Gegenteil es wurde sich noch über juser lustig gemacht oder sie wurden gegeneinander ausgespielt . Und wenn Mal ein Antwort kam war arrogant oder von oben herab. Egal zu welchem Thema.
Guten Tag

30.12.2018 17:15 albi 30

Zu @ 23
Bitte nochmal in Ruhe , den Bericht und die dazugehörigen Kommentare lesen und dann nochmals versuchen, wenn sie dieses Thema verstanden haben, einen Kommentar schreiben.
Zu Kommentar 13
Hiermit stelle ich eine Anfrage, mal kommen zu dürfen. Vielleicht, erfahre ich ja auch, ob unser Mediator ein Pseudonym von euch ist.