Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen
Die Ausfälle beliefen sich insbesondere beim Anbau von Futter für Tiere auf rund 50 Prozent. Bildrechte: dpa

Erste Schätzung Gewaltige Schäden durch Dürre

Die Trockenheit macht den Bauern in Sachsen-Anhalt weiter zu schaffen. Jetzt hat das Agrarministerium die Schäden geschätzt und geht von etwa 237 Millionen Euro aus. Die schlimmsten Einbußen sind demnach beim Futterbau zu erwarten.

Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen
Die Ausfälle beliefen sich insbesondere beim Anbau von Futter für Tiere auf rund 50 Prozent. Bildrechte: dpa

Die Dürreschäden für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt werden auf etwa 237 Millionen Euro geschätzt. Diese Summe habe das Land an das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin gemeldet, wie eine Sprecherin von Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne) mitteilte. Besonders dramatisch sei die Lage im Bereich Futterbau inklusive Grünland. Hier sei mit Einbußen von rund 50 Prozent zu rechnen. Den Landwirtschaftsbetrieben mit Rinder-, Milchvieh sowie Schaf- und Ziegenhaltung sei zum Teil die Grundfutterversorgung weggebrochen. Im Ackerbau lägen die Einbußen im Durchschnitt bei 35 Prozent.

Ausgetrockneter und gerissener Boden
Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Dürre als Naturkatastrophe einstufen?

Am Montag wollen Vertreter von Bund und Ländern in Berlin zusammenkommen, um über die Auswirkungen der Dürre zu beraten. Sollten die Ausfälle bundesweit im Schnitt mehr als 30 Prozent betragen, kann die Dürre als Naturkatastrophe eingestuft werden. Das würde finanzielle Hilfen für die Landwirte ermöglichen. Sachsen-Anhalt erwartet in diesem Fall eine Beteiligung des Bundes an solchen Hilfsgeldern sowie ein koordiniertes Vorgehen aller Bundesländer.

Unabhängig von einer Unterstützung des Bundes will die Landesregierung Ende August über ein Hilfsprogramm entscheiden. Bis dahin sollen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums noch konkretere Zahlen zu den Schäden vorliegen. Die Daten würden mit jedem Tag genauer. Finanzminister André Schröder (CDU) hatte bereits angekündigt, bis zu 15 Millionen Euro für die Nothilfen einzuplanen.

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Quelle: dpa, MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. August 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 11:17 Uhr

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5 Kommentare

12.08.2018 16:37 Tom 5

@Olaf Edel:

Wenn auf einem ausgetrockneten Feld nichts wächst, spritzt auch ein Landwirt keine Herbizide mehr auf die Felder? Was will er damit auch erreichen, außer Geld sinnlos aus dem Fenster zu werfen?!?
Ein bisschen sollte man schon die Zusammenhänge kennen, bevor man Dinge ausspricht, die keinen Sinn ergeben;)

In aller Regel arbeiten Landwirte mit Grubbern, Scheibeneggen und Striegeln nach der Ernte, um Ausfallgetreide und Unkräuter in Keimstimmung zu bringen und um diese dann im zweiten Bearbeitungsdurchgang anschließend mechanisch zu vernichten. So lernt man das nach der sogenannten guten fachlichen Praxis. Jeder Kleingärtner mit Hacke und Spaten handhabt das nicht anders.

11.08.2018 23:52 Olaf Edel 4

Die Trockenheit ist eine Katastrophe für Mensch und Tier. Die Felder sind abgeerntet, die Teiche ,Flüsse, Bäche und Brunnen sind leer. Was macht der Landwirt ? Er spritzt Pestizide auf den ausgetrockneten Boden, da er es die letzten Jahre auch so gemacht hat. Guten Appetit.

11.08.2018 16:58 Tom 3

Landwirtschaft braucht in DEU keiner mehr. Lebensmittel wachsen im Supermarktregal.
Gibt es keine Dürrehilfen, wird ein Großteil der Lw-Betriebe dicht machen und die Arbeitnehmer können sich im Amt hinten anstellen, oder gleich in Rente gehen. Bei dem in der Branche vorherrschenden Altersdurchschnitt sollte das für viele möglich sein. Wer heute noch Landwirt lernt, ist selber Schuld. Undankbarer Beruf, harte Arbeit, niedrige Löhne, Null Wertschätzung in der Bevölkerung.
Naja die weltweiten Getreidebestände reichen etwa 4 Monate ohne neue Ernte ... spätestens dann leeren sich die Regale im Supermarkt.
Vielleicht wachen dann einige auf;)