Ein Eisbrecher schiebt sich in der Nähe des Magdeburger Wasserstraßenkreuzes durch viele Eisschollen.
Der "Seewolf" macht für Binnenschiffe den Weg frei. Bildrechte: MDR/ Matthias Strauss

Eisbrecher unterwegs Mit 400 PS durch das Eis

Sie sind in diesen Tagen ein beliebtes Fotomotiv: Viele dicke Eisschollen, die derzeit auf Elbe und Saale treiben. Die Schifffahrt stellt das Phänomen aber vor Probleme. Deswegen sind Eisbrecher unterwegs, um feststeckende Schiffe zu befreien.

Ein Eisbrecher schiebt sich in der Nähe des Magdeburger Wasserstraßenkreuzes durch viele Eisschollen.
Der "Seewolf" macht für Binnenschiffe den Weg frei. Bildrechte: MDR/ Matthias Strauss

Auf Elbe und Saale ist derzeit ein seltenes Winter-Phänomen zu sehen: 10 bis 15 Zentimeter dickes Eis treibt in großen Schollen auf den Flüssen. Für den Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts in Magdeburg, Tjark Hildebrandt, ein ungewohntes Bild. Das sei in den vergangenen Jahren nicht vorgekommen.

Eine durchgehend zugefrorene Elbe habe es zuletzt in den 1990er Jahren in Sachsen-Anhalt gegeben, so Hildebrandt. Damals sei die durchgehende Eisdecke von Geesthacht in Schleswig-Holstein aus angewachsen und habe bis nach Barby gereicht.

Stehendes Wasser gefriert schneller

So weit wird es in diesem Jahr wohl nicht kommen: Seit Beginn dieser Woche schickt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eisbrecher los – hauptsächlich an Häfen, Mündungsbereichen und Schleusen, vor allem am Magdeburger Wasserstraßenkreuz. Die Eisbrecher sind zum ersten Mal in dieser Wintersaison im Einsatz. Sie werden voraussichtlich bis Ende der Woche unterwegs sein, schätzt Hildebrandt.

Eines der Spezialschiffe ist der "Seewolf". Er hat am Freitagmorgen ein Schiff in der Nähe des Wasserstraßenkreuzes befreit – dort, wo der Mittellandkanal über die Elbe fließt. Aus Richtung Haldensleben schob sich der "Seewolf" mit 400 Pferdestärken in Richtung Magdeburg durch das Eis. Durch kräftige Schaukelbewegungen versetzte der "Seewolf" die Eisschicht am feststeckenden Binnenschiff in Bewegung. Mit Erfolg: Das Eis zerbrach krachend in hunderte kleinere Schollen, das Binnenschiff kann damit weiterziehen.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa, MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR um 2 | 02. März 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2018, 20:26 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

02.03.2018 14:49 Leser 1

Habe 14 Uhr die Sendung gesehen. Ist schon beeindruckend. Andererseits ist es ihre Aufgabe. Ist wie mit dem Winterdienst , der dieses Jahr sicher kaum im Einsatz war und somit Geld und Material gespart wurde.