Aktueller Stand und Ausblick Nach Krisentreffen: Enercon will weiterhin 3.000 Stellen abbauen

Wie geht es weiter bei Enercon? Bei einem Krisentreffen haben am Mittwoch Vertreter von Konzern und Politik über die geplanten Entlassungen beraten. Mit dabei war Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Willingmann. Vereinbart wurden weitere Gespräche.

Das Ergebnis des Krisentreffens

Der Windanlagenbauer Enercon hält weitherhin am angekündigten Abbau von bis zu 3.000 Stellen fest. Das ist das Ergebnis des Krisentreffens in Hannover, an dem auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann teilgenommen hat. Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig sagte: "Letztendlich müssen wir jetzt für uns ganz klar festhalten, dass an dem Schritt, den wir am Freitag angekündigt haben, kein Weg vorbeigeht."

Hilfen der Bundesregierung, die seitens der Politiker in Betracht gezogen werden, kämen nicht mehr rechtzeitig, so Kettwig. Auch sie könnten den Jobabbau nicht mehr verhindern, meint der Enercon-Chef: "Die Maßnahmen, die wohlwissend jetzt angepackt werden können und die kurz- und mittelfristiger Natur sind, kommen jetzt zu spät. Die Messe ist gelesen."

Hans-Dieter Kettwig, Enercon Geschäftsführer, Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, Bernd Althusmann, Wirtschaftsminister von Niedersachsen, sprechen nach dem Spitzentreffen zu Journalisten.
Die Beteiligten des Krisentreffens erklären den aktuellen Stand in Sachen Stellenabbau bei Enercon in einer Pressekonferenz. Bildrechte: dpa

So reagiert Sachsen-Anhalt darauf

Nach dem Krisentreffen sagte Wirtschaftsminister Willingmann: "Das ist auch für uns in der Region Magdeburg, einer traditionellen Industrieregion, ein ausgesprochen schwerer Schlag." Dabei kritisierte er die als endgültig bezeichnete Situation durch den Enercon-Chef: "Natürlich sind wir immer noch der Auffassung, dass man dann, wenn das Wort 'Alternativlos' im Raum steht, jedenfalls doch noch über Alternativen nachdenken soll." Auch für den Bereich "Rotorblatt-Fertigung" wolle der Politiker eine Lösung finden. Er habe Sorge, dass wenn die Fertigung erst einmal weg sei, sie auch zukünftig weg bleibe.

Andreas Steppuhn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, kommentierte auf Twitter: "Unternehmerische und soziale Verantwortung sieht anders aus. Enercon hat jahrelang gutes Geld verdient und lässt seine Beschäftigten im Regen stehen. Eine Riesensauerei." Magdeburg Oberbürgermeister Lutz Trümper hatte sich im Vorfeld des Krisentreffens zum Stellenabbau geäußert. Er bezeichnete ihn als "politische Katastrophe".

Sachsen-Anhalts CDU-Europa-Abgeordneter Schulze fordert derweil finanzielle Nothilfen durch die EU. Die Unterstützung aus dem Europäischen Fonds soll den entlassenen Arbeitskräften dabei helfen, eine neue Stelle zu finden.

So geht es weiter

Armin Willingmann erklärte, dass er sich mit seinen niedersächsischen Politiker-Kollegen noch einmal in Berlin positionieren wolle. Und das, um "dort auf Veränderungen zu drängen und insbesondere Verwaltungsverfahren und die Dinge rundherum zu beschleunigen."

Er wolle mit den Interessensvertretern in den kommenden Wochen weiter reden, "um diesen Prozess, der sich hier abzeichnet, abzupuffern." Ziel sei es laut des Wirtschaftsministers auch, dass die Klimaschutzziele erreicht und die Energiewirtschaft gleichzeitig im Land erhalten werde. Fest steht, dass es nach dem Krisentreffen in Hannover, in der kommenden Woche einen Anschlusstermin in Magdeburg gibt. Laut des Wirtschaftsministeriums Sachsen-Anhalt soll es am Montag stattfinden.

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. November 2019 | 11:00 Uhr

3 Kommentare

steffen4 vor 38 Wochen

Wer als Politiker die Windkraft abwürgt ,sollte auch Wissen das sich dann mangels Verkauf die Herstellung erledigt hat .
Vielleicht kann ja einer der "Berater" in den Ministerien den Politprofis das mal mit ganz einfacher Sprache erklären.

IM Larve vor 38 Wochen

Wird jetzt der Strom billiger, bei der Einsparungen?

Gerald vor 38 Wochen

Komisch!
Wenn eine drei-Mann-Firma K.o. geht, sehe ich nie einen Politiker, der die Firma helfen will! Da kommt nicht mal der Bürgermeister!

Mehr aus Sachsen-Anhalt