Höchste Warnstufe in Stendal Trockenheit lässt Waldbrandgefahr steigen

In Sachsen-Anhalt ist die Waldbrandgefahr wegen anhaltender Trockenheit erhöht. Im Landkreis Stendal wurde bereits die höchste Gefahrenstufe erreicht. Auch in den kommenden Tagen wird sich die Lage nur wenig entspannen: Es soll nur vereinzelt regnen. Außerdem erhöht heftiger Wind die Gefahr.

Ein Schild weist die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus.
Wegen der Trockenheit herrscht in Sachsen-Anhalt erhöhte Waldbrandgefahr. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Durch die anhaltende Trockenheit steigt in Sachsen-Anhalt die Waldbrandgefahr. Wie das Landeszentrum Wald MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag mitteilte, ist im Landkreis Stendal die höchste Warnstufe 5 erreicht worden. Im Jerichower Land soll am Mittwoch ebenfalls Warnstufe 5 in Kraft treten. Bei der Gefahrenstufe 5 darf der Wald nicht mehr abseits der Wege betreten werden.

In den übrigen Regionen des Landes gelten die Gefahrenstufen 3 und 4. Ab Stufe 3 ist die Waldbrandgefahr bereits erhöht. Wegen der Waldbrandgefahr waren am vergangenen Wochenende zahlreiche Osterfeuer im Land abgesagt worden.

Überwachungskameras gegen Waldbrände

Jörg Borchardt vom Landeszentrum Wald rechnet damit, dass die Waldbrandgefahr noch weiter steigen wird. Ein trockener, heftiger Ostwind erhöhe die Gefahr beträchtlich, sagte Borchardt am Dienstag. Nur Regen könne das Risiko wieder senken.

Größere Feuer habe es in Sachsen-Anhalts Wäldern in diesem Jahr noch nicht gegeben. Borchardt zufolge sind insgesamt 15 Waldbrand-Überwachungskameras in besonders gefährdeten Gebieten installiert. In Klötze, Genthin und Annaburg sitzen demnach Mitarbeiter und beobachten die Aufnahmen. Ab diesem Jahr solle die Technik erneuert werden, sodass Brände noch schneller erkannt werden könnten, so Borchardt.

Wettervorhersage: nur wenig Regen

Seit Jahresbeginn hat es zu wenig geregnet. Für die Landwirtschaft sei die Situation daher ernst, sagte Kerstin Ramminger vom Kreisbauernverband Stendal MDR SACHSEN-ANHALT bereits in der vergangenen Woche.

Dem MDR-Wetterstudio zufolge kann es in den kommenden Tagen vereinzelt regnen. Allerdings würden die Mengen so gering sein, dass sich die Lage nur wenig entspannen werde.

Das bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen

Trockenheit im Wald
Waldbrandgefahrenstufe 1
Der Wald kann ohne Einschränkungen betreten werden und die Waldbrandwarnung ist aufgehoben. 
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Trockenheit im Wald
Waldbrandgefahrenstufe 1
Der Wald kann ohne Einschränkungen betreten werden und die Waldbrandwarnung ist aufgehoben. 
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Trockenheit
Waldbrandgefahrenstufe 2
Es gibt keine grundsätzliche Einschränkung beim Betreten des Waldes. Um Zündquellen zu vermeiden, ist erhöhte Vorsicht geboten. Fahrzeuge dürfen weiter auf Waldparkplätzen abgestellt werden. Wege mit trockener Bodenvegetation nur im unbedingten Notfall befahren.
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Eine Waldbrand-App auf einem Smartphone
Waldbrandgefahrenstufe 3
Es besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr. Die zuständige Behörde darf den Wald sperren. Das Betreten des Waldes ist weiterhin erlaubt, aber bei der Nutzung von Waldparkplätzen ist erhöhte Vorsicht geboten (Stichwort: heiße Auspuffanlagen). Öffentliche Feuerstellen oder Grillplätze im und am Wald dürfen nicht mehr genutzt werden.
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von der Trockenheit bedrohte Pflanzen auf dem Waldboden
Waldbrandgefahrenstufe 4
In Waldgebieten sollten öffentliche Straßen und Wege, sowie Waldwege aller Art nicht verlassen werden. Die Forstbehörde kann ausgewiesene Parkplätze, sowie touristische Einrichtungen im Wald sperren. Die zuständigen Behörden treffen gegebenenfalls zusätzliche Brandschutzmaßnahmen.
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Feuerwehrschlauch auf Waldboden
Waldbrandgefahrenstufe 5
Die Forstbehörde und der Waldeigentümer dürfen den Wald sperren. Der Wald sollte weder betreten noch befahren werden. Ausnahmen gelten nur zu Kontrolltätigkeiten durch die Forstbehörde, sowie für Kräfte des Brandschutzes, Rettungsdienstes oder Katastrophenschutzes.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30.06.2018 | 07:00 Uhr

Quelle: MDR/mh
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Eine Waldbrand-App auf einem Smartphone
Waldbrandgefahrenstufe 3
Es besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr. Die zuständige Behörde darf den Wald sperren. Das Betreten des Waldes ist weiterhin erlaubt, aber bei der Nutzung von Waldparkplätzen ist erhöhte Vorsicht geboten (Stichwort: heiße Auspuffanlagen). Öffentliche Feuerstellen oder Grillplätze im und am Wald dürfen nicht mehr genutzt werden.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Feuerwehr Dessau: 2018 mehrere Hektar Feld und Wald abgebrannt

Der lange und trockene Sommer 2018 hatte ebenfalls für erhöhte Waldbrandgefahr gesorgt. Die Berufsfeuerwehr von Dessau-Roßlau ist im vergangenen Jahr zu 277 Bränden ausgerückt. Wie Abteilungsleiter Martin Müller MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag mitteilte, waren das doppelt so viele Feuer wie im Jahr 2017. Es habe 24 Großbrände gegeben, zu denen auch Wald- und Vegetationsbrände gehörten. Insgesamt seien im vergangenen Jahr mehrere Hektar Feld und Wald abgebrannt.

Die Feuerwehr Dessau hat aufgrund dieser Erfahrungen ihre Alarm- und Ausrückordnung für Vegetationsbrände angepasst, neue Pumpen und Schläuche gekauft sowie Einsatzschulungen durchgeführt.

Quelle: MDR/mh,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. April 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 20:01 Uhr

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1 Kommentar

23.04.2019 16:44 Medikator 1

Die grosse Trockenheit begann ja schon letztes Jahr.

Hat die Bundes oder Landesregierung eigentlich ein tragfähiges Konzept wie man damit zukünftig umzugehen gedenkt?

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