Probleme auch wegen vieler Feldmäuse Besser, aber nicht gut: Erträge bei der Ernte geringer als erhofft

Die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt muss in diesem Jahr einige Einbußen hinnehmen. Laut Bauernverband ist die Lage zwar besser als in den vergangenen beiden Dürre-Jahren – aber immer noch nicht gut. Probleme bereiten in einigen Regionen des Landes auch Feldmäuse.

Ein Mähdrescher auf einem Feld bei der Ernte
Die Ernte läuft in vollen Zügen. Leider ist das Resultat, laut Bauernverband, nicht zufriedenstellend. (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Erträge bei der Ernte in Sachsen-Anhalt fallen nach Angaben des Bauernverbandes geringer aus als erhofft. Verbandschef Olaf Feuerborn erklärt, dass die Ernte zwar besser sei als in den vergangenen beiden Jahren. Sie liege aber immer noch unter dem Durchschnitt. "Wir brauchen dringend Regen, um die Erträge bei Zuckerrüben und Mais zu sichern", sagt Feuerborn. Im Unterboden seien nach wie vor keine Wasservorräte, von denen die Pflanzen zehren könnten.

Nach Verbandsangaben ist die Ernte der Wintergerste abgeschlossen – sie sei aber auch vorzeitig gereift. In einigen Beständen habe es große Schäden aufgrund der Spätfröste Anfang Mai gegeben. Im Vergleich zu den Vorjahren sei im Land deutlich mehr Raps angebaut worden. Dieser sei jetzt fast überall reif und die Ernte gehe sehr zügig voran. Die Erträge seien sehr unterschiedlich und reichten von "extrem niedrig" bis "ganz zufriedenstellend", heißt es vom Bauernverband.

Mähdrescher erntet Feld in Serbien ab.
Aktuell läuft die Ernte im ganzen Land. Der Regen kommt aber wohl etwas zu spät. Bildrechte: IMAGO

Der Verband meint zudem, dass die Niederschläge für Wintergerste und Winterraps im Juni zu spät gekommen sind, um zu einem guten Ertrag beizutragen. Viele Betriebe hofften nun auf bessere Erträge beim Winterweizen. Dieser habe das Wasser teilweise noch aufnehmen können.

Feldmausplage kommt hinzu

Eine Feldmaus.
Feldmäuse sind auf Feldern für Bauern ein wahrer Feind. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Und auch ein tierisches Problem haben die Landwirtinnen und Landwirte: Wie der Bauernverband mitteilt, haben sich in vielen Regionen des Landes Feldmäuse massiv vermehrt. "Hoch problematisch sieht die Lage besonders im Süden Sachsen-Anhalts aus, wo streckenweise über 50 Prozent der Bestände durch die Schadnager vernichtet wurden", heißt es vom Verband.

Einige Ackerfutterflächen mit Luzerne seien wegen der Schäden komplett umgebrochen worden.

Auch das Futter wird knapp

Angespannt bleibe zudem auch die Futtersituation. Laut Bauernverband sind bisher nur 50 Prozent der normalen Futtermenge geerntet worden. Entscheidend seien jetzt die weiteren Niederschläge und die Entwicklung der Maisbestände. Eine komfortable Futtersituation für den kommenden Winter sei aber nicht zu erwarten.

Quelle: MDR, dpa/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Juli 2020 | 13:00 Uhr

6 Kommentare

part vor 7 Tagen

Da wo Nager gefüttert werden vermehren sie sich schlagartig. Die Beutegreifer: Greifvögel, Storch, Kranich, Fuchs, Igel, Katzen und Co. können sich zumeist nur kurz einer abgemähten Fläche erfreuen, denn gleich nach dem Mähdrescher kommt die Ballenpresse und nachfolgend der Grubber nebst Drillmaschine. Die Industialisierung unserer Lebensräume macht den Beutehgreifern zusätzlich zu schaffen, besonders wenn Mäuse noch vergiftet werden und ihreseits als halbtote Giftköder herum laufen.

ElBuffo vor 7 Tagen

Das wäre ja wohl auch das erste Jahr, in dem nicht rumgebärmelt worden wäre. Ist eben auch ein bißchen wetterabhängig dieses Geschäft. Wenn weniger geerntet wird, ist eben der Preis höher und wenn nicht genug Futter da ist, werden ein paar Tiere weniger gehalten. Da will man doch sowieso hin.

MDR-Team vor 6 Tagen

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