Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt Diese Berufe brauchen dringend Nachwuchs

Johanna Honsberg
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Altenpflege, Bäcker oder Sanitär- und Heizungstechniker: Deutschland fehlt es an Fachkräften. Das ist in Sachsen-Anhalt nicht anders. MDR SACHSEN-ANHALT zeigt den Alltag in drei Berufen mit Nachwuchssorgen.

Jobcenter vom Arbeitsamt der Landeshauptstadt in Magdeburg
Berufe ohne Nachwuchs: Der Bedarf in der Altenpflege ist in Sachsen-Anhalt besonders hoch. Bildrechte: IMAGO

Die Jobcenter und Arbeitsagenturen haben im Dezember knapp 18.000 freie Stellen in Sachsen-Anhalt gemeldet. Davon kommt fast jede dritte freie Stelle aus Magdeburg. Hierbei sind es vor allem Ausbildungsberufe, die besetzt werden müssen. Den größten Mangel gibt es im Land in der Altenpflege, Mechatronik und Automatisierung sowie Energietechnik. Direkt darauf folgen die Klempnerei, Sanitär- und Heizungstechnik sowie die Physiotherapie.

Dabei sieht es in der Altenpflege ganz besonders schlecht aus. Von 200 freien Stellen in Magdeburg im Dezember konnte keine einzige besetzt werden.

Warum ist das so?

Im Arbeitsmarktbericht von 2020 fällt auf: Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken. Und auch der Pressesprecher der Agentur für Arbeit, Georg Haberland, betont: "Auch wenn die Nachfrage an Arbeitskräften weiter hoch ist, sieht man, dass in den letzten Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kontinuierlich gestiegen ist."

KFZ-Mechaniker in Werkstadt mit Kundin.
Der Beruf Kfz-Mechatroniker ist stärker im Trend als der Altenpfleger. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Westend61

Ein stärker werdender Fachkräftemangel, aber mehr Beschäftigte auf dem Arbeitsmarkt: Auf den ersten Blick passt das nicht ganz zusammen. Dabei gibt es laut Haberland mehrere Gründe für diese Entwicklung. Zum einen sei da das Problem mit dem Alter: Im Bezirk Magdeburg ist jeder vierte Beschäftigte über 50 Jahre alt. Und die jüngeren, die die Stellen füllen sollen, sehen sich immer öfter nach Studienplätzen um, statt nach Ausbildungsstellen. Dazu komme: "Die Jugendlichen sind in ihren Berufswünschen sehr an klassischen Berufen orientiert, die eventuell auch schon die Eltern ausüben." Das seien zum Beispiel der Kfz-Mechatroniker oder der Einzelhandelskaufmann/die Einzelhandelskauffrau.

Manche Berufen seien also im Trend, andere allerdings nicht – zum Beispiel Altenpfleger oder Sanitär- und Heizungstechniker.

Was tut der Arbeitsmarkt gerade dagegen?

Gegen diese Entwicklung bemühen sich die Berufsschulen und Unternehmen auf Hochtouren – mit mäßigem Erfolg. Schon ab der siebten Klasse wird in den Schulen eine Berufsberatung angeboten. Dazu gibt es Messen und Veranstaltungen. Innerhalb der Betriebe wollen die Arbeitgeber Weiterbildungen ermöglichen. Damit sollen ältere Beschäftigte umgeschult werden, um auch andere Aufgaben zu übernehmen.

Das funktioniert, sagt Georg Haberland. Allerdings sind eben auch die Anforderungen an die Arbeitskräfte gestiegen. In vielen Bereichen müssen nun mehr Menschen beschäftigt werden – vor allem in den "unbeliebteren" Berufen sei das ein Problem.

Wie läuft der Arbeitsalltag eigentlich in praktischen Berufen ab?

In der Themenreihe "Berufe ohne Nachwuchs" werden drei Berufe mit Fachkräftemangel vorgestellt: die Altenpflege, der Heizungs- und Sanitärtechnik und die Bäckerei. Zu den Eindrücken geht es hier:

Johanna Honsberg
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über die Autorin Johanna Honsberg ist seit Anfang 2020 als Praktikantin bei MDR SACHSEN-ANHALT tätig – meist im Hörfunk, manchmal aber auch für das Fernsehprogramm.

Die gebürtige Göttingerin studiert eigentlich in Leipzig Kommunikations- und Medienwissenschaft. Nebenbei wirkt sie beim studentischen Radio mephisto97.6 mit. Ihre Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind der Harz und ganz besonders die kleine Stadt Quedlinburg.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. März 2020 | 14:40 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 51 Wochen

Lieber FFF oder Studium von PolitikWISSENSCHAFT.

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