Eine leere Anzeigetafel an einem Bahnsteig
Vor allem der Süden Sachsen-Anhalt profitiert. Bildrechte: MDR/André Plaul

Seit 10. Dezember Das bringt der neue Bahn-Fahrplan

Im Oktober hat die Bahn ihren Fahrplan für 2018 veröffentlicht, seit Sonntag gilt er. Durch Fertigstellung der Neubaustrecke Halle-Nürnberg ergeben sich aus und in Richtung Süden mehr und deutlich schnellere Reiseverbindungen. Zudem verschiebt sich der Nachtreiseverkehr innerhalb Sachsen-Anhalts. Im Nahverkehr ändern sich nur Details. So wird es zur Landesgartenschau etwa einen Halbstundentakt zwischen Burg und Magdeburg geben.

Eine leere Anzeigetafel an einem Bahnsteig
Vor allem der Süden Sachsen-Anhalt profitiert. Bildrechte: MDR/André Plaul

Von Halle nach München in nicht mal drei Stunden

Halle profitiert ab Fahrplanwechsel von der fertiggestellten Neubaustrecke nach Bayern. So gibt es wieder Direktverbindungen mit dem ICE nach München. Statt zuletzt 4 Stunden und 40 Minuten im Jahr 2015 benötigen die Züge nun nur noch mindestens 2 Stunden und 42 Minuten. Zwischen Halle und München fahren ab dem 10. Dezember je Richtung täglich bis zu neun Züge. Auch die Anbindung der Saalestadt nach Berlin verbessert sich. Nach zuletzt sieben ICE pro Tag in die Bundeshauptstadt werden es laut neuem Fahrplan bis zu 16 sein. Trotz Wegfall der Nachtzug-Anbindung bleibt es für Halle bei täglich sechs direkten ICE-Verbindungen nach Frankfurt am Main.

Grafik mit der Bahnstrecke Berlin – München mit der Zeitersparnissen der Strecken Halle – Erfurt und Halle – München
Die ICE-Züge zwischen Halle und München machen ab Dezember Tempo. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Nahverkehr wird das Angebot auf den S-Bahn-Linien Halle-Dessau und Halle-Leipzig ausgeweitet. Wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH MDR SACHSEN-ANHALT erklärte, ließ sich dies wegen der Bauarbeiten im Knoten Halle bislang nicht umsetzen. Außerdem erhalte der HEX aus Halberstadt in Halle bahnsteiggleichen Anschluss zur S5X von und nach Leipzig. Die Umsteigezeit ist mit vier Minuten kalkuliert.

Naumburg verliert zahlreiche Fernverkehrszüge

Durch Inbetriebnahme der Trasse Berlin-Erfurt-Nürnberg verliert Naumburg nahezu alle ICE-Anschlüsse. Lediglich montags fährt noch ein ICE die Strecke München-Berlin über Naumburg, mit Halt um 6:05 Uhr in der Saalestadt. Werktags bleibt je ein ICE auf der Strecke Hamburg-Jena übrig, der auch Naumburg anfährt. Die IC2060 und IC2063 "Saaletal" nach sowie von Nürnberg und Karlsruhe halten ebenfalls Montag bis Donnerstag sowie Sonntag beziehungsweise Sonnabend in der Saalestadt. Ansonsten ist Naumburg täglich mit bis zu 6 IC-Zügen auf der Strecke Leipzig-Erfurt angebunden. Diese halten zusätzlich in Weißenfels. Dafür hält Montag bis Freitag am Morgen kein ICE nach Berlin mehr in Weißenfels.

Anhalt und Wittenberg behalten Direktverbindungen

Ein IC-Zug braust durch Bitterfeld
In Bitterfeld werden 2018 weniger Fernzüge halten. Bildrechte: MDR/André Plaul

Die Region Anhalt muss beim Fernverkehr leichte Einbußen hinnehmen. Hielt in Bitterfeld bis zuletzt etwa jeder zweite ICE zwischen Berlin und München, werktags neun Züge nach Bayern sowie 11 Züge in die Hauptstadt, sind es mit Fahrplanwechsel nur noch sieben ICEs nach Berlin sowie sieben ICEs nach München unter der Woche. Der tägliche Direkt-ICE ins Ostseebad Binz entfällt ab Fahrplanwechsel.

Nahezu unverändert bleibt die Anbindung der Lutherstadt Wittenberg mit stündlichen Direktzügen nach München, wobei jeder zweite Zug die Schnellfahrtstrecke über Eisenach und Fulda umfährt. Werktags bleibt es auch bei der stündlichen Direktverbindung per ICE nach Berlin sowie Leipzig. Für Dessau ändert sich das Fernverkehrsangebot 2018 nicht. Es bleibt für die Bauhausstadt bei insgesamt fünf IC-Halten pro Woche. Unter anderem bleibt Dessau Teil der drittlängsten IC-Verbindung der Deutschen Bahn, zwischen Leipzig nach Oberstdorf.

Mehr Nachtverkehr für Magdeburg

Die Landeshauptstadt profitiert nachts von zusätzlichen Verbindungen. Grund ist eine Änderung im Nachtzug-Netz der Österreichischen Bundesbahn ÖBB. Ihre Nightjet-Züge 470/471 von und nach Zürich fahren ab Fahrplanwechsel nicht mehr über Halle und Naumburg, sondern über Magdeburg und enden statt in Hamburg in Berlin.

Der tägliche IC nach Berlin ab 4:04 Uhr wird ab Dezember von einem ICE abgelöst. Gleiches gilt für den bisherigen Nacht-IC nach Köln, der Magdeburg um 1:30 Uhr verlässt. Beide ICE-Züge halten auch in Potsdam und in Berlin Zoologischer Garten. Damit gibt es nach zwölf Jahren wieder einen Schnellzug zwischen Magdeburg und dem einst wichtigsten Bahn-Umsteigeknoten im Berliner Westen. Zeitvorteile bringt die geänderte Verbindung jedoch nicht.

In einem IC-Wagen spiegelt sich das Bahnhofsschild 'Ostseebad Binz'
Statt mit IC geht es künftig mit ICE an die Ostsee. Bildrechte: MDR/André Plaul

Der ICE781 nach München fährt weiterhin nur montags ab 4:06 Uhr. Auch die Sonnabendmorgen-Verbindung von Magdeburg über Berlin und Rostock nach Binz bleibt erhalten. Von Juni bis September lösen allerdings ICE-Züge mit Bordrestaurant die bisherige IC-Verbindung ab, die zum Teil 40 Jahre alte Wagen mitgeführt hat. Trotz früherer Abfahrt ab Magdeburg (3:57 Uhr) kommt der ICE weiterhin erst 10:40 Uhr an, was unter anderem am 49-minütigen Aufenthalt in Berlin liegt. Der Gegenzug nach Köln hat in Berlin 39 Minuten Aufenthalt und erreicht Magdeburg am Sonntagmorgen um 1:28 Uhr.

Mehr Regionalzüge zur Landesgartenschau in Burg

Beim Nahverkehr im Raum Magdeburg gibt es ab 10. Dezember nur leichte Änderungen. So wurden nach Hinweisen von Fahrgästen die Fahrzeiten der RB42 Magdeburg-Dessau und des RE13 Leipzig-Magdeburg so verschoben, dass zwischen Gommern und Burg bessere Anschlüsse bestehen. Die Fahrzeit verringert sich dabei um 23 Minuten.

Ein durchgeblättertes Fahrplanheft
Die Landesgartenschau Burg bekommt eine besondere Bahn-Anbindung. Bildrechte: MDR/André Plaul

Anlässlich der Landesgartenschau in Burg wird die Kreisstadt vom 21. April bis zum 7. Oktober 2018 verstärkt angefahren. Zwei zusätzliche Züge pro Tag und Richtung stellen einen Stundentakt auf der Verbindung Burg-Magdeburg-Braunschweig (RB40) her. Dieser gilt während der Landesgartenschau auch am Wochenende. Hinzu kommt, zeitlich versetzt, der Stundentakt der RE1-Linie Berlin-Burg-Magdeburg.

Ab Anfang März 2018 sind im Knoten Magdeburg jedoch Fahrplanänderungen möglich. Grund sind weitere Bauarbeiten im Hauptbahnhof der Landeshauptstadt. Nachdem die Gleise 6 bis 8 erneuert und barrierefrei ausgebaut wurden, folgen bis Mai 2019 die Gleise 1 bis 5.

Von Stendal auf die Insel

Für den wichtigsten Fernbahnhof der Altmark, Stendal, ändern sich nur wenige Details im neuen Fahrplan. Einige Abfahrtszeiten verschieben sich um wenige Minuten. Es bleibt bei sieben ICE-Halten sowie 14 IC-Halten unter der Woche. Die ersten ICE-Züge des Tages nach Hannover beziehungsweise Berlin fahren Montag bis Freitag um 5:14 Uhr beziehungsweise 6:46 Uhr.

Eine elektronische Anzeigetafel im Bahnhof Stendal mit dem Ziel Amsterdam
Stendal bleibt ein wichtiger Fernbahn-Knoten im Norden Sachsen-Anhalts. Bildrechte: MDR/André Plaul

Zusätzlich erhält die Hansestadt nach einem Jahr Pause wieder Anschluss an die Ostseeinsel Rügen: Freitags von April bis Juli 2018, danach nur vereinzelt, fährt der IC2426 nach Stralsund weiter ins Ostseebad Binz. Im Regionalverkehr gibt es keine wesentlichen Änderungen bei den Fahrzeiten und Anschlüssen. Auf der Strecke Stendal-Schönhausen-Rathenow (RB34) beginnt mit Fahrplanwechsel das dritte und letzte Jahr des privaten Bahnbetreibers ODEG. Ab Dezember 2018 übernimmt nach gewonnener Ausschreibung die Hanseatischen Eisenbahn GmbH die Strecke. Der Vertrag gilt bis Ende 2022. Am Zweistundentakt soll sich nichts ändern.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. Oktober 2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2017, 08:47 Uhr

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4 Kommentare

18.10.2017 15:42 Bernd 4

@Dämon, eventuell weil der Ministerpräsident mit dem Dienstwagen kommt? Aber schon richtig immer mehr Regionen werden vom Fernverkehr abgekoppelt und kein Aufschrei von einer Partei die vorgibt für den Umweltschutz zu sein.

17.10.2017 22:59 Der Junge aus Magdeburg 3

Was können die Landespolitiker dafür, dass Magdeburg nicht an das Hochgewchwindigkeitsnetz angebunden ist? Auf allen Strecken von und nach Magdeburg darf nur höchstens mit 160 km/h gefahren werden. Die ICE-Trasse Hannover - Berlin wurde schon zu DDR-Zeiten geplant. Die DDR wollte damals nicht, dass die Strecke über Magdeburg, sondern über Stndal führt, weil man möglichst wenig Kontakte herstellen wollte.

17.10.2017 21:12 Dämon 2

Wieso ist Magdeburg noch Landeshauptstadt, wenn die schnellen Zugverbindungen an dieser Stadt vorbeifahren? Und günstige Verbindungen am Tage gibt es garnicht. Ein Armutszeugnis für diese Landespolitiker. Aber wer erwartet schon positive Signale oder Handlungen von diesen Leuten?