Fahrplanumstellung Neue Ziele, neue Preise – aber alte Probleme

Der Fahrplanwechsel am Sonntag sollte eigentlich Entspannung in den Zugverkehr Sachsen-Anhalts bringen. Wegen Verzögerungen auf der Großbaustelle Köthen bleiben aber Zugumleitungen und –ausfälle an der Tagesordnung. Darüber hinaus gibt es viele kleine Änderungen im Regionalverkehr sowie neue Ziele im Fernverkehr. Auf Preiserhöhungen will die Bahn zwar verzichten. Regionale Angebote werden dennoch teilweise teurer.

S1 Regionalbahn Richtung Stendal
Der Fahrplanwechsel bringt nicht alle erhofften Verbesserungen mit sich. Bildrechte: MDR/André Plaul

Halle-Magdeburg bleibt Problemverbindung

Bahnreisende zwischen Magdeburg und Halle müssen auch nach der Fahrplanumstellung am Sonntag mit Einschränkungen leben. Da die Großbaustelle Köthen nicht wie geplant fertig geworden ist, kommen sogar weitere Behinderungen hinzu. Wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, bleibt die Strecke bis voraussichtlich Ende März unterbrochen. Der Fernverkehr zwischen Magdeburg und Leipzig wird weiter umgeleitet und hält weiterhin nur alle zwei Stunden auch in Halle. Die schnellen Regionalexpress-Züge auf der Verbindung Magdeburg-Dessau-Halle werden hingegen eingestellt – bis auf eine Bahn pro Tag. Reisende müssen somit in Bitterfeld umsteigen oder auf andere Verbindungen ausweichen.

Besser nach Burg und Leipzig, Konkurrenz im Fernverkehr

Ein FlixTrain hält im Hauptbahnhof Hannover
Alte Wagen auf neuer Strecke: Flixtrain fährt nun auch Halle und Wittenberg an. Bildrechte: dpa

Entspannung gibt es hingegen auf der Strecke Magdeburg-Burg. Nach einem halben Jahr Pause wird hier die Regionalbahn-Verbindung wieder eingesetzt, sodass zwischen der Kreis- und der Landeshauptstadt von Montag bis Freitag wieder ein Halbstundentakt besteht. Verbesserungen gibt es auch auf der Strecke Magdeburg-Leipzig. Mit Fahrplanwechsel gibt es hier schnelle stündliche Direktverbindungen im Regionalverkehr – bisher gab es das Angebot nur zweistündlich.

Im Fernverkehr gibt es mit dem neuen Fahrplan auch neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn: Das private Bahnunternehmen Flixtrain lässt seine grün gestrichenen Züge auf der Verbindung Berlin-Stuttgart nun über die Lutherstadt Wittenberg sowie Halle fahren. Für beide Städte ergeben sich damit auch fast täglich zwei Verbindungen von oder nach Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt, Eisenach, Gotha und Erfurt.

Sparpreise günstiger, Sonderangebote teurer

Die Deutsche Bahn verzichtet in diesem Jahr auf eine Erhöhung der Fahrpreise. Im Gegenteil: Unabhängig davon, dass die vom Bund beabsichtigte Steuersenkung auf Fernverkehrs-Tickets weiter auf sich warten lässt, bietet die Bahn ab Januar Sparpreis-Tickets für 17,90 Euro statt bisher 19,90 Euro an. Mit Bahncard gibt es weiteren Rabatt.

Unabhängig vom Bahn-Tarif gelten im Nahverkehr noch einige Sonderangebote auf Landesebene. Wie die NASA auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, gelten hier zum Teil neue, höhere Preise: Das Hopper-Ticket für Fahrten bis zu 50 Kilometer kostet 20 Cent mehr, bei Hin- und Rückfahrt sogar 40 Cent mehr. Das Sachsen-Anhalt-Ticket, das übrigens auch in ganz Sachsen und Thüringen gilt, kostet weiterhin 25 Euro, alle weiteren Mitfahrer müssen jedoch 8 statt 7 Euro bezahlen. Die Kosten für das Regio-120-Ticket bleiben mit 17 Euro konstant. Für Reisen über 120 Kilometer werden 22,50 Euro statt 22 Euro fällig.

Alle Änderungen im Detail

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. Dezember 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2019, 19:53 Uhr

4 Kommentare

Wenzel vor 4 Wochen

Zwischen Magdeburg und Halle gibt es mit dem Fahrplanwechsel nur noch eine Direktverbindung mit dem IC über Bitterfeld alle 2 Stunden. Dabei ist eine Fahrt mit dem IC (22,50€, Sparpreis 19,90€, 1:19) jetzt auch noch deutlich billiger als eine mit dem RE (27,80€, 1:54). Da tut Bahnfahren richtig weh. 🤦🏻‍♂️
Eine direkte Fahrt mit dem Flixbus kostet an manchen Tagen nur 4,99€.
Dann eben so!

August vor 5 Wochen

Der Nahverkehr ist in Regionale Verkehrsverbünde gespalten mit unterschiedlichen Beförderungstarifen und Satzungen. Das jewalige Bundesland stellt die Fahrpläne nach Bedarf und Finanziellen Mitteln. Die DB oder Private Anbieter stellen die Züge und bei steigenden Kosten wird der Fahrgast zu Kasse gebeten. Die nähste Preiserhöhung kommt bestimmt nur die Abstände werden immer kürzer. Die Bahn ist oft unverschuldet der Prügelknabe wenn im Nahbereich die Preise steigen weil alles unter ihren Namen Läuft.

Immen weiter verdrehen bis es passt vor 5 Wochen

Maximal 3 Jahre, dann sind die Preis nach der Mehrwertsteuersenkung genauso wie heute.
dann heißt es Strom und Personalkosten sind gestiegen.
Alles nur Show um die Bürger weiter abzuzocken, mehr nicht.

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