Ein Fahrrad liegt auf der Straße. Rettungsfahrzeuge stehen am Einsatzeinort.
Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen-Anhalt fast 3.000 Unfälle mit Fahrradfahrern. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Karte Die gefährlichsten Punkte für Radfahrer

Unfälle mit Fahrrädern sind und bleiben ein Problem. Viele Menschen trauen sich auch aus Sorge um die eigene Sicherheit nicht aufs Rad. Wo es für Radfahrer am gefährlichsten ist, will MDR SACHSEN-ANHALT zeigen. Dabei können auch Sie mitwirken.

von Patrick Eicke, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Fahrrad liegt auf der Straße. Rettungsfahrzeuge stehen am Einsatzeinort.
Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen-Anhalt fast 3.000 Unfälle mit Fahrradfahrern. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Wenn es zu Unfällen auf dem Fahrrad kommt, hat das für die Radler meist gravierende Folgen. Denn bis auf einen Fahrradhelm hat man nicht viel Schutz und steht bei einer Kollision mit einem Auto immer als Verlierer da.

15 Tote Radfahrer jährlich

Die traurige Bilanz: In jüngerer Vergangenheit sind nach Auskunft der Landesregierung jedes Jahr etwa 15 Radfahrer bei Unfällen getötet worden, im vergangenen Jahr sogar 19. Auch dieses Jahr gibt es wieder entsprechende Meldungen, zuletzt war eine Radfahrerin in Halle bei einem Unfall mit einem Lkw ums Leben gekommen.

An vielen Orten in Sachsen-Anhalt gibt es Punkte, an denen es besonders häufig zu Unfällen mit Radfahrern kommt. Zuletzt hatte die Landesregierung auf eine Große Anfrage der Grünen vor fünf Jahren mitgeteilt, wo die Unfallschwerpunkte in der Vergangenheit gelegen haben.

Melden Sie uns gefährliche Orte

Deshalb will MDR SACHSEN-ANHALT diese Daten aktualisieren. In der Karte finden Sie die Unfallschwerpunkte nach Auskunft der Landesregierung sowie des ADFC Sachsen-Anhalt. Mit Ihrer Hilfe wollen wir weitere Punkte hinzufügen. Melden Sie uns, wo und warum es besonders gefährlich ist und wir ergänzen es in der Karte.

Rote Punkte zeigen die Unfallschwerpunkte nach Auskunft der Landesregierung.
Grüne Punkte stammen aus Informationen des ADFC.
Lila Punkte zeigen Orte, die Sie uns gemeldet haben.

Wie bin ich am sichersten?

Der ADFC sieht verschiedene Möglichkeiten, die Sicherheit von Radfahrern zu verbessern. Um sie besser vom Straßenverkehr zu trennen, könne man sich zum Beispiel an ausländischen Beispielen der "Protected Bike Lanes", also der geschützten Fahrradwege, orientieren. Diese Radwege sind durch eine extra Barriere von der Fahrbahn abgetrennt und kommen zum Beispiel in Amsterdam und im kanadischen Vancouver zum Einsatz.

Zudem brauche es noch mehr Prävention und Schulungen, vor allem für ältere Radfahrer, die besonders häufig Opfer der Unfälle seien.

Was machen die Behörden?

Bei den Behörden wird in verschiedenen Bereichen an der Unfallprävention gearbeitet. So gibt es in Sachsen-Anhalt Verkehrsunfallkommissionen aus Vertretern von Polizei, Straßenbauverwaltung und Straßenverkehrsbehörden, die sich mit Unfallschwerpunkten in den Kommunen auseinandersetzen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Sachsen-Anhalts Polizei setzt auch "Fahrrad-Simulatoren" ein, damit Menschen in sicherer Umgebung lernen, wie sie sich in einer Gefahrensituation verhalten sollen. Diese Simulationen gibt es vor allem für Kinder an Schulen.

Vorausschauend fahren gilt für alle

Was aber jeder Verkehrsteilnehmer so oder so machen kann, ist, auf die anderen zu achten und sich zu informieren, wie er sich in bestimmten Verkehrssituationen verhalten muss. Was gesetzlich erlaubt ist und was nicht, hat der Hessische Rundfunk zusammengefasst:

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2017, 15:31 Uhr

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1 Kommentar

14.07.2017 10:42 Nordharzer 1

Die meisten Verkehrsteilnehmer sind wechselnd als Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer unterwegs. Es ist sicherlich hilfreich, sich immer mal wieder in die gerade nicht genutzte Verkehrsart hineinzuversetzen. Tendenziell sind Radfahrer eher dabei, sich gegen die StVO zu verhalten. Dazu zähle ich insbesondere das Fahren entgegen der Einbahnstraße und das Benutzen des Gehweges, auch wenn man kein Kind bis 8 Jahre begleitet. Das sehen Radfahrer alles als Kavaliersdelikt und es wird, zumindest bei uns, auch von der Polizei toleriert. Im Konfliktfall mit Autos bekommen Radfahrer dann auch meist noch tw. Recht, weil die Betriebsgefahr des Autos größer ist.

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