Ein Pärchen fährt auf dem Elberadweg.
Bildrechte: MDR/Peter Heller

Übersicht Welche Radwanderwege es in Sachsen-Anhalt gibt

Mit vielen verschiedenen Fernradwegen versucht das Land Sachsen-Anhalt, Fahrradbegeisterte ins Land zu locken. Ob Elberadweg, Harzrundweg oder Gartenreichtour – das Angebot ist groß. MDR SACHSEN-ANHALT stellt fünf der Wege vor.

von Patrick Eicke, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Pärchen fährt auf dem Elberadweg.
Bildrechte: MDR/Peter Heller

Elberadweg

Hinweisschild  Elberadweg in der Sächsischen Schweiz
Das geschwungene "E" zeigt, wo der Elberadweg entlang führt. Bildrechte: MDR/Peter Heller

Er ist wohl der berühmteste Fernradweg, der durch Sachsen-Anhalt führt und gilt auch deutschlandweit als beliebtester Radweg. Durch Sachsen-Anhalt verläuft er insgesamt etwa 330 Kilometer. Aus Sachsen kommend beginnt der sachsen-anhaltische Abschnitt nahe Pretzsch und führt über Wittenberg, Coswig, Dessau-Roßlau, Schönebeck, Magdeburg und Tangermünde schließlich wieder aus Sachsen-Anhalt heraus und Richtung Norden. Der Weg ist auch gut an andere Fernradwege oder einzelne Touren, wie zum Beispiel die Bauhaustour in Dessau, angebunden.

Der ADFC Sachsen-Anhalt bewertet den Elberadweg grundsätzlich positiv. Er habe schöne und gut zu fahrende viele Passagen. Allerdings gebe es an verschiedenen Punkten auch Probleme. Vor allem sei der Weg an mehreren Passagen in schlechtem Zustand – vor allem altersbedingt, durch Baumwurzeln und anderen Bewuchs. Außerdem sei er hin und wieser zu schmal oder ohne Hinweise auf Gefahren. Das sei beispielsweise bei Dessau, in der Nähe von Wittenberg, aber auch in und um Magdeburg so. Hilfreich wäre auch, entlang des Weges mehr Abstellmöglichkeiten für die Räder zu schaffen.

Harzrundweg

Auf einem Fahrradwegweiser ist eine Hexe auf einem Fahrrad zu sehen. Auf ihrem Gepäckträger hat sie einen Besen.
Mit der Hexe wird der Verlauf des Harzrundwegs markiert. Bildrechte: MDR/Patrick Eicke

Auf diesem Weg kann man den sachsen-anhaltischen Teil des Harzes auf insgesamt 151 Kilometern von Rottleberode bis hinter Ilsenburg umkreisen. Entlang des Weges liegen verschiedene Attraktionen wie die Ruine der Questenburg, die Brauerei in Wippra oder das Kloster Michaelstein. Weiter führt der Weg durch Niedersachsen und Thüringen. Herausfordernd ist der Weg vor allem wegen der Steigungen und auch bergab führenden Passagen. Hier sind gute Kondition, Kraft in den Beinen und auch Bremsen gefragt.

Der ADFC hält den Harzrundweg für wenig empfehlenswert, auch hier vor allem wegen schlecht zu fahrender Passagen. Ähnliche Eindrücke haben MDR-SACHSEN-ANHALT-Reporter bei ihrem Test auf einem Teilstück des Wegs gesammelt.

Saaleradweg

Ein Turm in Barby
In Barby endet der Saaleradweg. Bildrechte: Oliver Hauswald/MDR

Wie auch die beiden anderen Wege verläuft der Saaleradweg ebenfalls durch mehrere Bundesländer. Von Bayern aus über Thüringen führt er für insgesamt etwa 175 Kilometer durch Sachsen-Anhalt. Bei Saaleck in der Nähe von Naumburg gelangt man ins Bundesland und folgt dem Verlauf der Saale durch Naumburg, Weißenfels, Halle (Saale) bis Barby.

Laut ADFC hat der Weg mehrere gute Passagen, allerdings müssen Radler auch hier beachten, dass es auf dem Saaleradweg die eine oder andere Steigung zu bewältigen gilt.

Europaradweg R1

Ein asphaltierter Weg führt zwischen zwei Feldern hindurch.
Im Harz verlaufen Europaradweg und Harzrundweg auf einer Strecke. Bildrechte: MDR/Patrick Eicke

Der Name sagt es schon, der Europaradweg ist wichtig. Nach Auskunft der Sachsen-Anhalt Tourismus zählt er zu den wichtigsten Radwegen auf dem Kontinent. Insgesamt führt er auch über tausende Kilometer von Frankreich bis nach St. Petersburg. Da ist das Teilstück durch Sachsen-Anhalt mit etwa 265 Kilometern Länge doch etwas bescheidener. Dennoch sind auch am Sachsen-Anhalter Abschnitt viele Sehenswürdigkeiten gelegen.

Von Brandenburg aus kommt man bei Bitterfeld-Wolfen auf dem Europaradweg an und kann ihm über Gräfenhainichen, Oranienbaum, Dessau-Roßlau, Köthen, Bernburg und Staßfurt bis in den Harz folgen und weiter nach Niedersachsen fahren. Auch hier gibt es den ein oder anderen Höhenunterschied, den man überstehen muss.

Gartenreichtour Fürst Franz

Die Insel Stein im Wörlitzer Schlosspark
Unter anderem passiert man den Wörlitzer Schlosspark. Bildrechte: dpa

Für bescheidenere Touren könnten sich Radler für die Gartenreichtour entscheiden. Sie ist eine abgeschlossene Strecke, die nur durch Sachsen-Anhalt führt. Auf insgesamt knapp 70 Kilometern führt er von Großkühnau bei Dessau von Park zu Park und Schloss zu Schloss in Wörlitz, Oranienbaum, Haideburg und Mosigkau.

Hier bekommen vor allem die Augen etwas zu tun. Zu sehen gibt es viel und das Radfahren bleibt dank der praktisch nicht existenten Steigungen eher angenehm.

ADFC sieht noch Verbesserungsbedarf

Grundsätzlich fordert der ADFC eine einheitliche und lückenlose Beschilderung für alle Fernradwege in Sachsen-Anhalt. Häufig sei es noch lückenhaft. Zudem müsse mehr Geld und auch Personal dafür aufgebracht werden, die Wege zu überwachen und instand zu halten. Natürlich sei das Aufgabe der jeweiligen Kommune, durch die ein Abschnitt des Wegs verläuft, doch könne das Land prüfen, ob man durch Koordinierung und mit Geld helfen könne.

Hilfe könnte dabei auch vom Radverkehrskoordinatoren bzw. der Radverkehrskoordinatorin kommen. Das Amt im Verkehrsministerium soll im September oder Oktober besetzt werden.

Jenseits des Tourismus

Eine Frage, die insgesamt bleibt, ist aber: Was ist eigentlich mit Radfahrern, die nicht touristisch in Sachsen-Anhalt unterwegs sein wollen, sondern von und zur Arbeit pendeln? Der Bund hat einen Fonds von 25 Millionen Euro für sogenannte Radschnellwege aufgestellt.

In Sachsen-Anhalt könnte es zum Beispiel Wege von Magdeburg nach Schönebeck oder durch die Landeshauptstadt hindurch geben. Am ehesten Realität werden könnte wohl ein Radschnellweg zwischen Halle und Leipzig. Doch auch insgesamt bleibt die Planung solcher Wege ein großes Problem, wie Recherchen von MDR AKTUELL zeigen.

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 12:56 Uhr

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