Debatte Senioren am Steuer – Pro und Contra

In Bernburg hat Anfang Dezember ein Autofahrer mit 90 Jahren einen Unfall verursacht. Wie viele Sachsen-Anhalter in so einem hohen Alter noch auf den Straßen unterwegs sind, dazu gibt es keine Statistik. Es dürften aber so einige sein. Der Unfall in Bernburg verlief übrigens einigermaßen glimpflich. Trotzdem: Braucht es verpflichtende Fahrtauglichkeitstests für Senioren? MDR SACHSEN-ANHALT hat nachgefragt.

Lothar Kraneis
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Lothar Kraneis (76), testet seine Fahrtauglichkeit regelmäßig

Lothar Kraneis (76), testet seine Fahrtauglichkeit regelmäßig

"Versicherungen erhöhen von vornherein ihre Prämien für Ältere. Wenn ich dann durchkomme, dann weiß ich: Ich kann es. Zweitens ist die Versicherung dann genau so hoch wie bei jedem Normalsterblichen."

Andreas Wichmann
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Andreas Wichmann, Verkehrswacht Aschersleben

Andreas Wichmann, Verkehrswacht Aschersleben

"Die Sehkraft lässt zum Beispiel nach, aber auch die Konzentration. Man wird schneller müde bei längerem Fahren. Das heißt: Die Ermüdungserscheinungen sind, dass man Dinge übersieht, die man eigentlich sehen müsste."

Alexandra Kruse
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Alexandra Kruse, ADAC

Alexandra Kruse, ADAC

"Entscheidend ist nicht unbedingt das Alter, sondern der Gesundheitszustand und die Routine. Und so routiniert, wie viele unterwegs sind, mit angepasstem Fahrstil, so vermeiden sie auch Unfälle."

Udo Keil
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Udo Keil, Fahrlehrer

Udo Keil, Fahrlehrer

"Wir werden im nächsten Jahr auch in ländlichen Gegenden Seminare anbieten. Da wird offen über Probleme gesprochen und über Dinge, die auch die Sicherheit im Straßenverkehr einfach erhöhen."

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2018 | 13:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2018, 17:54 Uhr

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20 Kommentare

15.12.2018 11:30 Hoppe, Harry 20

Wer verursacht die meisten Unfälle, doch wohl nicht die Senioren.Die Ursachen liegen doch woanderst.In der Raserei und Nichtbefolgen von rechtsvorschriftedurch jüngere Verkehrsteilnehmer.Die Mobilität der Senioren muß
gewahrt bleiben.

15.12.2018 11:15 Mehr Sicherheit im Straßenverkehr 19

Höchste Zeit, dass es verpflichtende Tests für die älteren Herrschaften gibt! Wer nicht mehr fahrtauglich ist, hat motorisiert im Straßenverkehr nichts verloren. So einfach ist das. Sonst bräuchte man auch gar keinen Führerschein mehr.
Wer tatsächlich noch fit ist, hat ja nichts zu befürchten und muss doch im Grunde dafür sein, dass andere die es nicht sind aus dem Verkehr gezogen werden! Es bringt ja auch nichts, selbst vernünftigerweise den Lappen abzugeben, aber als Fußgänger von altersstarrsinnigen (oder aber rasenden oder betrunkenen) Idioten über den Haufen gefahren zu werden.
Da die Gesellschaft überaltert, ansonsten es aber zu Recht einen steigenden Sicherheitsanspruch gerade für Kinder und Jugendliche gibt, ist das doch alles nur eine Frage der Zeit! Denn was nützt die Spielstraße, wenn der Opa das Kind oder die Oma totfährt?!

15.12.2018 08:17 humantom 18

Mal ein bisschen Respekt vor dem Alter würde den Journalisten gut zu Gesicht stehen . Ich bin jetzt auch Rentner aber noch nicht mal 65. soll ich jetzt auch die Fahrerlaubnis abgeben. Wir sind anscheinend nur eine Last. Zu teuer für die Rentenkasse, zu teuer für die Pflegekasse, nicht fähig am Verkehr teilzunehmen.
Um beim Thema zu bleiben, ich noch nichts davon gehört das ein Rentner an illegalen Autorennen teilgenommen haben.
Erst sollte man den ÖPNV so ausbauen das die ältere Generation sich auch noch selbst versorgen kann. Bei der Bahn zum beispiel gibt es Bahnhöfe wo ein hundertjähriger aus dem Fenster steigen muss. Gebaut von den Jungen Leuten.
Ich kann über diese Artikel nur lachen. Wir haben doch kein Sommerloch. Es gibt wichtigere Themen.
Kindergarten , Schule, vernünftige Arbeitsbedingungen und Mieten.