Johan Schneidewind "Es ist Zeit, dass die Jugend wieder angreift und was tut"

Johan Schneidewind, Schüler und Mitorganisator der Magdeburger Proteste, zu den Friday-for-Future-Klimastreiks der Schüler und Jugendlichen

Schüler Johan Schneidewind bei der Fakt Ist!-Fridays-for-Future-Diskussion zum Thema "Klimastreik der Schüler"
Schüler Johan Schneidewind Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Warum diese Form des Protests?

Wir demonstrieren vormittags, um die Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn wir nachmittags demonstrieren, haben wir selber festgestellt, bekommen wir einfach nicht die Aufmerksamkeit von der Politik. Ich habe in meinen elf Jahren Schullaufbahn nicht einmal etwas von der Erderwärmung oder von der Klimapolitik gehört. Wir haben vier Stunden Geschichte. Gut, Geschichte ist wichtig, aber: Ich finde es wichtig, dass wir uns nicht nur mit der Geschichte beschäftigen, sondern auch mit der Zukunft – gerade im Unterricht.


Gibt es Instrumentalisierung und Einflussnahme?

Wir sind eine überparteiliche Bewegung und lassen uns auch von keiner Partei vereinnahmen. Schon wir als Schüler stellen fest, welche Rahmenbedingungen geändert werden müssten. Das ist aber gar nicht unsere Aufgabe. Es ist wichtiger, dass erst mal die Politiker ihre Hausaufgaben machen, dann machen wir auch unsere.


Welche Ängste haben die Jugendlichen?

Die Zukunftshoffnung fehlt uns. Es passiert nichts. Sie schieben den Kohleausstieg wieder in die Schublade und 2030 fällt ihnen auf, wir schaffen es doch erst 2045. Das sind die Ängste, die wir haben. 2050 bin ich noch nicht einmal 60 Jahre alt und bin mir unsicher, ob ich dann noch auf diesem Planeten leben kann.


Wie geht es weiter?

Nach dem Protest am 15.03. werden wir natürlich weitermachen – bis etwas konkret geschafft und verändert ist. Fridays for Future hat die Jugend auch ein wenig aufgerüttelt. Die Politikverdrossenheit der Jugend hat es in den Lehrplan geschafft. Jetzt ist Zeit, dass die Jugend wieder angreift und etwas tut. Wir sind als Bewegung durchaus bereit, uns mit ihnen (Bildungsminister Marco Tullner, Anmerk. d. Red.) an einen Tisch zu setzen und darüber zu sprechen, was wir verändern können.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: FAKT IST | 11. März 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 16:56 Uhr

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