Fakt ist Runde
Das Thema Digitalisierung stand am Montag im Mittelpunkt der Sendung "FAKT IST!" aus Magdeburg. Bildrechte: MDR/Max Schörm

FAKT IST! "Wir müssen uns durch Digitalisierung neu erfinden"

Digitalisierung und Sachsen-Anhalt. Welche Chancen bieten sich vor allem dem ländlichen Raum? Darum ging es am Montag in der Sendung "FAKT IST!" aus Magdeburg. Die Runde war sich sicher, dass strukturschwache Regionen von Zukunftstechnologien besonders profitieren können, wenn jetzt die Weichen richtig gestellt werden.

Fakt ist Runde
Das Thema Digitalisierung stand am Montag im Mittelpunkt der Sendung "FAKT IST!" aus Magdeburg. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Wird der ländliche Raum der große Gewinner der Digitalisierung? Ja, glaubt man dem Bürgermeister von Tangerhütte, Andreas Brohm. In der MDR-Sendung "FAKT IST!" warb er dafür, die großen Chancen für Regionen wie die Altmark zu sehen.

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Andreas Brohm glaubt an die Chancen der Digitalisierung. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Brohm sagte, schon jetzt sei es so, dass immer mehr Menschen nicht mehr jeden Tag ins Büro zur Arbeit müssten. Sie könnten von daheim arbeiten und bräuchten dafür nur einen guten Internetanschluss. Das Leben auf dem Land biete Ruhe und Entschleunigung und gute Internetanschlüsse. Für die Altmark stelle sich die Aufgabe, jedes Haus mit einem Glasfaserkabel zu erschließen, unabhängig von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Jedes Haus braucht einen Glasfaseranschluss und dann geht die Zukunft los!

Andreas Brohm

Die DGB-Landesbeauftragte Susanne Wiedemeyer meinte, auch in Zukunft werde der Großteil der Mitarbeiter in Firmen arbeiten. Sie sehe das Modell Homeoffice noch nicht für Sachsen-Anhalt. Nur bestimmte Berufe würden davon profitieren. In Sachsen-Anhalt fehle den Menschen auch schlicht das Geld für Computer oder für technische Dienstleistungen.

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Susanne Wiedemeyer will die Digitalisierung zügeln. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Die Grenzen der Digitalisierung müssten klar in Tarifverträgen geregelt werden, so die Gewerkschafterin weiter. Die Mitarbeiter müssten auf dem Veränderungsweg früh mitgenommen werden. Es sei kein Erfolgsschlüssel, wenn der Arbeitgeber die Digitalisierung anweise. Solch ein Druck mache auch krank.

Bedenken von Soziologen

Der Soziologe Dr. Martin Krzywdzinski meinte in der Sendung, die Digitalisierung müsse gestaltet werden. Die Gesellschaft sollte sicherstellen, dass es in Zukunft keine gläsernen Mitarbeiter gebe. Aktuell nehme auch der Stress für viele Beschäftigte zu.

Der Firmengründer Sebastian Friedrich sagte, er werbe für flexible Arbeitszeitmodelle. In seiner Firma gebe es keine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Es gehe ausschließlich um die Ergebnisse der Arbeit. Für ihn als Chef sei es nicht entscheidend, wie lange der Mitarbeiter dafür brauche. Er wisse auch oft nicht, wo die Mitarbeiter sich befinden.

Dieses Thema im Programm: MDR-FERNSEHEN | FAKT IST! | 13.11.2017 | 22:05 Uhr

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Quelle: MDR/ru

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2017, 23:25 Uhr

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3 Kommentare

14.11.2017 12:08 nach "McPomm" schauen! 3

Was in LSA "zu früh" und noch nicht als realistisch angeschaut wird, läuft in verschiedenen Regionen Mecklenburgs seit Jahren - und bringt Zuzug von hochqualifizierten Menschen, welche pro Woche noch ein- oder zweimal an den Firmensitz fahren. Ansonsten arbeiten sie von zu Hause. Oder sie sind Freiberufler und können mit entsprechender IT-Infrastruktur rund um die Welt arbeiten.

14.11.2017 10:52 Gert 2

Digitalisierung ist ein zu komplexes Thema, wie es sich in der Sendung heraus stellte. Leider war hier die Sendezeit zu kurz. Man sollte sich in einer Sendereihe diesem Thema ausführlich annähern. Drei Themen hätte ich da: Mensch und Freizeit, Behörde/ Amt und Arbeitswelt. Und das ALLES unter dem Schwerpunkt Digitalisierung.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Vielen Dank für die Anregungen. Wir geben sie an die Redaktion weiter. :) Online werden wir in Zukunft verstärkt über die Digitalisierung von Sachsen-Anhalt berichten.

14.11.2017 09:41 Frauke Garstig 1

Also, wenn man der Wiedemeyer zuhört, versteht man, warum Sachsen-Anhalt nicht nur ein digitales Dritte-Welt-Bundesland ist! Bayern wäre heute noch das Armenhaus Deutschlands, wenn man in den 70igern auf solche pessimistischen Menschen gehört hätte! Man wünschte sich mehr Enthusiasten für digitale Infrastruktur wie Herrn Brohm!

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