Fußball-Fans halten ein Plakat in die Höhe, das Mitgefühl mit dem schwerverletzten FCM-Fan Hannes ausdrückt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trauer im Fußball FCM-Fan Hannes gestorben

Der schwerverletzte FCM-Fan Hannes ist in einem Krankenhaus in Magdeburg gestorben. Die Nachricht löste beim 1. FC Magdeburg und den Fans große Trauer aus. Am Mittwochabend hat es in Magdeburg und Haldensleben Mahnwachen geben. Auch Fans des Halleschen FC trauern um Hannes. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags.

 Fußball-Fans halten ein Plakat in die Höhe, das Mitgefühl mit dem schwerverletzten FCM-Fan Hannes ausdrückt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der schwerverletzte FCM-Fan Hannes ist im Krankenhaus gestorben. Das teilte die Polizei am Mittwochmittag mit. Eine Sprecherin sagte MDR SACHSEN-ANHALT, seit Mittag sei die traurige Nachricht Gewissheit. Hunderte Menschen reagierten bestürtzt auf die Nachricht.

Auch der 1. FC Magdeburg bekundete Beileid und erklärte, am Sonnabend gegen Rot-Weiß Erfurt mit Trauerflor spielen zu wollen. FCM-Präsident Peter Fechner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es könne nicht sein, dass es so weit ginge, bis jemand sterben müsse. Er richtete einen Appell an alle Fans: "Hört auf mit dem aggressiven Gegeneinander. Besinnt euch auf eure Fankultur und lasst sowas nie wieder vorkommen. Es muss Schluss sein."

Mit ähnlichen Worten richtete sich auch der "Block U" auf seiner Webseite an die Clubfans: "Trotz aller Rivalität und der aufgewühlten Gefühlslage rufen wir zur Besonnenheit aller Clubfans auf, um jegliche Verschärfung der aktuellen Situation zu verhindern!"

Am Mittwochabend hat es in Magdeburg und Haldensleben Mahnwachen geben. Am Bahnhof Haldensleben und am Nordeingang der MDCC-Arena in Magdeburg versammelten sich Hunderte Fans, um Blumen und Kerzen niederzulegen.

HFC-Präsident und Fans zeigen Mitgefühl

Auch Fans des Halleschen FC äußerten ihre Trauer. Auf der Facebookseite des HFC-Fanblogs hieß es, in Halle hätten Fans gehofft, dass sich Hannes von den schweren Verletzungen erhole. Jetzt könne den Angehörigen nur Mitgefühl ausgesprochen werden.

Ebenso zeigte sich HFC-Präsident Michael Schädlich tief betroffen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei minutenlang sprachlos gewesen, nachdem er die Nachricht erhalten habe. Er hoffe, dass jetzt die richtigen Lehren gezogen würden und nicht die falschen. Die Stimmung dürfe keinesfalls eskalieren. Er wünsche sich, dass die Fanszenen aufeinander zugingen.

Die Oberbürgermeister von Magdeburg und Halle reagierten geschockt. Der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper schrieb auf seiner Facebookseite, der Hass auf andere Fans müsse aufhören. Wirkliche Fußballfans müssten sich einigen. Der Hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand forderte bei MDR SACHSEN-ANHALT den FCM und den HFC auf, sich schnell zusammmenzusetzen und an einer gewaltfreien Fankultur zu arbeiten.

Ermittlungen wegen Totschlags

Der junge Mann war in der Nacht zum 2. Oktober in einer Regionalbahn von Fans des Halleschen FC bedroht worden. Anschließend stürzte er aus dem fahrenden Zug. Die genauen Umstände sind noch unklar. Der Fan hatte bei dem Sturz schwere Kopfverletzungen erlitten und lag seitdem im Koma. Am Tag nach dem Sturz versammelten sich FCM-Fans am Krankenhaus, um dem schwerverletzten Hannes Mut zuzusprechen.

Die Polizei ermittelt nun wegen Totschlags. Das bestätigte Polizeisprecher Frank Küssner MDR SACHSEN-ANHALT. Außerdem gehe es um den Tatbestand des Landfriedensbruchs. Bei den Ermittlungen seien über 30 der sich im Zug befindlichen HFC-Fans identifiziert worden. Man arbeite außerdem mit der Deutschen Bahn zusammen, um die technischen Ungereimtheiten zu klären. Unklar ist immer noch, warum sich die Tür während der Fahrt öffnen ließ.

Die Polizei sucht außerdem nach Zeugen, die die Tat gesehen haben. Konkret werden zwei dunkelhäutige Personen gesucht, die sich in der Regionalbahn befanden. Außerdem ist man auf der Suche nach Autofahrern, die die Regionalbahn in und bei Haldensleben von außen beobachtet haben.

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2016, 07:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

112 Kommentare

16.10.2016 10:44 Jogi_dd 112

Meine Hochachtung für die gemeinsame Trauer um Hannes in Sachsen Anhalt. Warum kann man nicht immer fair miteinander umgehen, dann wäre die Katastrophe vermutlich nicht passiert. Aber das ist eben leider anderswo nicht viel anders. Alle Menschen werden Brüder - wie bei Schiller und Beethoven wird wohl immer nur ein Wunschtraum bleiben. Aber vielleicht ist die gemeinsame Trauer ein Stückchen Weg dort hin. Dyn. Grüße aus Dresden.

15.10.2016 22:30 Europapokalsieger1974 111

@110: Vielleicht könntest Du mal etwas differenzieren. Was soll an den Kommentaren denn verlogen sein? Alle hier bringen ihre Trauer und ihr Mitgefühl für den völllg sinnlosen Tod eines Menschen, der höchstwahrscheinlich durch das Verhalten durchgeknallter und enthemmter Idioten ausgelöst wurde, zum Ausdruck. Diese Ehrlichkeit nehme ich allen ab. Daß wir, die den Fussball lieben, solche Exzesse ablehnen und verurteilen, steht völlig außer Frage. Das Problem ist, daß die, die Du wahrscheinlich meinst, hier gar nicht lesen und möglicherweise ihrem gewohnten Trott weiter folgen werden und daß deshalb solche Auswüchse weiterhin in Zukunft nicht ausgeschlossen sind. Das Thema Gewalt ist nur eine Begleiterscheinung im Fußball, die dort aber nicht ihre Ursache hat. Denke bitte noch einmal darüber nach, bevor Du hier alle pauschal beschuldigst. Du diffamierst auch die Fans, die am HKS und am Bahnhof in Haldensleben mit Kerzen und Gedenkminuten Hannes eine letzte Ehre erwiesen haben.

15.10.2016 17:42 EffEff 110

Was für verlogene Kommentare. "So etwas darf nie ieder passieren" - es wird aber wieder passieren. Vielleicht nicht zwischen FCM und Halle. Aber irgendeinen Verein wird man so "hassen", dass es wieder Schwerverletzte oder gar einen Toten geben wird. Hass-Objekte gibt es ja genug (siehe RB Leipzig). Was zählt da die Gesundheit eines "feindlichen" Fans? Fußball und Gewalt gehen Hand in Hand. Gelernt wird nicht. Wartet es nur ab.

Mehr aus Sachsen-Anhalt