Reaktion auf steigende Corona-Zahlen Fieberambulanzen in Sachsen-Anhalt: So bereiten sich die einzelnen Regionen vor

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt, darauf reagieren die Fieberambulanzen in Sachsen-Anhalt. Und zwar unter anderem mit zusätzlichen Anlaufstellen und längeren Öffnungszeiten. Ein Überblick über die Regionen im Land.

Schild, das auf ein Fieberzentrum in Magdeburg hinweist
In unterschiedlichen Städten und Orten wurden Fieberambulanzen eingerichtet, um die Einwohner auf das Corona-Virus zu testen. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Das Coronavirus breitet sich auch in Sachsen-Anhalt immer weiter aus, einige Landkreise und Städte wurden bereits zu Hotspots erklärt. Darauf reagieren die Kreise und Kommunen und rüsten bei ihren Fieberambulanzen nach, da sie davon ausgehen, dass immer mehr Corona-Tests gemacht werden müssen. Dementsprechend gibt es unter anderem zusätzliche Anlaufstellen, mehr Personal und längere Öffnungszeiten. Ein Überblick über die einzelnen Regionen.

Der Landkreis Harz

Die Fieberambulanz Wernigerode führt inzwischen wieder täglich Tests durch. Im Sommer wurde das nur an jedem zweiten Tag angeboten. Dr. Reinhard Schlotter, Orthopäde und Unfallchirurg aus Blankenburg und Ehrenamtlicher in der Fieberambulanz, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, stiegen die Zahlen weiter, müssten die Öffnungszeiten von bislang drei Stunden am Tag noch einmal ausgedehnt werden. Auch würden dann weitere Kollegen zur Unterstützung angefragt. Laut Schlotter kommen zu Stoßzeiten vor allem an den Wochenenden bis zu 100 Personen in die Fieberambulanz. Das sei mehr als bei der ersten Corona-Welle, aber immer noch zu schaffen.

Zwei Mediziner in kompletter Schutzmontur stehen in der Fieberambulanz in Wernigerode.
Sehen sich noch gut gewappnet: Dr. Reinhard Schlotter und Juliane Schneider, die in der Fieberambulanz in Wernigerode Abstriche nehmen. Bildrechte: MDR/Swen Wudtke

Eine ähnlich hohe Nachfrage gibt es in der Fieberambulanz am Harzklinikum in Quedlinburg. Dort sieht Kliniksprecher Tom Koch allerdings, dass es bei den Testkapazitäten enger wird – vor allem mit Blick auf das Personal. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, bei 120 Testpersonen in der Spitze müssten diese länger warten. Viel mehr könne logistisch nicht geleistet werden.

Die kreisfreie Stadt Magdeburg

Mit besonders langen Wartezeiten – auch draußen – hatte zuletzt die Fieberambulanz in Magdeburg in der Brandenburger Straße zu kämpfen. An dem Standort wird trotz der Kritik festgehalten, das Personal wird verstärkt. Der Wartebereich draußen soll mit Planen wettertauglich gemacht werden.

Die kreisfreie Stadt Halle

In Halle, seit Montag wieder knapp unter der 7-Tage-Inzidenz von 50, gibt es lange Wartezeiten im neuen Testzentrum in der Magdeburger Straße. Eine Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT berichtete am Montagmittag von Wartezeiten von etwa 45 Minuten. Damit auch hier Wartende nicht im Regen stehen müssten, werde gerade eine Unterstellmöglichkeit gebaut.

Der Landkreis Jerichower Land

Im Jerichower Land soll die Fieberambulanz in Burg nach Angaben des Kreises kommende Woche reaktiviert werden.

Der Landkreis Wittenberg

In Wittenberg wurde vergangene Woche eine zusätzliche Fieberambulanz eröffnet. Die in Jessen bliebt aktuell aber weiterhin geschlossen.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Über die Fieberambulanz im Krankenhaus Bitterfeld, sagt der Landkreis, dass die Wartezeiten kurz sind. Um längeres Warten zu verhindern, werde wie auch an anderen Standorten im Land telefonisch ein Termin für den Test vergeben. Die Standorte in Köthen und Zerbst bleiben weiterhin geschlossen.

Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau

Telefonisch können auch Termine beim Städtischen Klinikum Dessau für das Fieberzentrum gemacht werden. Dennoch häufe sich die Nachfrage vor allem mittags, so das Klinikum gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT. Dann müssten Patienten 15 bis 30 Minuten Wartezeit einplanen. Würden beispielsweise ganze Schulklassen getestet, dauere es noch länger. Pro Abstrich werden demnach etwa zwei Minuten berechnet. Nach Beobachtungen einer Reporterin am Montagmittag dauerte das Prozedere eher länger. Sie berichtete, dass zeitweise 16 Autos in der Schlange zum Test-Drive-In standen. Viele hätten 30 bis 45 Minuten warten müssen.

Der Saalekreis

Im Saalekreis bleiben aktuell die Standorte Salzmünde und Landsberg weiterhin geschlossen.

Der Salzlandkreis

Im Salzlandkreis gibt es weiterhin keine extra eingerichtete Fieberambulanz. Allerding gibt es Testzentren in Bernburg, Aschersleben und Egeln. Des Weiteren setzt Kreis auf die dort ansässigen Ärzte.

Der Landkreis Börde

In der Börde wurde bisher kein Testzentrum eröffnet. Die dort niedergelassenen Ärzte sollen sich laut des Kreises um die entsprechenden Aufgaben kümmern.

Der Landkreis Stendal

Auch im Landkreis Stendal existiert aktuell kein Fieberzentrum, dafür aber ein Corona-Testraum im Hufelandhaus. Dort arbeiten fünf Personen, wobei das Team dem Kreis zufolge nicht nur dort stationär aktiv sei. Zu zweit gingen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes auch in private Haushalte und machten dort Abstriche bei Personen, die weder zum Hausarzt noch zum Testraum fahren können. Der Testraum ist für Personen, die einen Abstrich für eine OP-Vorbereitung oder die Aufnahme in ein Altenpflegeheim benötigen. Menschen mit Symptomen sind angehalten, sich zuerst beim Hausarzt melden. Ansässige Ärzte testen die Patienten dann auf das Coronavirus.

MDR-Schwerpunkt: Das Coronavirus
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Altmarkkreis Salzwedel

Im Altmarkkreis Salzwedel gibt es eine Fieberambulanz. Allerdings werden die Termine nur über den Hausarzt vergeben. Außerdem gibt es sechs Praxen, die die Einwohner auf Corona testen, unter anderem in Kalbe/Milde.

Der Landkreis Mansfeld-Südharz

In Wolferode befindet sich eine Fieberambulanz in der Arztpraxis von Doktor Klaus-Ronald Wendt – dort sind extra Räume eingerichtet. Sie ist montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

Der Burgenlandkreis

In Zeitz befindet sich eine Fieberambulanz, außerdem gibt es eine Fiebersprechstunde in Bad Kösen und eine Abstrichstelle in Weißenfels.

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Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Oktober 2020 | 16:00 Uhr

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