Fragen und Antworten Grippeschutzimpfung: Das Wichtigste zusammengefasst

Die Sommerzeit neigt sich dem Ende zu. Damit steht üblicherweise die Erkältungs- und Grippezeit bevor. In Zeiten von Corona spielt die Entscheidung für oder gegen eine Grippeschutzimpfung eine größere Rolle. Die Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Symbolfoto: Impfstoff
Die Grippeschutzimpfung wirkt sechs bis zwölf Monate (Symbolbild). Bildrechte: imago images/localpic

Die Erkältungs- und Grippezeit steht bevor. Damit stehen viele vor der Entscheidung, ob man sich gegen Influenza impft oder nicht.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Schutzimpfung vor allem Personen der Risikogruppe. Sollte ein größerer Teil der Bevölkerung als sonst die Impfung wollen, könne es laut RKI zu einem Engpass des Impfstoffes kommen.

MDR SACHSEN-ANHALT hat mit der Kassenärztliche Vereinbarung Sachsen-Anhalt (KVSA) über die wichtigsten Fragen zur Grippeschutzimpfung gesprochen.

MDR SACHSEN-ANHALT: Warum sollte man sich gegen das Influenza-Virus impfen lassen?

KVSA: Die Influenza-Erkrankung kann einen schweren Verlauf nehmen. Vor allem bei Patienten aus Risikogruppen kann es zu Komplikationen wie Lungenentzündung und Herzinfarkt kommen. Auch ein tödlicher Verlauf ist nicht auszuschließen. Deshalb ist es in Zeiten von Corona vor allem für Menschen der Risikogruppe wichtig, sich impfen zu lassen. Damit würde man schwere Influenza-Verläufe verhindern.

Sollten sich nur Personen der Risikogruppe impfen lassen?

KVSA: Die ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO) empfiehlt die Impfung unter anderem für folgende Personen:

  •  Personen ab 60 Jahren
  •  Schwangere
  •  Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  •  Medizinisches Personal
  •  Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr

Zusätzlich dazu empfiehlt das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt die Schutzimpfung allen Altersgruppen. Die KVSA hat die Vertragsärzte über eine mögliche höhere Nachfrage informiert und um Berücksichtigung bei der Bestellung gebeten. Daher wird davon ausgegangen, dass ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

Wann sollte man sich impfen lassen – was ist der beste Zeitpunkt?

KVSA: Es wird empfohlen sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Im Regelfall dauert es nach der Impfung zehn bis 14 Tage bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut. Somit wäre man rechtzeitig geschützt. Auch in den Monaten danach kann es sinnvoll sein sich impfen zu lassen.

Wie lange hält der Schutz?

KVSA: Üblicherweise hält der Schutz sechs bis zwölf Monate.

Gibt es Nebenwirkungen?

KVSA: Insgesamt ist der Influenza-Impfstoff gut verträglich. Es kann dennoch zu vorübergehenden Lokalreaktionen kommen. Dazu gehören leichte Schmerzen, Rötung und Schwellungen an der Impfstelle. Außerdem kommt es gelegentlich zu vorübergehenden Symptomen wie bei einer Erkältung. In der Regel sollten die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen abklingen.

Was sind die Inhaltsstoffe in dem Impfstoff?

KVSA: Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2020/2021 setzt sich aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten bestimmter Viren zusammen. In diesem Jahr weicht die Stammzusammensetzung des Impfstoffes von der letzten Saison 2019/2020 ab. Der Impfstoff wird nach den Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zusammengestellt.

Wie hoch ist das Risiko, dass man trotz Impfung an einer Grippe erkrankt?

KVSA: Die Impfeffektivität kann sich in den einzelnen Saisons voneinander unterschieden. Bei einer guten Übereinstimmung der zirkulierenden Viren mit dem Impfstoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung von bis zu 80 Prozent beobachtet. Bei ältere Menschen wirkt die Impfung weniger zuverlässig. Das liegt an ihrer reduzierten Immunantwort. Trotzdem halbiert sich für ältere Menschen durch die Impfung das Risiko, an Influenza zu erkranken.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. September 2020 | 13:00 Uhr

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