Menschen demonstrieren in Halle für eine andere Klimapolitik.
Wie hier in Halle, folgten am Freitag überall in Deutschland dem Aufruf zu einem Klimastreik. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Protest Tausende Sachsen-Anhalter gehen fürs Klima auf die Straße

In Sachsen-Anhalt sind am Freitag Tausende dem Aufruf der "Fridays for Future"-Bewegung gefolgt und für eine andere Klimapolitik auf die Straße gegangen. Die größten Aktionen fanden in Halle und Magdeburg statt.

Menschen demonstrieren in Halle für eine andere Klimapolitik.
Wie hier in Halle, folgten am Freitag überall in Deutschland dem Aufruf zu einem Klimastreik. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Landauf, landab haben sich am Freitag in Sachsen-Anhalt Tausende an Demonstrationen für eine andere Klimapolitik beteiligt. In Halle versammelten sich dazu am Mittag auf dem Hallmarkt etwa 2.000 Menschen, so die Polizei. Beobachter sprachen von deutlich mehr Teilnehmern. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Petra Sitte schrieb bei Twitter von über 3.500 Demonstranten. In Magdeburg kamen mehr als 3.000 Menschen zum Klimaprotest zusammen. Die Veranstalter schätzen, dass sich beim Protestzug um den Hasselbachplatz schließlich 4.000 Menschen beteiligt haben. In beiden Städten läuteten um fünf vor zwölf die Kirchenglocken.

Die Bilder der Klimastreiks in Sachsen-Anhalt

Blick aus einem Fenster auf Demonstranten der Bewegung "Fridays for Future" im Breiten Weg in Magdeburg
In ganz Deutschland hat es am Freitag wieder Klimastreiks gegeben. Und auch in Sachsen-Anhalt wird fürs Klima demonstriert. Eine der größten fand in Magdeburg statt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Blick aus einem Fenster auf Demonstranten der Bewegung "Fridays for Future" im Breiten Weg in Magdeburg
In ganz Deutschland hat es am Freitag wieder Klimastreiks gegeben. Und auch in Sachsen-Anhalt wird fürs Klima demonstriert. Eine der größten fand in Magdeburg statt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Fridays for Future in Magdeburg: Ein Banner und Köpfe mehrerer Demonstranten
Die Aktionen sind Auftakt für eine weltweite Klimastreikwoche. Zu den Klimaprotesten hatte die Schüler- und Studentenbewegung "Fridays for Future" weltweit aufgerufen. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Menschen demonstrieren in Halle für eine andere Klimapolitik.
Hintergrund sind die am Sonnabend beginnende UN-Klimakonferenz in New York und die Arbeit des Klimakabinetts der Bundesregierung zu dem sogenannten Klimapaket. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
Fridays for Future in Magdeburg: Auf einem Plakat steht -Klimaschutz ist Artenschutz-
Auch in Quedlinburg, Wernigerode, Salzwedel Stendal, Naumburg, Dessau, Aschersleben und Wittenberg wurde demonstriert. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Teilnehmer der Fridays for Future Kundgebungen versammeln sich auf dem Domplatz in Magdeburg
In Magdeburg kamen mehr als 3.000 Menschen zum Klimaprotest zusammen. Bildrechte: dpa
Demonstranten der Bewegung "Fridays for Future" laufen mit Transparenten und Schildern durch den Breiten Weg in Magdeburg.
Die Veranstalter schätzen, dass sich beim Protestzug... Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Luftaufnahme von Demonstranten der Bewegung "Fridays for Future" im Breiten Weg in Magdeburg
...schließlich 4.000 Menschen beteiligt haben. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Klimademonstranten stehen auf dem Magdeburger Domplatz. Vorn ein Mensch im Eisbärkostüm und ein Schild: Allen nützen, Klima schützen
Zu Beginn der Proteste versammelten sich die Menschen auf dem Domplatz. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Junge Demonstranten von Fridays for Future stehen auf dem Hasselbachplatz in Magdeburg. Im Vordergrund ein Transparent: Climate justice!
Erstmals waren nicht nur Schüler und Studierende dabei, friedlich und lautstark für den Klimaschutz zu demonstrieren... Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Der von Fridays for Future- Demonstranten gefüllte Hasselbachplatz in Magdeburg
...sondern auch die älteren Generationen waren aufgerufen, das Bündnis zu unterstützen. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Junge Menschen der Protestbewegung Fridays for Future auf dem Weg durch die Innenstadt
Die Demonstranten demonstrierten mit Plakaten: "Die deutsche Klimapolitik ist aussichtsloser als meine Masterarbeit." ... Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Laut skandierende Schüler an der Spitze des Demonstrationszuges von Fridays for Future
...oder verschafften sich lautstark Gehör. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Klimademonstranten am Hasselbachplatz mit Schildern: 'Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld wenn sie so bleibt'
Am Ende ihres Protestzuges... Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Demonstranten mit Schildern, auf denen für Umweltschutz geworben wird, in der Magdeburger Innenstadt
...hatten die Klimademonstranten den Hasselbachplatz erreicht. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Demonstranten von Fridays for Future stehen am Hasselbachplatz. Unter ihnen Hazel Brugger, bekannt aus der Heute Show, die mit Schildern und einem Mikrofon Demonstranten interviewt.
Unter ihnen Hazel Brugger, bekannt aus der ZDF-Sendung "heute-show". Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
In Halle gehen Menschen gegen die Klimapolitk auf die Straße
In Halle im Süden Sachsen-Anhalts haben am Mittag auf dem Hallmarkt mehr als 2.000 Menschen für den Klimaschutz demonstriert. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
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Am Mittag beziehungsweise Nachmittag begannen auch in Quedlinburg, Wernigerode, Naumburg, Dessau, Aschersleben und Wittenberg Klimastreiks. Zu einer Demonatration auf dem Stendaler Marktplatz kamen nach Angaben von Polizei und Ordnungsamt 300 Menschen.

Zu den Klimaprotesten hatte die "Fridays for Future"-Bewegung bundesweit aufgerufen. Hintergrund sind die am Sonnabend beginnende UN-Klimakonferenz in New York und die derzeitige Arbeit des Klimakabinetts der Bundesregierung. Allein für Deutschland wurden am Freitag in Hunderten Städten Aktionen angemeldet.

Weltweiter Protest für Klimaschutz

Erstmals waren auch Arbeitnehmer dazu angehalten, an den Protesten teilzunehmen – bislang ging die Bewegung überwiegend von Schülern aus. Vorab wiesen Schulämter und Anwälte jedoch auf mögliche Konsequenzen hin. Wer an den Demos teilnehme, müsse das in seiner Freizeit tun.

Die Aktionen sind Auftakt für eine weltweite Klimastreikwoche. In Australien blieben bereits mehrere zehntausend Schüler dem Unterricht fern und setzten mit verschiedenen Aktionen ein Zeichen gegen die ihrer Ansicht nach unzureichenden Maßnahmen der Politik gegen den Klimawandel. Am globalen Klimastreik beteiligen sich gut 150 Staaten.

Fragen und Antworten zu "Fridays for Future"

Welche Ziele hat "Fridays for Future"?

Die Bewegung will einerseits auf Missstände in der Klimapolitik aufmerksam machen. Daher werden Ereignisse, wie der UN-Klimagipfel oder die Arbeit des deutschen Klimakabinetts, mit besonderen Aktionen begleitet –  so auch beim globalen Klimastreik am 20. September.

Andererseits geht es "Fridays for Future" grundsätzlich darum, dass die Pariser Klimaziele eingehalten werden – also die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius begrenzt wird, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. So fordert die Bewegung etwa einen raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Bis Ende 2019 soll bereits ein Viertel der Kohlekraft in Deutschland abgeschaltet sein. Der vollständige Kohleausstieg soll – statt wie beschlossen 2038 – bereits bis 2030 erfolgt sein. "Fridays for future" fordert außerdem, dass die Energieversorgung in Deutschland bis 2035 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt und dass Kohlendioxid-Emissionen möglichst rasch bepreist werden.

Darf jeder mitstreiken?

Seit Beginn des öffentlichen Protestes, ausgehend von Schülern, wird über die rechtliche Legitimität diskutiert. Bleiben Schüler vom Unterricht fern, kann dies zu Fehlstunden im Zeugnis führen. Mit Schulbehörden, Schulen, Schülern, Lehrern und Eltern gibt es aber zahlreiche individuelle Regelungen.

Der Appell der Protestbewegung "Fridays for Future" richtet sich diesmal erstmals auch an alle Erwachsenen. Auch die, die Arbeiten, sollen sich an den Aktionen beteiligen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht fällt Klimaprotest aber nicht unter das Streikrecht.

Quelle: MDR/cw,ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. September 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 11:17 Uhr

22 Kommentare

Schenkendorf vor 7 Wochen

Dabeo und Huhnmade77 haben die Sache schon richtig beleuchtet. Mit dem Mercusure Abkommen wird das Klimapaket der Frau Merkel und ihrer Mehrheitsbeschaffer von der SPD im Rahmen der EU, als Mogelpackung identifiziert. Im Endeffekt wird nur der kleine Verbraucher zur Kasse gebeten. Für noch mehr billiges Rindfleisch aus Brasilien und Argentinien, für dessen Produktion weiterer Regenwald abgeholzt wird, können dann VW und Co. mehr Autos ohne Importzölle, in diese Länder liefern. Die Profite werden sprudeln und vermutlich auch die Schmiergeldzahlungen, schlicht Parteispenden genannt, für CDU, CSU und SPD wachsen. Und das heilige Gretchen bekommt demnächst sicher ein Büro in Brüssel neben dem der Frau v.d. Leyen. Die potentielle Nachfolge ist also gesichert.

Mikro vor 7 Wochen

2000 in Halle?Ach deshalb musste ich mit meinem SUV Umwege fahren.Kein Problem für die gute Sache mache ich das gern.War grad auf dem Weg meine nächste Flugreise zu buchen.Das wird ein Spaß.Klimasturz ist mir schnurz.......

Bernd L. vor 7 Wochen

Denkschnecke, da geht vieles durcheinander. Die Voraussagen des IPCC weichen beträchtlich von der realen Entwicklung ab (ein alter Artikel in der Welt von 2011 hat das z.B. vernichtend auseinandergenommen, P. Frank zuletzt ebenso). Die Hockeyschlägerkurve von M. Mann, der viele IPCC-konforme Wissenschaftler folgen, ist aufgeflogen. Modelle, die nicht mehr mit der Realität übereinstimmen, sind falsch bzw. müssen modifiziert werden.
Die Beispiele Lungenkrebs, UV-Strahlung sind völlig anders. Dort gibt es hinreichend große und lange stat. Relevanz und klare theoretische Begründungen- das ist beim CO2 Modell nicht der Fall. Die Klimaentwicklung ist viel komplexer (Sonne, Strahlungen, Wolken) und lässt sich nicht an einem Gas festmachen.
Nach Ihren Beiträgen zweifle ich daran, dass sie Naturwissenschaftlerin sind- ehrlich?

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