Unfallstatistik Fünf Fakten zu Autobahn-Unfällen in Sachsen-Anhalt

Manuel Mohr
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Welche Strecken, welche Uhrzeiten, welche Ursachen – MDR SACHSEN-ANHALT zeigt fünf Fakten zu den mehr als 4.000 Unfällen, die Jahr für Jahr auf Sachsen-Anhalts Autobahnen passieren. Teil fünf des Themenschwerpunkts.

Langzeitbelichtung einer Autobahn im Sonnenuntergang. Die weißen und roten Lichter der Autos verschwimmen.
In den vergangenen zehn Jahren starben in Sachsen-Anhalt über 200 Menschen bei Autobahn-Unfällen. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Unsplash/chris-272

Wie viele Autobahn-Unfälle gibt es pro Jahr?

Das Land Sachsen-​Anhalt durchzieht ein Straßennetz von knapp 11.000 Kilometern. Rund 500 Kilometer – umgerechnet rund 4,5 Prozent – davon sind Autobahnen. In den vergangenen zwölf Jahren gab es dort zwischen 4.000 und 5.200 Unfälle pro Jahr, durchschnittlich waren es 4.500. Während die Gesamtzahl der Straßenverkehrsunfälle in Sachsen-Anhalt leicht rückläufig ist, stieg die Zahl der Autobahnunfälle über die Jahre leicht an. Ihr Anteil an allen Unfällen steigerte sich demzufolge von 5,3 Prozent im Jahr 2008 auf 6,4 Prozent im Jahr 2019.

Landkarte mit den Autobahnen in Sachsen-Anhalt.
Aktuell umfasst das Autobahnnetz in Sachsen-Anhalt eine Länge von rund 500 Kilometern. Bildrechte: Von Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Wo passieren die meisten Unfälle mit Personenschaden?

Bei etwa jedem zehnten Autobahn-Unfall in Sachsen-Anhalt kommt es zu einem sogenannten Personenschaden. Dabei wird unterschieden, ob die Unfallbeteiligten als Leichtverletzte (ärztliche Behandlung oder Krankenhausaufenthalt unter 24 Stunden), Schwerverletzte (mehr als 24 Stunden im Krankenhaus behandelt) oder als Getötete (innerhalb von 30 Tagen nach einem Verkehrsunfall an den Unfallfolgen verstorben) zu kategorisieren sind.

In absoluten Zahlen passieren die meisten Unfälle mit Personenschaden auf der Autobahn 9. Allerdings ist die A9 mit rund 122 Kilometern Länge nach Angaben des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr auch die längste Autobahn in Sachsen-Anhalt.

Auf der A2 wurden im Zeitraum 2010 bis 2019 zwar etwas weniger Unfälle mit Personenschaden verzeichnet, allerdings ist sie mit 84,5 Kilometer Länge in Sachsen-Anhalt auch deutlich kürzer als die A9. Auf einen Kilometer Autobahn gerechnet ist die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kommen, somit auf der A2 am höchsten.

Wo gibt es die meisten Verunglückten?

Als Verunglückte werden die Leicht- und Schwerverletzten sowie die bei einem Unfall Getöteten bezeichnet. In den vergangenen zehn Jahren summierte sich deren Anzahl auf der A9 auf 3.061. Das ist landesweit der höchste Wert, gefolgt von der A2 mit 2.456 Verunglückten. Allerdings ist die A2 trauriger Spitzenreiter bei der Zahl der Getöteten. Zwischen 2010 und 2019 verstarben insgesamt 77 Menschen infolge von Autobahn-Unfällen auf der A2.

Autobahn A2, eine große Baustelle 1 min
Bildrechte: MDR/Maximilian Fürstenberg

Um welche Uhrzeit und an welchen Tagen kracht es am häufigsten?

Mittwoch ist statistisch betrachtet der sicherste Tag, um in Sachsen-Anhalt auf der Autobahn zu fahren. Das gilt zumindest für die Unfälle mit Personenschäden. Denn diese geschahen im Zeitraum 2016 bis 2019 mittwochs am seltensten. Freitag und Montag hingegen wurden deutlich mehr Unfälle verzeichnet, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden.

Summe der Unfälle, aufgeschlüsselt nach Wochentagen:

  • Freitag: 385
  • Montag: 352
  • Sonntag: 318
  • Samstag: 298
  • Dienstag: 282
  • Donnerstag: 276
  • Mittwoch: 239

Bezogen auf die Uhrzeit passieren die wenigsten Autobahn-Unfälle mit Personenschaden dann, wenn auch die wenigsten Menschen unterwegs sind: spät am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen. Erhöht ist das Unfallgeschehen allgemein zwischen 07.00 Uhr und 19.00 Uhr. Die mit Abstand meisten Unfälle im Zeitraum 2016 bis 2019 gab es zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr.

In Kombination aus Wochentag und Uhrzeit ergibt sich aus der Unfallstatistik, dass in den vergangenen vier Jahren an Freitagen zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr die meisten Unfälle mit Personenschaden auf Sachsen-Anhalts Autobahnen passierten:

Jeweils nur einen Unfall gab es hingegen am Montag zwischen 01.00 Uhr und 02.00 Uhr sowie am Donnerstag zwischen 03.00 Uhr und 04.00 Uhr.

Aus welchen Gründen kommt es zu den Unfällen?

Aus der Unfallstatistik der vergangenen vier Jahre geht hervor, dass die genau Ursache für einen Unfall mit Personenschaden nicht exakt nachvollziehbar ist und der allgemeinen und unspezifischen Kategorie "Andere Fehler beim Fahrzeugführer" zugeordnet wurde. Konkreter sind da schon die darauf folgenden Unfallursachen: das Nichteinhalten des Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug sowie zu schnelles Fahren:

Die fünf häufigsten Ursachen für Autobahn-Unfälle

  • Andere Fehler beim Fahrzeugführer: 842
  • Abstand: 812
  • Geschwindigkeit: 642
  • Verkehrstüchtigkeit: 251
  • Nebeneinanderfahren: 239

Die Initiative "Runter vom Gas" des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bietet auf ihrer Internetseite einen interaktiven Bremswegrechner an. Damit können Sie selbst ermitteln, wie groß je nach Geschwindigkeit und Witterungsverhältnis der Abstand zum nächsten Fahrzeug sein sollte, damit sie im Falle einer Vollbremsung noch rechtzeitg zum Stehen kommen.

Autobahn A2, eine große Baustelle 1 min
Bildrechte: MDR/Maximilian Fürstenberg

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Juli 2020 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

ElBuffo vor 3 Wochen

Schade das die Ursache Handy nicht erfasst wird. Da ist sicher wieder der Datenschutz höher als die körperliche Unversehrtheit zu gewichten.

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