Gleichberechtigung in Sachsen-Anhalt Frauen und Männer verdienen gleich

Selten gibt es aus Sachsen-Anhalt gute Nachrichten – dies ist eine: In Sachsen-Anhalt herrscht größtenteils Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Damit ist das Land bundesweiter Vorreiter auf dem Weg zu geschlechtergerechter Bezahlung. Das zeigen die Zahlen für das produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich, die den größten Bereich des Arbeitsmarktes ausmachen.

In Sachsen-Anhalt werden Frauen und Männer größtenteils gleich bezahlt. Das belegen Zahlen des Statistischen Landesamtes, die dem MDR vorliegen. Demnach bekommen Frauen, die im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Vollzeit arbeiten, 2016 im Durchschnitt (Quartal 1-3) 2.988 Euro. Das betrifft nach Angaben des Statistischen Landesamtes den größten Teil des Arbeitsmarktes. Ihre männlichen Kollegen in derselben Gehaltsklasse verdienten durchschnittlich nur vier Euro mehr.

600 Euro weniger im Bundesdurchschnitt

In anderen Bundesländern werden Frauen und Männer dagegen weitaus ungleicher bezahlt, obwohl sie in derselben Gehaltsklasse und Vollzeit arbeiten. Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes verdienten Frauen im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in einem Vollzeit-Job 3.246 Euro brutto. Ihre männlichen Kollegen dagegen 3.883 Euro. Diese Differenz von rund 600 Euro besteht fortlaufend mit leichten Schwankungen seit zehn Jahren, so die Statistik.

Unterstützung für alleinerziehende Frauen

Der Landesfrauenrat fordert anlässlich des Weltfrauentages am 8. März von der Politik grundsätzlich mehr Unterstützung für alleinerziehende Frauen. Der Rat erwarte von der Landes- und Bundesregierung, mehr gegen Frauenarmut zu tun, so die Vorsitzende Eva von Angern (Die Linke).

Eva von Angern (Die Linke)
Eva von Angern (Die Linke) Bildrechte: Eva von Angern/Die Linke Sachsen-Anhalt

Von Angern erklärte am Montag in Magdeburg, für alleinerziehende Frauen sei das Risiko sehr hoch, in Armut zu leben. Für sie gebe es kaum Chancen, in vollzeitbeschäftigt zu arbeiten. Ein Grund dafür sei, dass in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt der öffentliche Nahverkehr nicht so ausgestattet sei, dass Vollzeitbeschäftigung und Kinderbetreuung unter einen Hut gebracht werden könnten. Zudem würden die Kinderbetreuungs-Einrichtungen nicht flexibel genug auf den besonderen Bedarf alleinerziehender Frauen reagieren.

Um gegen Frauenarmut vorzugehen, schließt sich der Landesfrauenrat auch der Forderung an, den Mindestlohn weiter anzuheben. Von Angern sagte dem MDR, in Sachsen-Anhalt arbeiteten Frauen vor allem im Niedriglohnsektor. Sie profitierten daher auch besonders vom Mindestlohn. Die Linken-Politikerin nannte eine Erhöhung auf mindestens zehn Euro die Stunde.

Vergleich der Bruttoverdienste

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2017, 18:12 Uhr

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8 Kommentare

07.03.2017 19:20 Linke 8

Sorry meine frage wäre von welcher Berufsgruppe diese Zahlen stammen. Ich bin Installateur und auf Montage da komme ich nicht annähernd ran.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Das lässt sich pauschal nicht sagen, da es in vielen Berufszweigen und Unternehmen große Abstufungen gibt.

07.03.2017 19:00 Der Mittelstand? 7

Son schwachsin! Meine Freundin und ich arbeiten beide in Sachen Anhalt und wenn ich einen guten Monat habe komme ich auf 1800€ brutto bei meiner Freundin sind es ca.200 € weniger das ist ganz weit weg von der Statistik.und dafür bekommen Leute viel Geld!

07.03.2017 09:00 Statistiker 6

Die Diskussion bei Facebook in Reaktion auf diesen Artikel (in die ich mich nicht einmischen werde) basiert m. E. auf einem relativ einfachen Betrachtungsfehler. Es wird von den Statistikämtern der Mittelwert verwendet, der sich bei der von mir vermuteten statistischen Verteilung der Einkommenskohorten nur sehr schlecht zur Beschreibung der tatsächlichen Verhältnisse eignet. Wesentlich aussagekräftiger wäre hier Median und Pareto. Diese gehen aber leider aus den Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes nicht hervor. Ohne die genaue Verteilungskurve der Einkommensklassen zu kennen, würde ich mutig behaupten, diese gleicht keinesfalls einer Gauss-Kurve, sondern einer "schiefen Badewanne". am unteren Ände eine ganze Reihe von Teil- und Vollzeit-Mindestlöhnern, dann wirds flach und danach Öffentl. Dienst, Auspendler nach Niedersachsen und wenige Gutverdiener.
Ich denke, darin liegt der Grund für die von vielen gefühlte Diskrepanz zum täglichen Erleben. > "Trau keiner Statistik..."

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