Ruf nach einheitlicher Lösung Gesundmeldungen für Kitas – ein landesweiter Streit

Kevin Poweska
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In Sachsen-Anhalt ist es den jeweiligen Kitas überlassen, ob sie eine ärztliche Gesundmeldung bei der Rückkehr von Kindern nach Krankheiten fordern. Das Land erlaubt, dass Eltern und Träger dies selbst entscheiden. Der Spielraum sorgt aber landesweit nicht für pragmatische Lösungen, sondern vielerorts für Streit. Eine Kinderärztin, ein Rechtsanwalt, ein Kitaleiter und verschiedene Träger geben Einblicke.

Ein Schild mit der Aufschrift "Kindergarten"
Ob eine Gesundschreibung für Kinder in Kitas notwendig ist, kann von den einzelnen Kitas entschieden werden. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Braucht mein Kind eine Gesundmeldung, wenn es zurück in die Kita soll? Eine Frage, die viele Eltern gerade in Zeiten des Coronavirus beschäftigt. Wenn eine Kita eine Gesundschreibung vom Arzt verlangt, dann darf sie das im Grunde auch. Denn die Landesregierung hat keine konkrete einheitliche Lösung für Sachsen-Anhalt beschlossen. Das bedeutet, dass die Kitas vor Ort und ihre Träger mehr Spielraum haben und für sich entscheiden können, ob sie eine Gesundschreibung von Kindern als notwendig erachten oder nicht. Diese Übertragung von Verantwortung auf die jeweiligen Kitas und ihre Träger gab es aber auch schon vor dem Auftreten des Coronavirus.
In einer kleinen Anfrage hinterfragt Landtagsabgeordnete Monika Hohmann (DIE LINKE) die aktuellen Regelungen des im August verabschiedeten Erlasses.

Wie kommt es zur Pflicht einer Gesundmeldung?

Eine generelle Gesundschreibung für Krankheiten ist seit dem Jahr 2013 nicht mehr gesetzlich notwendig. Seit August 2019 gilt in Sachsen-Anhalt durch das Kinderförderungsgesetz, dass auch ein Gremium mit Elternbeteiligung mitentscheidet, ob in einer Kita eine Gesundmeldung erforderlich ist (das sogenannte Kuratorium). Eine Gesundmeldung kann also dann verlangt werden, wenn Kita und Kuratorium sich in diesem Punkt einig sind.

Rechtsanwalt Peter Nelkowski sieht diese Tatsache kritisch. Das Kuratorium bestehe zum einen aus Elternvertretern, zum anderen aber aus der Kitaleitung und einer Trägervertretung. "Deswegen heißt das nicht unbedingt, dass die Elternmeinung in diesem Gremium entscheidend sein muss. Es ist im Gesetz nicht geregelt, wie die Stimmengewichtung ist", erklärt Nelkowski. Die Eltern könnten im Kuratorium nicht alleine entscheiden.

Arzt Dr. med Hanno Klemm von der Malteser Migranten Medizin behandelt einen Jungen aus Guinea Aequatorial in der Praxis des Malteser Hilfsdienst in Berlin.
Bei neuen Änderungen zu Gesundmeldungen haben auch die Eltern im sogenannten Kuratorium Mitspracherecht. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Vom Land selbst gebe es keine Vorgabe, ob ein Attest oder ähnliches zu erbringen sei, erklärt Peter Nelkowski. Dadurch könne jede Kita einzeln entscheiden. Nelkowski ist selbst Geschäftsführer eines Trägers zweier großer Magdeburger Kindergärten. Bei diesen Kitas habe es bisher keinen Corona-Verdacht gegeben.

Krankenkassen müssen Kosten nicht übernehmen

Ein Junge greift nach einer Impfung in eine Kiste mit Süßigkeiten, die ein Arzt ihm hinhält.
Ärzte können selbst entscheiden, ob sie sich eine Gesundmeldung bezahlen lassen, erklärt Rechtsanwalt Peter Nelkowski. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Neben dem Fakt, dass für die Eltern der Aufwand eines weiteren Arztbesuches entsteht, stellen sich auch viele die Frage nach den Kosten. Diese liegen nach Erfahrungsberichten, die uns Eltern aus Sachsen-Anhalt mitgeteilt haben, zwischen 0 und 15 Euro. Rechtsanwalt Nelkowski erklärt, dass das Land in dem Erlass klarstellt, die Kosten nicht zu übernehmen. Es gebe keine konkrete Rechtsgrundlage dafür, wer die Kosten übernehmen müsste. "Krankenkassen und Träger müssen die Kosten auch nicht übernehmen", meint der Anwalt. Dies liege auch daran, dass das Kinderförderungsgesetz eine Gesundmeldung nicht mehr explizit fordere.

Es gibt eine Grundlage dafür, dass Ärzte diese Kosten erheben dürfen – aber das müssen sie natürlich nicht machen.

Peter Nelkowski, Rechtsanwalt

Der Praxisbesuch – ein vermeidbares Risiko

"Nichts" – das hält Kinderärztin Dr. Heike Teichler aus Halle von der aktuellen Handhabung. Sie wünscht sich eine einheitliche Lösung, zumindest auf kommunaler Ebene. "Momentan gibt es in Halle sehr viele unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Kitas", erklärt die Kinderärztin. Dies sei für alle Beteilligten keine einfache Situation.

Ein kleiner Junge ist beim Arzt und wird geimpft
Dr. Heike Teichler aus Halle würde sich eine einheitliche Lösung auf kommunaler Ebene wünschen. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Westend61

Für Kinderärztin Teichler ist auch ein weiterer Aspekt nicht zu unterschätzen. Die Ärzte würden bei einer Gesundmeldung viel Verantwortung übernehmen. "Wir müssen für eine Gesundschreibung sehr genau prüfen, ob ein Kind noch Symptome hat", meint Teichler. Ohne einen Corona-Test könne man zudem kein Kind mit leichtesten Symptomen wieder gesundschreiben.

Teichler zufolge führt das Verlangen einer Gesundmeldung außerdem dazu, dass plötzlich viele gesunde Kinder wieder zurück in die Arztpraxen und damit hin zu kränkelnden Kindern kommen. "Das kann ja nicht das Ziel sein, dass sich die Kinder in den Arztpraxen wieder mit neuen Krankheiten anstecken", erklärt die Kinderärztin. Es gebe vom Robert Koch-Institut eine Definition, welche Krankheiten eine Gesundschreibung erfordern – ein Erkältungsschnupfen gehöre nicht dazu, erklärt sie.

Die Kinderärztin musste nach eigenen Angaben in den letzten Wochen hunderte Gesundmeldungen ausstellen. Vor Corona sei es ein Zehntel dieser Menge gewesen. "Ich verstehe, dass die Kitas keine Kinder mit Infektionen in den Gruppen wollen – aber ich verstehe nicht, warum die Gesundmeldung das Kriterium dafür ist", meint Teichler. Es sei ja schließlich bloß ein Schriftstück und dass Kinder oftmals wegen eines Schnupfens gesundgeschrieben werden müssen, halte sie für äußerst fragwürdig.

Wann darf ein Kind mit Symptomen in die Kita?

Es sei durch das Kinderförderungsgesetz geregelt, "dass Kinder mit Verdacht auf eine Corona-Infektion gar nicht aufgenommen werden dürfen", sagt Rechtsanwalt Nelkowski. Kinder mit leichten Symptomen, ohne Fieber, dürfen demnach die Kita besuchen. Ansonsten sei geregelt, dass die Eltern mit dem Zurückbringen des Kindes gleichzeitig erklären, dass das Kind frei von Corona-Symptomen ist.

Das ist eine Serviceleistung, die kann ich mir bezahlen lassen oder eben nicht.

Peter Nelkowski zu den Gesundmeldungen

Beispiel Stadt Stendal: 24 Stunden symptomfrei

Eine Kindergärtnerin liest den Kinder ein Buch vor.
Die Kinder und das Personal in der Kita sind oftmals eng an eng. (Archivbild.) Bildrechte: IMAGO images/epd

Von Kita zu Kita unterschiedlich – gleiche Bedingungen Fehlanzeige. Städtische Träger, wie zum Beispiel die Stadt Stendal, können natürlich für ihre Kitas einheitliche Lösungen anbieten. Die Stadt macht dies bei ihren zwölf Kitas, bei denen sie Träger ist. Dort müsse kein Gesundschreiben vom Arzt vorliegen, erklärt Marleen Blume, Sachgebietsleiterin für Kitas und Schulen in der Stadt Stendal.

Die Eltern müssten der Kita aber bestätigen, dass ihr Kind zum Zeitpunkt der Abgabe in der Kita 24 Stunden symptomfrei sei. Laut Blume wurden mehrfach Kinder nach ihrer Ankunft mit Symptomen wieder nach Hause geschickt. Dies sei aber auch nicht zu verhindern, da es in der Stadt Stendal große städtische Einrichtungen gebe, meint Marleen Blume.

Wir können die 24 Stunden symptomfreie Zeit natürlich nicht überprüfen, aber wir haben ja noch die Möglichkeit, Kinder mit Symptomen nach Hause zu schicken

Marleen Blume, Sachgebietsleiterin für Kitas und Schulen in Stendal

Ein Problem sei das Erkennen des Coronavirus: Die Stadt könne von den Eltern nicht verlangen, dass sie einen Corona-Test machen, erklärt Blume. Hauptgrund dafür sei der Kostenaspekt. Da es auch für Ärzte ohne diese Tests schwierig sei, eine Corona-Diagnose zu stellen, hätten sie die Kinder zum Teil nicht gesund schreiben wollen. Deswegen wolle die Stadt eine Gesundschreibung nicht generell verlangen, meint Marleen Blume.

Das gilt bei Reisen ins Ausland

Ein besonderer Fall trete nach Reisen ins Ausland ein, sagt Blume. Nach der Ankunft gelten für Kinder, die städtische Kitas in der Stadt Stendal besuchen, die gleichen Regeln wie für erwachsene Personen nach einer Rückkehr aus dem Ausland. "Auch die Kinder müssen dann zu Hause bleiben", sagt Marleen Blume. Dies hätten die Eltern auch im Vorfeld unterschrieben.

So läuft es in der Kita Regenbogenland in Stendal

Ein Gruppe Kindergartenkinder mit einer Erwachsenen.
Nicht alle Kinder kommen gesund in die Kita, meint Kita-Leiter Christian Müller-Vogt. Archivbild. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Christian Müller-Vogt leitet die städtische Kita Regenbogenland in Stendal. Er erzählt, dass die eigentliche Problematik sei, dass Kinder trotz der Regelungen zum Teil mit Symptomen in die Kita kämen. "Momentan versichern uns die Eltern per Unterschrift, dass sie ihr Kind ohne Symptome und ohne Kontakt zu Corona-Infizierten in der Kita abgeben", sagt der Stendaler Kitaleiter Müller-Vogt. Dabei müsse man auf die Ehrlichkeit der Eltern vertrauen und darauf, dass jeder Elternteil vollständig über das Kind informiert sei. Dies sei nicht immer der Fall, meint Müller-Vogt. Wenn Symptome im Kindergarten entdeckt werden, "ist der Zug aber meistens schon abgefahren", erklärt Müller-Vogt.

Dann ist das Kind ja schon hier und dadurch kann es unter Umständen dann schon zu spät sein und es hat andere Kinder oder das Personal angesteckt.

Christian Müller-Vogt, Leiter von der Kita Regenbogenland in Stendal

Es wurden in den vergangenen Wochen Kinder mit Erkältungssymptomen nach Hause geschickt, mit der eindringlichen Bitte, diese von einem Arzt überprüfen zu lassen. "Man geht damit natürlich jetzt sensibler um und es ist Gott Sei Dank nur vereinzelt vorgekommen", erzählt Müller-Vogt. Bisher funktioniere der Umgang der Kitas in Stendal mit dem Coronavirus aber insgesamt gut.

Das gilt für Kitas vom Träger "Deutsches Rotes Kreuz"

Bei den Kitas, bei denen das Deutsche Rote Kreuz der Träger ist, gibt es keine einheitliche Lösung in Sachsen-Anhalt. Ob eine Gesundmeldung benötigt wird, hänge davon ab, was das Kind genau für Symptome vorweise, meint Carlhans Uhle, Landesgeschäftsführer des DRK Sachsen-Anhalt. "Wenn Kinder typische Corona-Symptome haben, dann dürfen sie nicht kommen. Ob eine Gesundschreibung notwendig ist, liegt bei den Einrichtungen selbst", sagt Uhle.

Das gilt für Kitas vom Träger "Johanniter"

"Es gibt klare Vorgaben im Infektionsschutzgesetz. Bei den Johannitern gibt es keine einheitliche Lösung für die 34 Kitas im Land", erklärt Stephan Klauert, Regionalvorstand Johanniter Magdeburg, Börde, Harz. Es werde vor Ort von Kitas ganz unterschiedlich geregelt. "Nach etwas Schnupfen braucht man in der Regel keine Gesundmeldung, aber bei einem längeren Infekt haben wir das dann schon ganz gerne", sagt Klauert. Ein Problem sei, dass die Ärzte bei leichteren Symptomen teilweise keine Gesundschreibungen mehr machen.

Forderung: Mehr Handlungsspielraum für Kitas

Kitagruppe
Für den Stendaler Kitaleiter Müller-Vogt müssten die Kitas mehr Möglichkeiten haben, Kinder und Personal zu schützen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Westend61

Aktuell gebe es für die Kitas nicht viele Möglichkeiten zum Handeln, meint Kitaleiter Christian Müller-Vogt. "Es ist schade, dass wir da keine Handhabe haben und es so auch vorkommen kann, dass Eltern ihre Kinder zum Beispiel mit einem Fieberzäpfchen ausstatten und Symptome erst nach stundenlangem Aufenthalt auftreten."

In dieser Zeit habe sich die Krankheit natürlich schon verbreitet. Für den Kitaleiter fehlen dort weitere Handlungsalternativen. "Aus Kita-Sicht wäre es schön, wenn uns mehr Spielraum eröffnet wird, um sicher zu sein, dass ein Kind auch wirklich einen Arzt besucht hat, wenn ein bestimmter Krankheitsverdacht über Tage vorliegt", erklärt Müller-Vogt.

Meinungen unserer Facebook-Nutzer

Wir haben bei Facebook unsere Nutzer nach ihrer Meinung zum Thema gefragt:

Katharina Schiller: "Es kommt drauf an, was die Kleinen haben. Bei Durchfall zb ja aber wegen Schnupfen nicht...manchmal reicht auch ein Krankenschein, damit man sieht, dass es in ärztlicher Behandlung war."

Marcel Weiser: "Ja das stimmt, diese Gesundschreibungen ,das Unsere Tochter wieder Gesund ist....benötigen Wir auch ,um die kleine wieder unter Kinder in die Kita hinbringen zu dürfen.....,das traurige ist,das man die lange Wartezeit beim Kinderarzt mit in kauf nehmen muss....und da könnte man vielleicht etwas dran ändern.....,aber sonst hege ich die Hypothese,das solch Maßnahme gerechtfertigt ist gegenüber den Kids von Seiten der Erzieher/in,weil Sie gegenüber den Kindern eine Staatliche - Aufstspflicht ausüben und sich diesbezüglich absichern wollen,das es auch allen Kindern gut geht.....die auf engstem Raum miteinander spielen/Spaß haben wollen

Nicole Reneid: "Bei uns ist das so geregelt: Ruft mich der Kindergarten an und ich muss mein Kind abholen weil es ihm net gut geht muss ich zum Arzt und dann auch eine Gesundschreibung bringen... Lass ich mein Kind zu Hause weil es sich frühs net fühlt oder ähnliches muss ich net unbedingt zum Arzt und brauch auch keine Gesundheitsschreibung... Ausgenommen sind natürlich ansteckende Krankheiten, da muss man eine haben.... Ich hab noch nie was bezahlt...."

Anmerkung: Die Aussagen haben wir unbearbeitet kopiert und eingefügt.

Das sagt das Sozialministerium

Eine Sprechstundenhilfe spricht mit Patienten im Wartezimmer einer Arztpraxis.
Das Sozialministerium erklärt, dass die Entscheidung für eine Gesundmeldung vor Ort einer generellen Lösung vorzuziehen sei. Archivbild. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT hat sich auch Sachsen-Anhalts Sozialministerium noch einmal zu dem Thema geäußert. "Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen und Befindlichkeiten zu diesem Thema in der Elternschaft", heißt es in der Antwort des Sozialministeriums. Daher sei es der beste Weg, dass sich alle Betroffenen vor Ort einigen. Das sei besser als eine generellen Lösung, die das Land vorgebe.

Auf eine mögliche Gefahr durch einen erneuten Arztbesuch für die Gesundmeldung erklärt das Ministerium, dass diese Frage nicht pauschal beantwortet werden könnte. "Kinder können sich immer und überall anstecken, nicht nur beim Arztbesuch."

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er im sechsten Semester seines Bachelor-Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/pow

1 Kommentar

Anni22 vor 2 Wochen

Ich denke die Gesundmeldung scheitert allein schon daran, dass es eh schon wenig Kinderärzte gibt und Diese total überlastet sind.
Sinnvoller wäre es bei den Kindern früh Fieber zu messen und kranke Kinder nicht anzunehmen. Kontaktloses Fieber messen geht schnell und kann von jedem Erzieher geleistet werden.

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