Junge Frau mit dunklen Haaren und Schal um den Hals liegt krank allein im Bett
Gliederschmerzen, Fieber, Husten und ein allgemein starkes Krankheitsgefühl deuten auf eine Ansteckung mit Influenza-Viren hin. Bildrechte: imago/Rolf Kremming

Influenza Mehr als 2.000 Grippefälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind in den vergangenen Wochen wieder mehr Grippefälle aufgetreten. Das Ausmaß ist bislang aber im Vergleich zum Winter vor einem Jahr weniger stark. Im Süden des Landes verbreitet sich der Virus am stärksten.

Junge Frau mit dunklen Haaren und Schal um den Hals liegt krank allein im Bett
Gliederschmerzen, Fieber, Husten und ein allgemein starkes Krankheitsgefühl deuten auf eine Ansteckung mit Influenza-Viren hin. Bildrechte: imago/Rolf Kremming

In Sachsen-Anhalt sind seit Oktober 2018 mehr als 2.000 Menschen an Grippe erkrankt. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Verbraucherschutz hervor, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegen. Demnach hat es allein in der vergangenen Woche 962 Befunde gegeben, 475 davon bei Kindern. Die meisten Fälle melden der Burgenlandkreis, die Stadt Halle und die Kreise Wittenberg und Börde. Die wenigsten Erkrankungen gibt es im Norden: im Kreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel.

Wie das Amt weiter mitteilte, steige die Grippewelle in Sachsen-Anhalt schwächer an als im Vorjahr. Ob sie deswegen weniger stark sein werde, lasse sich aber noch nicht abschätzen. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Grippeviren in diesem Jahr besonders schwere Krankheitsverläufe verursachten.

Süden am stärksten betroffen

Im Süden Sachsen-Anhalts ist die Grippe in den vergangenen Tagen auf dem Vormarsch. Wie die Gesundheitsämter der Städte und Landkreise MDR SACHSEN-ANHALT mitteilten, hat sich die Zahl der neuen Erkrankungen pro Tag ungefähr verdreifacht. Besonders stark sind die Stadt Halle, der Burgenlandkreis und der Saalekreis betroffen. Dort diagnostizierten die Ärzte allein am Montag 90 neue Grippefälle. Zum Vergleich: in der Vorwoche waren es im Schnitt täglich 30 neue Erkrankungen.

Bislang macht die Influenza den Unternehmen der Region kaum zu schaffen. So teilten zum Beispiel die Deutsche Bahn und die Havag in Halle mit, dass es bei Zug und Straßenbahn keinen Personalmangel wegen der Grippe gebe. Große Unternehmen wie die Mibrag hatten ihren Mitarbeitern eine kostenlose Impfung angeboten. Ein Unternehmenssprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das zahle sich nun aus.

Krankenhäuser im Norden gut gerüstet

Die Krankenhäuser im Norden Sachsen-Anhalts sehen sich für den Notfall gut gerüstet. Wie eine Sprecherin MDR SACHSEN-ANHALT sagte, gibt es im Johanniter-Krankenhaus in Stendal einen Pandemie-Plan. Er beinhaltet, auf welchen Stationen Verdachtsfälle getrennt von anderen Patienten aufgenommen werden. Das Personal werde regelmäßig geschult. Außerdem gelten für die Mitarbeiter Schutzvorkehrungen. Das beinhalte neben der Standardhygiene insbesondere das Tragen von Mund- und Nasenschutz und eine konsequente Händedesinfektion.

Ähnliche Pläne wie in Stendal gibt es auch in den Kliniken in Gardelegen und Salzwedel. Eine Sprecherin der Krankenhaus-Holding sagte MDR SACHSEN-ANHALT, in den Plänen sei nicht nur die Versorgung der Patienten geregelt, sondern es gebe auch einen Notfallplan bei akutem Personalmangel.

Entwarnung im Osten des Landes

"Die Grippewelle hat das Ausmaß von 2018 bei Weitem noch nicht erreicht", sagte ein Sprecher des Wittenberger Krankenhauses auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Dort wie auch in der Klinik in Köthen sei Mitarbeitern die Vierfach-Impfung angeboten worden, um sich, ihre Familien und die Patienten zu schützen. Außerdem stehe ausreichend Schutzkleidung zur Verfügung.

Das Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen registrierte bisher 37 Fälle. Zwei ältere Kranke kamen zwischenzeitlich auf die Intensivstation. Ihr Krankenheitsverlauf war zu schwer. Im Vergleich zur Vorwoche verzeichne man allerdings einen Rückgang der Fälle.

Auch die Unternehmen in der Region Dessau spüren die Auswirkungen der Grippe bisher kaum. Eine Sprecherin der Stickstoffwerke Piesteritz sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man könne hinsichtlich der Anzahl der Krankmeldungen im Moment keine Abweichungen vom Durchschnitt anderer Jahre feststellen. Bayer Bitterfeld hatte im Herbst Obst und Teebeutel an die Mitarbeiter verteilt, damit diese auf sich achten.

Westen des Landes gut vorbereitet

Die registrierten Influenza-Fälle in den AMEOS-Kliniken in Haldensleben, Aschersleben und Staßfurt sind derzeit nicht außergewöhnlich hoch. Das hat eine AMEOS-Sprecherin MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt. Man gehe jedoch davon aus, dass die Grippewelle 2019 weiter an Fahrt aufnehme. Das Personal sei entsprechend geschult und Arzneistoffe seien in ausreichenden Mengen vorhanden.

Da nicht vorhersehbar sei, wieviele Grippepatienten es tatsächlich geben werde, werde auch kein spezieller Bereich dafür vorgehalten: "Die meisten Grippefälle sollen und können ambulant behandelt werden." Impfungen könnten auch jetzt noch erfolgen. Die Wirkung trete aber erst zwei Wochen später ein.

Schwere Grippewelle im vergangenen Jahr

In der vergangenen Grippesaison 2017/2018 hatte Sachsen-Anhalt unter einer besonders schweren Grippewelle zu leiden. Die Krankenkassen meldeten mehr als 25.000 Erkrankte. 81 Menschen starben hierzulande an der Infektion. Verantwortlich dafür wurde unter anderem der Dreifach-Impfschutz gemacht, der nicht die richtigen Virenstämme enthielt. Seit Herbst und Winter 2018 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen erstmals den Grippe-Impfstoff mit dem Vierfach-Schutz.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Februar 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 20:57 Uhr

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