Grippewelle 2020 Grippe-Todesfälle in Sachsen-Anhalt weiter gestiegen

Die Grippewelle in Sachsen-Anhalt weitet sich aus. Bislang sind drei Personen infolge der Grippe verstorben. MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, wie die Lage in Ihrer Region ist und wie Sie sich vor einer Infektion schützen können.

Eine Hand umfässt eine Tasse mit heißem Ingwer-Tee.
Bei einer Grippe verliert der Körper durch Schwitzen und Fieber viel Flüssigkeit – Tee kann helfen, einer Dehydrierung vorzubeugen. Bildrechte: MDR/Unsplash/Dominik Martin

Seit Ende Januar hat die Grippewelle auch Sachsen-Anhalt erreicht und nimmt seither an Intensität zu. Allein in der vergangenen Woche gab es landesweit über 600 neue Fälle, in denen die Infektion mit einem Grippe-Virus nachgewiesen wurde – über 200 Fälle mehr als in der Vorwoche:

Nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz wurden seit September hierzulande über 1.700 Grippe-Fälle registriert – deutschlandweit sind es bisher etwas mehr als 20.000. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, welchen Verlauf die Grippe-Saison in den kommenden Wochen nehmen wird. Laut Landesamt für Verbraucherschutz sei der Anstieg der Grippe-Aktivität bisher aber weniger stark als in den vergangenen Saisons. Dies könnte demnach ein Hinweis darauf sein, dass die aktuelle Grippe-Saison schwächer verlaufen wird als die Vorsaisons.

Drei Grippe-Sterbefälle in Sachsen-Anhalt

In den vergangenen zehn Jahren verliefen die Grippewellen in Sachsen-Anhalt äußerst unterschiedlich. Während in manchen Jahren nur einige hundert Fälle registriert wurden, waren es in anderen Jahren mehr als 4.000 Fälle in einer einzigen Woche. Besonders viele erkrankten in der Saison 2017/18 an der Grippe:

Das Landesamt für Verbraucherschutz teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass in dieser Saison bislang drei Grippe-Sterbefälle in Sachsen-Anhalt gemeldet wurden. Dabei handelt es sich um eine 86-jährige Frau aus dem Landkreis Börde, einen 53-jährigen Mann aus dem Landkreis Stendal und einen 81-Jährigen aus dem Saalekreis. Deutschlandweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Herbst 96 Todesfälle infolge einer Grippevirus-Infektion.

Saison 2019/20: Meiste Grippe-Fälle im Süden

Mit mehr als 350 Grippe-Fällen stammen die meisten Meldungen in dieser Grippe-Saison aus Halle. Im Altmarkkreis Salzwedel hingegen waren es im selben Zeitraum nur 24:

Für diese regionalen Unterschiede gibt es nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz mehrere Erklärungen: Zum einen treffen in Ballungsgebieten viele Menschen aufeinander, sodass eine größere Wahrscheinlichkeit besteht, sich mit Grippeviren zu infizieren. Zudem sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Anzahl der Grippe-Fälle in Sachsen-Anhalt insgesamt höher liegt.

In die Statistik fließen aber nur die Fälle ein, die von einem Labor bestätigt werden. Geht ein Grippeinfizierter nicht zum Arzt oder veranlasst der Arzt keine labordiagnostische Untersuchung, geht dieser Grippe-Fall nicht in die Statistik ein.

Symptome und Schutzmaßnahmen

Charakteristisch für eine Grippeerkrankung sind laut RKI folgende Symptome:

  • plötzlicher Erkrankungsbeginn
  • Fieber
  • Husten oder Halsschmerzen
  • Muskel- und/oder Kopfschmerzen


Des Weiteren können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche und selten auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt empfiehlt auf seiner Internetseite folgende Maßnahmen, um sich vor einer Infektion zu schützen:

  • mehrmals am Tag für ca. 30 Sekunden gründlich die Hände mit Seife waschen
  • engen Körperkontakt mit Erkrankten vermeiden
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften


Wer dennoch an einer Grippe erkrankt ist, sollte nach Möglichkeit die Infektion zu Hause auskurieren und Abstand zu gesunden Familienmitgliedern und Mitbewohnern halten.

Impfen jetzt noch sinnvoll

Den besten Schutz vor einer Infektion bietet allerdings die Grippeschutzimpfung. Laut RKI dauert es nach einer Impfung zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Auch zu Beginn oder im Verlauf einer Grippewelle kann eine Impfung noch sinnvoll sein, da nie genau vorhergesagt werden kann, wie lange die Grippewelle andauern wird.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Risikogruppen (Schwangere, Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Krankheiten) und auch für Medizin- und Pflege-Personal. In Sachsen-Anhalt empfiehlt die Landesregierung allen Menschen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Laut Landesamt für Verbraucherschutz herrscht derzeit keine Knappheit an Impfstoffen.

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. Februar 2020 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2020, 09:00 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 9 Wochen

Wenn man das neue Virus mal gegen die "normale" Virusgrippe stellt, so sind die Toten bei den Grippewellen deutlich höher.
Aus meiner Sicht ist in China der Sack Reis umgefallen. Unsummen werden in Rückholaktionen gesteckt.
Da könnte man für das Geld mehr gegen Viren forschen. Das könnte der Allgemeinheit mehr nützen.

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