Luftbild von Halberstadt im Sonnenuntergang.
Selbst innerhalb eines Orts kann die Grundsteuer je nach Grundstück stark variieren. Zukünftig soll die Berechnung gerechter werden. Bildrechte: imago/Westend61

Vier Fragen und Antworten So hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in Ihrer Gemeinde

Ob Eigenheim oder Mietwohnung: Grundsteuer muss fast jeder zahlen. Für Kommunen ist die Grundsteuer eine wichtige Einnahmequelle. Doch wie wird sie berechnet und wie stark unterscheiden sich die Werte im Land? MDR SACHSEN-ANHALT hat die aktuellen Daten aller Gemeinden recherchiert.

Luftbild von Halberstadt im Sonnenuntergang.
Selbst innerhalb eines Orts kann die Grundsteuer je nach Grundstück stark variieren. Zukünftig soll die Berechnung gerechter werden. Bildrechte: imago/Westend61

Was ist die Grundsteuer?

Jeder, der ein Grundstück besitzt, muss sie zahlen: Die Grundsteuer. Sie ist eine Steuer auf landwirtschaftliche, gewerbliche und bewohnte Grundstücke, die von den Gemeinden oder Städten erhoben wird. Dabei wird zwischen Grundsteuer A für Grundstücke der Landwirtschaft und Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke unterschieden.

Wer also Eigenheimbesitzer ist und ein Haus oder eine Eigentumswohnung hat, muss dafür an seine Kommune Grundsteuer B bezahlen. Mieter werden an den Kosten durch die Betriebskostenabrechnung beteiligt.

Berechnet wird die Grundsteuer mithilfe verschiedener Variablen (eine ausführliche Erklärung finden Sie weiter unten im Text), besonders interessant ist dabei der sogenannte Hebesatz. Dieser kann von jeder Gemeinde selbst festgelegt werden. Fällt er eher höher aus, ist auch die zu zahlende Grundsteuer höher als in Gemeinden, in denen ein niedrigerer Hebesatz verwendet wird.

Wie finde ich den aktuellen Hebesatz für meine Gemeinde?

Eine landesweite, aktuelle Übersicht aller Grundsteuer B-Hebesätze existiert nicht. MDR SACHSEN-ANHALT hat deshalb in der vergangenen Woche auf den Internetseiten aller Städte und Gemeinden im Land recherchiert und die veröffentlichten Hebesätze gesammelt. Doch während man bei einigen Gemeinden relativ einfach in Satzungen oder Amtsblättern auf aktuelle Zahlen stößt, läuft man bei vielen anderen zunächst ins Leere.

Erst auf Nachfrage per Mail und Telefon werden aktuelle Hebesätze genannt, eine Verbandsgemeinde konnte oder wollte bis heute keine Zahlen liefern. Wie hoch die Hebesatz in Ihrer Gemeinde ist und wie es bei Ihnen in der Umgebung aussieht, können Sie mit einem Klick auf die Karte erfahren.

Die abgebildeten Hebesätze spiegeln die Angaben der Internetseiten der Gemeinden sowie deren Antworten per Mail und Telefon wider. Liegt für Ihre Gemeinde dennoch ein abweichender Hebesatz vor, so melden Sie sich gerne unter online-sachsen-anhalt@mdr.de.

Den mit 300 Prozent niedrigsten Hebesatz für die Grundsteuer B rufen die elf Gemeinden An der Poststraße, Apenburg-Winterfeld, Balgstädt, Eckartsberga, Finne, Hassel, Kretzschau, Kuhfelde, Leuna, Petersberg und Zehrental auf.

Den aktuell höchsten Hebesatz verzeichnet Köthen mit 510 Prozent, dicht gefolgt von Halle (500), Magdeburg und Dessau-Roßlau (je 495). Insgesamt rufen die Hälfte aller 218 Gemeinden und Städte im Land einen Hebesatz von weniger als 385 Prozent auf, die andere Hälfte liegt darüber.

Wie genau wird die Grundsteuer berechnet?

Wie geht es mit der Grundsteuer weiter?

Die bisherige Berechnung der Grundsteuer muss reformiert werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht im April 2018 beschlossen. Bis Ende 2019 muss der Gesetzgeber eine Neuregelung schaffen, damit die Grundsteuer gerechter wird. Warum das dringend nötig ist und welche Modelle zukünftig in Fragen kommen könnten, lesen Sie hier.

Quelle: MDR/ff,mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. März 2019 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 04:51 Uhr

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4 Kommentare

20.03.2019 07:48 AltCoswiger 4

Wow... Ich weiß ja das es im Osten etwas "günstiger" ist... Aber so...
In der Gemeinde in der ich jetzt wohne (nähe Köln) liegt der Hebesatz bei 850 %... Ich glaube der dritt oder viert höchste in Deutschland und das hat nix mit öffentlichen Dienst zu tun.

19.03.2019 09:20 Ureinwohner 3

So hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in Ihrer Gemeinde.Er ist nach oben offen.Irgendwie muss der öffentliche Dienst ja bezahlt werden ,als dreht man weiter am Hebesatz.

19.03.2019 01:11 Holzapfel 2

Reform müsste heißen, Abschaffung. Man zahlt viel Geld beim Kauf des Grundstückes, zahlt viel Geld als Grunderwerbssteuer und soll noch als weiter zahlen? Nein, so war es im Ursprung der Grundsteuer nicht gedacht. Die Grundsteuer diente als Pacht für fremden Boden den man bebauen oder bewirtschaften wollte. Die Grundsteuer gehört nicht mehr in unsere Zeit und darum abgeschafft.

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