Ein Arzt nimmt bei einem Patienten Blut ab.
Eine Blutspende dauert nur wenige Minuten. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Spender dringend gesucht Blutkonserven werden knapp

Die Lage ist angespannt: Wegen der Erkältungs- und Grippewelle gehen auch in Halle weniger Menschen als sonst zur Blutspende. Wer einen grippalen Infekt hat oder Antibiotika einnimmt, darf kein Blut spenden. Die Vorräte werden knapp.

Ein Arzt nimmt bei einem Patienten Blut ab.
Eine Blutspende dauert nur wenige Minuten. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Beim Blutspendezentrum in Halle heißt es derzeit: Spender dringend gesucht. Die aktuelle Erkältungs- und Grippewelle hat nun auch die Blutversorgung von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen erreicht. Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT teilte der Haema Blutspendedienst mit: "Seit Anfang März konnten etwas über 500 Spenden in unserem Blutspendezentrum Halle abgenommen werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2017 sind das rund 100 Spenden weniger." Was recht unproblematisch klingen würde, hätte sich in den letzten Wochen über alle Standorte gesehen sehr schnell summiert.

Blut spenden
Deutschlandweit werden jeden Tag etwa 15.000 Blutspenden gebraucht. Bildrechte: IMAGO

Wer einen grippalen Infekt hat oder Antibiotika einnimmt, darf kein Blut spenden. Auch nach einer überstandenen Erkrankung kann nicht sofort wieder gespendet werden. Dadurch werden die Blutreserven knapp. "Täglich werden mehr Konserven verwendet als wieder nachkommen, die Bestände an Blutprodukten sind geschmälert", sagte der Transfusionsmediziner und Vorstand des Haema Blutspendedienstes José Rivero. Wer gesund sei, solle die nächste Spende nicht länger aufschieben.

"Null Rhesusfaktor negativ" besonders gefragt

Gesucht werden Spender aller Blutgruppen, insbesondere mit der Blutgruppe Null Rhesusfaktor negativ. Sie sind sogenannte Universalspender und können Patienten aller Blutgruppen helfen. Bei den Blutgruppen B Rhesus positiv und AB Rhesus positiv sei die Situation momentan noch unkritisch.

Blut spenden kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, nicht weniger als 50 Kilogramm wiegt und sich gesund fühlt. In Halle gibt es beispielsweise ein Blutspendezentrum in der Uniklinik und im Neustadt Centrum. Dorthin kamen Anfang Februar noch durchschnittlich 70 Spender täglich, Anfang März waren es laut Haema Blutspendedienst im Schnitt nur noch 56 Spender. Bundesweit seien täglich rund 15.000 Blutspenden notwendig, um den Bedarf zu decken. Rund zwei Drittel aller Menschen in Deutschland seien irgendwann in ihrem Leben auf Blutspenden oder daraus hergestellte Medikamente angewiesen.

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Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 12. März 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 17:12 Uhr

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4 Kommentare

14.03.2018 17:11 Paula 4

@manfred: Ganz schön kurzfristig gedacht. Hoffentlich wirst du niemals Blut benötigen...Keine Ahnung, welche Erfahrungen du gemacht hast, aber ich bekomme bei Plasma Service in der Großen Ulrichstraße immer einen Obolus nach der Spende.

12.03.2018 20:29 Carlo Deali 3

Wenn Blut fehlt sollte man mal die ganzen Messerstecher auffordern sich zu mäßigen!

12.03.2018 19:40 Manfred 2

Solange ich als " Spender" kein Geld bekomme, bleibt mein Blut da wo es ist. Zufälligerweise kenne ich die Handelspreise für Frischblut und auch für Blutplasma. Mir kann man da nichts vormachen .