Burgenlandkreis AMG will Lithium-Raffinerie am Standort Elsteraue/Zeitz bauen

Der niederländische Konzern AMG will im Burgenlandkreis eine Lithium-Raffinerie bauen. Das Unternehmen setzt auf gut ausgebildete Arbeitskräfte hierzulande – und will offenbar mehrere Millionen Euro in den Standort stecken. Wie viele Arbeitsplätze entstehen, ist noch unklar.

Ladestecker am Elektroauto
Sollte die Raffinerie in der Region Elsteraue/Zeitz gebaut werden, will AMG Metall dort so aufbereiten, dass es für die Batterien von E-Autos genutzt werden kann. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / imagebroker

Der niederländische Konzern Advanced Metallurgical Group (AMG) plant im Raum Elsteraue/Zeitz den Bau einer Lithium-Raffinerie. Noch in diesem Jahr soll einer Ankündigung zufolge die technische Planung starten. In zwei bis drei Jahren könnte die Anlage betriebsbereit sein. Wie viele Arbeitsplätze in diesem Zuge entstehen, ist noch unklar. Klar ist dagegen, dass in der Raffinerie im Burgenlandkreis Metall so aufbereitet werden soll, dass es in der Produktion für Batterien von Elektroautos eingesetzt werden kann.

AMG will bis zu 60 Millionen Euro investieren

Wie AMG in einer Mitteilung schrieb, wäre die Raffinerie die erste deutschlandweit, die Lithiumhydroxid im benötigten Reinheitsgrad herstellen kann. Wie das Handelsblatt schreibt, will AMG für seine Standorte in Deutschland – darunter ein Labor in Frankfurt am Main – bis zu 60 Millionen Euro investieren. AMG hat dafür nach eigenen Angaben einen Zuschuss bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bewertete die Ansiedlung von AMG als gutes Zeichen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Sonnabend, der Standort biete gute Voraussetzungen, um die Energiewende zu bewältigen und bei der Elektromobilität voranzukommen. "Es ist eine gute Entscheidung, zu uns zu kommen", sagte der Regierungschef.

Kurz erklärt: Das ist Lithium Das Leichtmetall Lithium wird unter anderem zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt. Er ist also besonders für die Automobilindustrie von wachsender Bedeutung. Die weltweit größten Lithium-Vorkommen werden in Bolivien vermutet.

Der Chef der Deutschland-Tochter von AMG, Scherer, sagte dem Handelsblatt, für den Standort Deutschland sprächen gut ausgebildete Arbeitskräfte und die Nähe zu Abnehmern. "Die Automobil- und Batteriehersteller haben festgestellt, dass es durchaus Sinn macht, Batterien für Elektroautos in Europa zu bauen und hier zu etablieren", wird Scherer im Handelsblatt zitiert.

Weltweit gut 3.000 Mitarbeiter

Das Unternehmen mit Hauptsitzen in Amsterdam und Pennsylvania produziert hochtechnologische Spezialmetalle und Mineralprodukte. Weltweit arbeiten gut 3.000 Menschen für AMG. Der Konzern hat Standorte unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Tschechien, China, Brasilien und Indien.

Blick auf eine Lithium-Mine des Konzerns AMG in Brasilien
Das Bild zeigt eine Lithium-Mine von AMG in Brasilien. Bildrechte: Advanced Metallurgical Group

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. November 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 11:51 Uhr

19 Kommentare

J.Heder vor 3 Wochen

Es sind also für das Vorhaben alle technisch industriellen Bedingungen bestens gegeben. In der Region ist über Tröglitz und Leuna sogar die chemische Grundstoffversorgung bestens gesichert.

J.Heder vor 3 Wochen

Der Standort in Zeitz ist sehr gut gewählt. In etwa 6 km Luftlinie entfernt von Zeitz parallel zur A9 ist ein sehr großer Windpark mit etwa 45 MW Erzeugungskapazität. An einigen der dort stehenden Windmaschinen läuft gerade das Repowering. Dieser Windpark ist über ein 110kV Wind-UW angeschlossen. Der zugehörige 110 kV Netzring geht vom 380/110 kV UW Bad Lauchstädt (nahe Leuna!) weiter nach KW Deuben (MIBRAG-Industriekraftwerk) mit Prozesswärmelieferung nach Zeitz-Tröglitz, weiter nach UW-Zeitz; neben der Zuckerfabrik. Da ist u. a. auch eine Äthanolfabrik um die Zuckermelasse weiter zu verwerten. Im Chemiepark Tröglitz steht das nächste 110 kV UW. Also ist neben der; zumindest teilweise regenerativen Stromversorgung auch über Kraft-Wärmekopplung die nachhaltige Energieversorgung für den Standort gesichert. Unweit ist der Tagebau Profen welcher seit 1923 Kohle liefert; u. a. auch ehemals nach Leuna für "Leuna-Benzin" nach dem Fischer-Tropsch Verfahren. Im Tröglitz ist ein Chemiepark.

MartinS vor 3 Wochen

Hallo Simone,
An ihren Argumenten und Ausdrucksweise merkt man schnell, dass sie nicht der arbeitenden Bevölkerung angehören und darauf stolz sind. Um Mal etwas Inhalt und Struktur in ihre zusammenhangslosen FInformationsfetzen zu packen:
Aus der Praxis kann ich sagen, ab 20 kWh/100km kommt bei sparsamer Fahrweise eher hin. Dann kommt man mit seinem Fahrzeug gerade so zum Kunden. Dort hat man keine Wahl wann man lädt, muss man doch in ein paar Stunden wieder weiter. Auch die 20Tkm/Jahr schafft man wohl nur als Rentner. Realistisch ich kann sagen nach 3 Jahren und 190tkm ist so ein Akku Schrott und muss getauscht werden, meisten geschieht das durch Ersatz des Fahrzeugs. Diesen Mehrverbrauch an Ressourcen muss man mit bedenken.
Der Umwelt zuliebe gibt es in meiner Firma fast keine E-Autos mehr, wir fahren Bio-CNG.
Strom ist und bleibt eine Utopie der Nichtfahrer.

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