Offizielle Einweihung Bad Kösens Bahnhof ist saniert

Nach jahrelanger Modernisierung ist der Bahnhof in Bad Kösen nun saniert und am Montag eingeweiht worden. Neben einem öffentlichen WC entstanden Abstellplätze für Fahrräder, Kurzzeit-Parkplätze, neue Bushaltestellen und Raum für Geschäfte.

Ein frisch renoviertes Gebäude.
Er ist saniert – der Bahnhof von Bad Kösen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der umfangreich modernisierte Bahnhof der Kurstadt Bad Kösen ist nach jahrelangen Arbeiten am Montag offiziell eingeweiht worden. Den Naumburgern und ihren Gästen stehen nun unter anderem Park-&-Ride-Parkplätze, Platz für Fahrräder, ein öffentliches WC in der Wartehalle und ab nächstem Jahr eine Touristeninformation zur Verfügung. "Durch die aufwendige Renovierung des Empfangsgebäudes und den Ausbau zur modernen Schnittstelle für Bahn, Bus, Fahrrad, Auto und Fußgänger erstrahlt der gesamte Bahnhof in neuem Glanz", sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel am Montag bei der Einweihung.

Ein grün gestrichenes, hohes Dach einer Bahnhofshalle.
Die Decke der Haupthalle wurde aufwändig wiederhergerichtet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Teil des alten Bahnhofsgebäudes musste für die Sanierung allerdings abgerissen werden, stehen blieb nur die Haupthalle. 2016 hatte die Sanierung des Gebäudes begonnen, eines der Probleme war Hausschwamm. Noch ist die in neuem Glanz erstrahlte Haupthalle recht leer – Gewerbeflächen stehen zur Verfügung, müssen aber noch bezogen werden. Dort könnte sich zum Beispiel ein Bistro oder ein Fahrradverleih einmieten. Aktuell läuft die Ausschreibung für einen Imbiss.

Fahrstuhl und neues Bahnsteigdach sollen noch kommen

Ein Mann mit Mikrofon und viele Schulkinder.
Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper bei der Einweihung am Montag Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Insgesamt kostet die Modernisierung des Verkehrsknotens samt Wiederbelebung des Bahnhofsgebäudes mehr als drei Millionen Euro, 2,6 Millionen kamen als Förderung vom Land. Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Stadt 2012 das fast komplett zerfallene Gebäude von einem Investor gekauft hatte, um es für 1,5 Millionen Euro wieder aufzubauen – und damit den Gästen einen vernünftigen Empfang in der Kurstadt bereiten zu können.

Der Umbau des Knotenpunkts Bad Kösen gehört zu einem von fünf Projekten, die innerhalb des Investitionsprogramms "Barrierefreiheit an kleinen Bahnstationen" in Sachsen-Anhalt ausgebaut wurden beziehungsweise werden. Rampen ermöglichen jetzt den barrierefreien Zugang zum Bahnhofsvorplatz, der Bau eines Aufzugs zum Bahnsteig 2 ist vorgesehen. Die Arbeiten sollen 2019 und 2020 stattfinden. 2020 sollen im Rahmen eines anderen Programms noch die Zugänge zur Personenunterführung und das Bahnsteigdach saniert werden.

Ein Abellio-Zug an einem Bahnsteig.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bahnhof Bad Kösen Der Halt wird seit Sonntag, dem 9. Dezember 2018, sowohl von den stündlichen Regionalbahnlinien RB 20 (Leipzig – Erfurt – Eisenach) und RB 25 (Halle – Jena – Saalfeld) als auch von den zweistündlichen Regionalexpresslinien RE 16 (Halle – Erfurt), RE 17 (Naumburg – Erfurt) und RE 18 (Halle – Jena) bedient. Durch die Überlagerung von RB- und RE-Linien ergeben sich zwischen Bad Kösen und Halle sowie Bad Kösen und Erfurt täglich sogar halbstündliche Verbindungen, ohne dass Reisende umsteigen müssen.

Quelle: Verkehrsministerium Land Sachsen-Anhalt

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Umschau Di 25.09.2018 20:15Uhr 07:44 min

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Video

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 10. Dezember 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2018, 14:57 Uhr

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5 Kommentare

12.12.2018 12:07 Möwe 5

ca. drei Jahre Bauzeit, ein Lacher. Jeder private Bauherr wäre Pleite. Wollen wir hoffen, dass die Nachnutzung läuft.
@Torben, erst denken, dann schreiben. Busverbindung abschaffen-ich habe selten so gelacht. Sollen dann alle die nach Naumburg in die Innenstadt wollen dreimal umsteigen. Hauptsache gut genöhlt, oder wie? Wenn man keine Ahnung von der Region hat, einfach mal die Klappe halten.

10.12.2018 23:16 Harzkristall 4

Schön, dass es bei vielen Bahnhöfen klappt mit der Sanierung. Ich kann jedem empfehlen, in die Welterbestadt Quedlinburg zu fahren. Eine Stadt, die zum Unesco-Welterbe zählt, tausende von Besuchern anzieht und nahezu 25.000 Einwohner hat, hat als Hauptattraktionen einen schönen alten Bahnhof. Kaputte Dächer, der Tunnel riecht nach Urin, kaputtes Pflaster, heruntergekommenes Bahnhofsgebäude, selbstverständlich auch Denkmal, keine Aufzüge und viel Müll, gepaart mit blinder Zerstörungswut. Dort kommen wahrlich nostalgische Gefühle auf. Ich rate daher, wenn Sachsen-Anhalt-Tag in Quedlinburg ist, dass die Gäste, die mit dem Zug anreisen, gleich den richtigen ersten Eindruck dieser Stadt von den wundervollen Bahnhof bekommen. Sowas gibt es in Deutschland kein zweites Mal.

10.12.2018 21:37 Torben 3

Schön, aber leider nur ein Bruchteil der ursprünglichen Substanz.

Was ich erstaunlich und provinziell empfinde, dass man sich offenbar erst nach "fertiger Hülle" praktische Gedanken um die Nutzung(en) macht. Man sollte zuerst Fahrkarten-/Postagentur, Imbiss, Gewerbe etc. verbindlich klären, bevor konkret gebaut und gejubelt wird. Hoffentlich mit öffentlicher Nutzbarkeit statt privater Vermietung (Wohnungen, Büros u. dgl.).

Nun wird das Gebäude wohl leider widerlichen Gestalten mit Sprühdosen und Schmierstiften zum Opfer fallen. Muss das sein?

Und wenn man gerade dabei ist, kann man auch gleich den Busparallelverkehr Naumburg <> (Naumburg-) Bad Kösen zum Dumpingpreis abschaffen (fahren ja genügend Züge). Öffentliche Gelder muss man nicht zwanghaft in sinnbefreite Kraftverkehrssubventionen umleiten.