Tausende Altreifen verbrannt Kritik nach Brand in Reifenlager bei Weißenfels

Bei Weißenfels haben am Wochenende Tausende Altreifen gebrannt. Am Sonntag haben die Feuerwehren ihren Einsatz beendet. Nun sind Vorwürfe laut geworden, die Behörden hätten die Gefahren des Lagers jahrelang ignoriert.

Verbrannte Reifen werden mit Schaum bedeckt.
Tausende Altreifen brannten seit Freitagabend. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Feuer in einem Reifenlager in der Nähe von Weißenfels hat am Wochenende die Feuerwehr beschäftigt. Wie die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT am Sonntag mitteilte, ist der Einsatz im Ortsteil Borau inzwischen aber beendet. Alle Glutnester seien gelöscht.
Zur Sicherheit habe die Feuerwehr das betroffene Areal nochmals großzügig mit einem Schaumteppich bedeckt.

Auf einem Privatgelände waren am Freitagabend mehrere tausend Altreifen in Flammen aufgegangen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Der Schaden wird auf 13.000 Euro geschätzt.

SPD-Abgeordneter hält Lagerung für illegal

Der Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben kritisiert die Lagerung von Altreifen auf dem Privatgelände in Borau. Er hält sie für illegal. Erben wirft der Landesregierung vor, jahrelang untätig gewesen zu sein. Mehrfach habe Erben auf die Zustände hingewiesen und vor den Brandgefahren gewarnt, die von der Ablagerung ausgingen. Er stellte diesbezüglich mehrere Kleine Anfragen an die Landesregierung.

In der Reaktion der Landesregierung aus dem Jahr 2017 heißt es, dass kein Altreifenlager in Sachsen-Anhalt ohne Genehmigung betrieben werde. Für das Lager in Weißenfels gebe es keine Genehmigung. Das liege daran, dass das Lager nicht mehr in Betrieb sei. Zudem stuft die Regierung Altreifen "als in der Regel nicht gefährlichen Abfall" ein.

Bislang keine Hilfe vom Land – Umweltministerium weist Vorwürfe zurück

Erben kritisiert weiter, dass der damalige Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) eine Räumung des Lagers für nicht notwendig hielt. Auch Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90 / Die Grünen) habe bislang kein Grund zum Handeln gesehen. So sei im Sommer 2017 eine Hilfe für den Burgenlandkreis abgelehnt worden. In einem Brief teilte Dalbert Erben mit, dass der Landkreis für das Altreifenlager in Borau zuständig sei. Sie lehnte es ab, dass das Land den Kreis bei der Räumung finanziell unterstütze. Der Brief liegt MDR SACHSEN-ANHALT vor.

Sachsen-Anhalts Umweltministerium weist Vorwürfe nach dem Großbrand zurück. Für das illegale Lager in dem Weißenfelser Ortsteil sei nicht das Land, sondern der Burgenlandkreis zuständig, schrieb das Ministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Dieser kam demnach zu dem Ergebnis, die Lagerung der Reifen sei zwar rechtswidrig – stelle aber keine Gefahr dar. Diese Einschätzung sei vom Landesverwaltungsamt nicht beanstandet worden. Das Ministerium habe deswegen nicht eingegriffen. "Die Voraussetzungen für ein fachaufsichtliches Eingreifen des Ministeriums lagen deshalb zu keinem Zeitpunkt vor", sagt die Sprecherin des Umweltministeriums, Jenny Schwarz.

Quelle: MDR/sp,ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2020, 23:23 Uhr

8 Kommentare

part vor 2 Wochen

Dabei hätte sich jeder Zementproduzent sich gefreut wenn er mit den zerschredderten Altreifen so richtig hätte einheizen können in der Anlage mit entsprechender Filterung. Da war wohl jemand nicht geschäftstüchtig genug möchte man meinen oder zu gierig um das Zeug kostenlos abzugeben ?

Elsburg vor 2 Wochen

Elsburg III

Mit dem 'reifen' Großfeuer entstand eine riesen Umweltsauerei aus den Pneus ... Schwefeldioxyd als Verbrennungsgas, das mit Luftfeuchte +Regen zu schwefeliger Säure wird, also "saurer Regen" äußerst großen Ausmaßes in Windrichtung vom Brandherd; hinzu kommt massenhaft Ruß +giftige Feinstäube mit toxischen Folgen +verkleben von Oberfĺàchen in Lunge bei besonders geschützten Wolf +Luchs, aber auch bei Mensch +sonstigen Tieren +allen Pflanzen in der Windrichtung, die nichtmsl ausweichen können!

zB MdL Erben hat nun im 2.Anlauf die Chance, mit gehörigen Strafan-zeigen gegen die Behördenversager bei Landesregierung +Lkr +Kommune vorgehen zu lassen wegen massivster Umweltverschmutzungen durch unterlassene Beseitigung des illegalen, nicht genehmigten Lagers in Tateinheit mit dem Grundeigentümer +vormaligem Lagerbetreiber - so der noch lebt sowie natürl.dem Bandverursacher.

mdr hat dabei Chance zu publizierender Wiedergutmachung +MdL Erben Schutzengel von Weißenfels+Umgebung

Elsburg vor 2 Wochen

Elsburg II

Sehr schade, daß mdr auch hier wieder nur oberflächliches erzählt wie märchenstunde zu brandheißer Schlagzeile insbesondere für Tageszeitungen. Statt dessen sollte mdr doch bitteschön seiner öffentlich-rechtlichen Aufgabe nach-kommen, auch zur Volksbildung beizutragen. mdr als 4.Gewalt im Staate, die Mitbürger immer besser zu ertüchtigen für die Zwangs-gebühren als verantwortungsvolle Staatsbürger, die alle mitkontrollieren können sollen ~ohne niveaulos mies wie Stasi zu sein oder werden zu sollen!
Die Exekutive +Volksvertreter können dann besser beurteilt werden zu Wahlen, damit möglichst nie mit "Trumpsinn" Unsinn geschehen kann!

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