In einem Graben werden Stromkabel für eine Stromtrasse verlegt.
Eine Bürgerinitiative in Zorbau ist gegen die geplante Stromtrasse "SüdOstLink". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Burgenlandkreis Zorbau: Bürger wehren sich gegen geplante Stromtrasse

Die Stromtrasse "SüdOstlink" soll auf 182 Kilometer durch Sachsen-Anhalt führen – auch durch Zorbau. In dem Ort herrscht jedoch Widerstand gegen das Vorhaben. Eine Bürgerinitiative zweifelt an dem Nutzen des Mammutprojektes und meldet gesundheitliche Bedenken an.

In einem Graben werden Stromkabel für eine Stromtrasse verlegt.
Eine Bürgerinitiative in Zorbau ist gegen die geplante Stromtrasse "SüdOstLink". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Zorbau regt sich Widerstand gegen den geplanten Bau einer Stromtrasse, die hier mitten durch das Dorf führen soll. Vor Jahren wurde das Projekt auf Bundesebene beschlossen und soll Strom von der Ostsee bis in die Alpen führen.

Bürgerinitiative als Protest

In dem Ort im Burgenlandkreis hat sich dagegen nun eine Bürgerinitiative gegründet. Die Bedenken der Anwohner gegen das Vorhaben sind zahlreich. "Ich brauche keine Stromtrasse, so füttere ich nur die Stromkonzerne, und der Verbraucher trägt die Stromkosten", sagt eine Bewohnerin von Zorbau während einer Bürgerversammlung zum Thema.

Eine Menschenmenge, die auf einen Bildschirm guckt.
Andrang bei der Bürgerveranstaltung . Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu dem Bauvorhaben läuft nun ein Auslegungsverfahren, bei dem alle Bedenken von Bürgern gesammelt werden, die den sogenannten "SüdOstlink" betreffen – also jenen Teil des Netzausbauplans, der bis 2025 umgesetzt werden soll und den Korridor von Wolmirstedt bis Bayern betrifft. Und der nun auch genau durch Zorbau führen soll.

Wissenschaft: Keine Gesundheitsschäden

Dorothee Berthold von der Bürgerinitiative hat vor allem Bedenken hinsichtlich der Folgen, die die Stromautobahn mit sich bringen würde: "Die ist überhaupt nicht erforscht – welche Nachteile und Schäden sie bringt, an der Natur, dem Mensch und Tieren."

Gesundheitsschäden durch solche Kabel sind der Wissenschaft jedoch nicht bekannt. Darüber hinaus sollen gesetzliche Grenzwerte für den Schutz der Bürger sorgen.

182 Kilometer durch Sachsen-Anhalt

Die Trasse soll auf insgesamt 540 Kilometern von Wolmirstedt im Landkreis Börde bis nach Isar in Bayern verlaufen. Der geplante Abschnitt in Sachsen-Anhalt soll 182 Kilometer lang werden. Die Stromautobahn "SüdOstlink" gilt neben dem "SüdLink" als ein zentraler Bestandteil der Energiewende.

Eine Grafik, die den Verlauf der Stromtrasse durch Sachsen-Anhalt zeigt.
Entlang der roten Linie soll "SüdOstlink" in Sachsen-Anhalt verlaufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 10:43 Uhr

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15 Kommentare

25.06.2019 10:09 Hans Gerd Heyer 15

Der Osten stöhnt über mangelnde Arbeitsplätze. Energie schafft Arbeitsplätze, sie ist notwendig, damit sich Industrie ansiedeln kann.

24.06.2019 14:39 Mediator 14

Diese Bürgerinitiative ist leider typisch dafür, wie wichtige und strategische Bauvorhaben in Deutschland regelmäßig blockiert werden. Leider kann man daran nichts ändern und es bringt auch wenig auf die Wiedersprüchlichkeit des Protests hinzuweisen, denn selbstverständlich will man auch in Zorbei eine sichere Energieversorgung, Internet- und Straßenanbindung. Dass für all dies irgendwo die entsprechenden Schlagadern verlegt werden müssen, ist eigentlich selbstverständlich.

Es ist auch Schwachsinn Regionen gegeneinander auszuspielen, denn es geht nicht darum Bayern mit Strom zu versorgen und Profite im Norden zu sichern, sondern um ein stabiles und widerstandsfähiges europäisches Höchstpannungsnetz. Dazu sind Übertragungswege notwendig mit Reservekapazitäten notwenig.

Das Hamburger Weltwirtschafts-Institut (HWWI) hat die Kosten eines einstündigen Stromausfalles für Deutschland je nach Uhrzeit zwischen 300 bis 600 Mio Euro berechnet. Es geht also um viel!

24.06.2019 12:11 Sr.Raul 13

Hier kann man nur noch den Kopf schütteln, auf was für abenteuerliche Dinge Teile der Bevölkerung doch so kommen! Tipp nach Zorbau: In den kommenden Tagen, eventuell sogar Wochen, die Häuser nicht verlassen. Die aktuelle Sonneneinstrahlung inkl. UV - Strahlung ist weit gefährlicher als es eine unterirdische E - Leitung in ihrer ganzen Karriere je sein kann. Oder noch besser: Gründung der BI "Nichtfreunde der Sonne" und Niemals Vergessen, nee, nee, nicht Eisern Union, den Zug vor Gericht und Arbeitsplätze für Juristen sichern helfen. Und los geht es, Ole!

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