Gebäude des Saale-Unstrut Klinikum in Naumburg. (Archivbild)
Will aus eigener Kraft einen Neuanfang: das Burgenlandklinikum. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Naumburg und Zeitz Klinikum Burgenlandkreis beantragt Insolvenz

Das Burgenlandklinikum mit Standorten in Zeitz und Naumburg hat Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Das kreiseigene Unternehmen will sich nun sanieren. Über den Abbau von Arbeitsplätzen ist noch nichts bekannt. Das Land kündigte unterdessen Unterstützung an.

Gebäude des Saale-Unstrut Klinikum in Naumburg. (Archivbild)
Will aus eigener Kraft einen Neuanfang: das Burgenlandklinikum. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Das Klinikum Burgenlandkreis hat Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt – und Dienstagmittag vom Amtsgericht Halle genehmigt bekommen. Darüber informierte das kreiseigene Unternehmen Presse und Mitarbeiter.

Die Geschäftsleitung des Klinikums will gemeinsam mit einer Beraterfirma und juristischen Experten einen Sanierungsplan erarbeiten und auch umsetzen. Es gehe vor allem darum, Strukturen in den Krankenhäusern neu zu ordnen und auch die Kosten an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen, hieß es. Die Restrukturierung soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein. Laut Landrat Götz Ulrich (CDU) soll das Insolvenzverfahren die stationäre Krankenhausversorgung in Naumburg und Zeitz erhalten und zukunftsfest machen. Ziel der Eigenverwaltung sei, Liquidität aufzubauen und Restrukturierungsmaßnahmen schneller durchsetzen zu können.

Die Entscheidung ist notwendig geworden, weil die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für das Klinikum mit seinen zwei Standorten nur mit einem mutigen Schritt beherrschbar sind.

Pressemitteilung Klinikum Burgenlandkreis GmbH

Über den Abbau von Arbeitsplätzen oder die Schließung von Abteilungen war zunächst nichts zu erfahren. Geschäftsführer Lars Frohn wird in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: "Wichtig ist mir auch zu betonen, dass wir eine hervorragende Belegschaft haben. Ich danke allen Kollegen, die diese herausfordernde Zeit mit uns gestalten." Löhne und Gehälter sollen in den kommenden drei Monaten von der Arbeitsagentur übernommen werden, danach wieder vom Klinikum. Die Versorgung der Patienten gehe ohne Einschränkung weiter.

Land bietet Unterstützung an

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne kündigte in einer ersten Reaktion Hilfe an. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag, das Land werde den anstehenden Prozess positiv begleiten und alles dafür tun, dass das Klinikum eine Zukunft hat. Vor dem Hintergrund der zu erstellenden Sanierungskonzeption werde zu prüfen sein, ob und wie die Landesregierung unterstützen könne.

Bei der Insolvenz in Eigenverantwortung gibt die Unternehmensführung die Kontrolle nicht an einen Insolvenzverwalter ab. Zum Klinikum Burgenlandkreis gehören seit einer Fusion im Jahr 2004 das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und das Klinikum Zeitz. Es hat nach eigenen Angaben insgesamt 1.500 Mitarbeiter. Außerdem ist das Klinikum Lehr-Krankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Universität Leipzig.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. September 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 19:48 Uhr

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