Collage: Zufahrt zum Saale-Unstrut Klinikum Naumburg + Morgenticker-Logo
Das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg gehört zum Burgenlandklinikum. Es soll in Eigenverantwortung saniert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Burgenlandklinikum Nach Klinik-Insolvenz: Landkreise fordern bessere Förderung

Während sich das kreiseigene Klinikum Burgenlandkeis sanieren und neu aufstellen will, wird Kritik an der Landespolitik laut. Die Landkreise sehen Defizite in der Förderpraxis. Derweil wächst die Sorge vor weiteren Insolvenzen.

Collage: Zufahrt zum Saale-Unstrut Klinikum Naumburg + Morgenticker-Logo
Das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg gehört zum Burgenlandklinikum. Es soll in Eigenverantwortung saniert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Insolvenz des Klinikums Burgenlandkreis sieht der Landkreistag Sachsen-Anhalt auch die Politik in der Verantwortung. Präsident Michael Ziche sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch, im Krankenhausfinanzierungsgesetz stehe, dass das Land zuständig sei für die Investitionsförderung. Diese habe aber in den letzten zehn Jahren nur unzureichend stattgefunden. Von daher müsse das Land stark nachbessern.

Probleme auch für andere Kliniken befürchtet

Das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt schließt weitere Insolvenzen nicht aus. Ministeriumssprecherin Ute Albersmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch, sollte die von der Bundesregierung geplante Trennung von Fallpauschale und Pflegekosten kommen, werde es für die Kliniken noch schwieriger, mit dem vorhandenen Geld zu jonglieren. Außerdem wäre dann die Zusammenarbeit mit den Banken nicht mehr so einfach.

Spezialisierung der Burgenlandkliniken denkbar

Am Dienstag hatte das Klinikum Burgenlandkreis Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet und genehmigt bekommen. Als Grund für diesen Schritt sieht Albersmann zum einen die hohen Betriebskosten. Zum anderen baue das Klinikum in Naumburg gerade ein Kinderzentrum, das sehr teuer und nur wenig förderfähig sei. Daher müsse das Klinikum 15 der 29 Millionen Euro Baukosten selber tragen. Deshalb müsse man auch darüber nachdenken, die beiden Häuser zu Schwerpunktkliniken zu machen und nicht mehr alles an beiden Standorten anzubieten.

Zum Klinikum Burgenlandkreis gehören das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und das Klinikum Zeitz. Es hat insgesamt 1.500 Mitarbeiter und ist auch Lehr-Krankenhaus für die Unikliniken Jena und Leipzig. Träger ist der Burgenlandkreis. Laut Landrat Götz Ulrich (CDU) soll das Insolvenzverfahren die stationäre Krankenhausversorgung in Naumburg und Zeitz erhalten und zukunftsfest machen. Ziel der Eigenverwaltung sei, Liquidität aufzubauen und Restrukturierungsmaßnahmen schneller durchsetzen zu können.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 10:27 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Burgenlandkreis und Saalekreis

Mehr aus Sachsen-Anhalt