Kaufangebot zurückgezogen Klinikum Burgenlandkreis bangt wieder um Zukunft

Die Uniklinik Halle hat sich aus dem Bieterrennen um das insolvente Klinikum Burgenlandkreis zurückgezogen. Ein Fortbestehen des Klinikum Burgenlandkreis in öffentlicher Hand ist damit wieder ungewiss.

Burgenlandklinikum
Das Burgenlandklinikum hatte im September Insolvenz angemeldet. (Archivbild) Bildrechte: MDR/André Plaul

Das insolvente Klinikum Burgenlandkreis muss wieder um seine Zukunft in öffentlicher Hand bangen: Die Uniklinik Halle will das kommunale Klinikum nun doch nicht kaufen. Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, teilte am Donnerstagabend mit, dass ihn der Vorstand der Uniklinik über den Ausstieg aus dem Bieterrennen informiert habe.

Im Dezember war bekannt geworden, dass der Burgenlandkreis ein gemeinsames Angebot mit der Uniklinik für den Weiterbetrieb der Krankenhäuser in Naumburg und Zeitz abgegeben hat. Mit dem Rückzug der Uniklinik ist ein Fortbestehen des Klinikum Burgenlandkreis in öffentlicher Hand wieder ungewiss, eine Übernahme durch private Betreiber wahrscheinlich. Das gemeinsame Angebot galt als einzige Möglichkeit, die insolvente Klinik im Burgenlandkreis in kommunaler Hand zu lassen. Am Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung der Landesregierung.

Finanzielle Risiken zu hoch

Als Grund nannte der Vorstandschef der Uni-Klinik, Thomas Moesta, die hohen finanziellen Risiken. Angeboten hatte das hallesche Klinikum 75 Millionen Euro. Wirtschaftsprüfer haben die Zahlen des insolventen kommunalen Klinikums nun analysiert.Wie MDR SACHSEN-ANHALT erfuhr, schätzten sie die voraussichtlichen Sanierungskosten auf mehr als das Doppelte – im schlechtesten Fall bis zu 200 Millionen Euro. Die Mitteldeutsche Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Landrat Ulrich zufolge war die Idee für das gemeinsame Angebot von der Uniklinik selbst gekommen. Er sei nach wie vor ein Befürworter der Idee. Das Land habe eine Mitverantwortung für die medizinische Grundversorgung und könne sich davon auch nicht zurückziehen.

Verhandlungen mit gemeinnützigem Träger

Um die Zukunft des Krankenhauses will Ulrich nun mit dem gemeinnützigen Träger SRH verhandeln. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, ein frei gemeinnütziger Träger finde seiner Ansicht nach eine höhere Akzeptanz als ein privates Unternehmen. Die SRH Holding mit Sitz in Heidelberg betreibt bundesweit Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser.

Das Klinikum mit 1.500 Beschäftigten hatte im September Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Wer die Geschickt künftig leiten wird, Anfang Februar soll der Gläubigerausschuss das beste Angebot auswählen. Nach früheren Angaben von Sachwalter Lucas Flöther sind mehrere Interessenten im Rennen. Namen nannte er nicht und verwies auf die Verschwiegenheitspflicht.

Quelle: MDR, dpa/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Januar 2020 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2020, 11:53 Uhr

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