Schlachthof im Burgenlandkreis Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies in NRW: Erneute Tests in Weißenfels gefordert

Am Stammsitz des Fleischproduzenten Tönnies in Nordrhein-Westfalen schnellen die Infektionen mit dem Coronavirus weiter in die Höhe. Nach neuesten Zahlen vom Sonnabend wurden inzwischen 1.029 Mitarbeiter positiv getestet. Nun gibt es Forderungen, die Mitarbeiter am Standort in Weißenfels erneut zu testen.

Schlachthof Tönnies und Wemhoff Transport in Weißenfels.
Vor rund einem Monat waren 1.200 Menschen am Tönnies-Werk in Weißenfels auf das Coronavirus getestet worden. Nach dem Ausbruch bei Tönnies in NRW gibt es Forderungen, die Mitarbeiter erneut zu testen. (Archivfoto) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

In Sachsen-Anhalt gibt es Forderungen, alle 2.200 Mitarbeiter des Tönnies-Schlachthofs in Weißenfels erneut auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. Es sei nicht erkennbar, warum die Situation in Weißenfels anders sein sollte als am Tönnies-Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen, teilten die Umweltverbände BUND und "Naturfreunde Sachsen-Anhalt" mit. Beim Fleischproduzenten in NRW sind nach aktuellen Angaben von Sonnabend inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Umweltverbände riefen die Landesregierung in Sachsen-Anhalt außerdem dazu auf, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in Weißenfels auf den Prüfstand zu stellen. Auch müssten immissionsschutzrechtliche Maßgaben endlich eingehalten werden.

1.200 Tests vor knapp einem Monat waren negativ

Am Tönnies-Standort in Weißenfels waren vor knapp einem Monat rund 1.200 Menschen auf das Virus getestet worden – allesamt ohne positiven Befund. Neben Mitarbeitern des Schlachthofes waren auch Personen getestet worden, die für Subunternehmen arbeiten oder zur Veterinär- und Lebensmittelüberwachung in dem Schlachtbetrieb gewesen waren.

Bereits am Freitag hatte der Burgenlandkreis angeordnet, dass vorerst keine Mitarbeiter des Tönnies-Standortes in Nordrhein-Westfalen in Weißenfels arbeiten dürfen. Das Verbot betrifft nach Mitteilung des Landkreises alle Arbeitskräfte, die seit dem 5. Juni in dem Tönnies-Schlachthof im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben. Sie dürften die Schlachterei in Weißenfels bis 3. Juli nicht betreten.

Landrat Götz Ulrich (CDU) schrieb auf Twitter, sein oberstes Ziel sei, die Gesundheit der Bevölkerung des Burgenlandkreises zu schützen.

 

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Juni 2020 | 10:00 Uhr

8 Kommentare

ElBuffo vor 7 Wochen

Für die Umweltverbände ist es nicht erkennbar, warum es hier anders als in NRW sein sollte. Hm, in NRW war es irgendwie von Anfang an ganz anders als in Sachsen-Anhalt. In Deutschland war es anders als in Italien oder Frankreich. Hat man da schonmal plausible Erklärungen? Es gibt auch außerhalb von Gütersloh oder Magdeburg Hochhäuser, ohne dass dort überall die Zahlen hoch gehen.
Und dann muss ich mich ml ganz OT verwundert darüber zeigen, wie im hellsten Teil Deutschlands Menschen ausgebeutet werden.

Micha R vor 7 Wochen

Dänemark ist in der EU neben Deutschland eines der größten Schweinefleischproduzenten. Aber im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der dänischen Fleischindustrie interessanterweise kein Corona-Problem!

Obwohl es auch in Dänemark ausländische Gastarbeiter eingesetzt werden (bei geschätzt 70% dänische Arbeite kommen immerhin 15% aus Polen, weitere 5-10% aus Deutschland sowie Rumänen und Bulgaren) sind dort Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit mit Werkverträgen und Subunternehmen mit Sitz in Osteuropa und das Problem "warme Betten", wo sich ausländische Arbeiter schichtbedingt die Betten teilen, Fremdworte!
Denn dort sind die Arbeiter direkt bei den Firmen der Fleischindustrie direkt angestellt.
Weil aber die dänischen Stundenlöhne von 25 Euro bei 37-Stunden-Woche zu den höchsten in der EU gehören, hat man in den letzten Jahrzehnten allerdings auch dafür einen Preis inform von Abwanderung von 4000 bis 5000 Arbeitsplätze nach Deutschland zahlen müssen.

Peter vor 7 Wochen

Critica: Ich schätze, die Bilder aus der Tönnies-Kantine haben Sie nicht gesehen.
Die vernünftigen Zeitgenossen im Land weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig Abstand und Mundschutz für die Eindämmung der Pandemie sind.
Die Beratungsrestistenten sollten die jüngsten Ereignisse zum Anlass nehmen, in sich zu gehen.

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