Burgenlandkreis Getränkehändler beendet Zusammenarbeit mit Verkäufer von Nazi-Bier

Ein Getränke-Verkäufer im Burgenlandkreis hat ein Bier namens "Deutsches Reichsbräu" verkauft, auf dem Nazi-Symbole zu sehen sind. Konsequenzen folgten umgehend. Der Staatsschutz ermittelt.

In einem Laden in Bad Bibra im Burgenlandkreis, der zum Unternehmen Getränke Quelle gehört, hat ein Händler Bier mit Nazi-Symbolen und dem Namen "Deutsches Reichsbräu" verkauft. Das wurde durch verschiedene Fotos bekannt, die bei Facebook geteilt wurden. Auf einem Bild ist der Verkaufsraum des Geschäfts zu sehen, in dem das Bier prominent angepriesen wurde.

Staatsschutz ermittelt

Getränke Quelle hat umgehend auf den Vorfall reagiert und die Zusammenarbeit mit dem Händler beendet. Das Geschäft darf sich künftig nicht mehr Getränkequelle nennen. Das sagte Thomas Scharf, Geschäftsführer der Getränke Quelle für den Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Bereits am Montag sollen die Schilder des Unternehmens am Laden in Bad Bibra entfernt werden. Zudem erhielt der Ladenbesitzer eine Vorladung des Ordnungsamtes. Neben der fragwürdigen Biersorte soll der Händler auch Produkte im Sortiment haben, für deren er Verkauf er nicht lizensiert ist – etwa Tiernahrung.

Polizei und Staatsschutz ermitteln in dem Fall. Es gehe um den Verdacht der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, so eine Polizeisprecherin. Zwei Anzeigen hätten die Polizei Anfang der Woche auf das Bier aufmerksam gemacht.

Landrat des Burgenlandkreises: "Ich schäme mich so sehr"

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), reagierte bestürzt. Er kritisierte die offen rechtsextreme Bewerbung des Bieres mit einem Reichsadler, die Betonung auf die Farbe braun und den Preis von 18,88 Euro – ein Zahlencode der Neonazi-Szene.

Bei Facebook schrieb Ulrich: "Ich schäme mich so sehr: Während gerade in Yad Vashem in Israel der deutsche Bundespräsident zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz spricht, findet in meinem Heimatort Bad Bibra der Verkauf von Bier mit dem Namen 'Deutsches Reichsbräu' in einem Getränkemarkt statt. […] Das Schlimmste aber ist: Das Bier fand reißenden Absatz und ist ausverkauft!"

Vertrieb aus Thüringen

Vertrieben wird das Bier offenbar in Thüringen über den Neonazi Tommy Frenck und den Gasthof "Goldener Löwe" in Kloster Veßra. Der Ort befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Themar – einer Stadt, die wegen zahlreicher dort stattfindender Neonazi-Konzerte immer wieder in den Schlagzeilen steht.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 16:03 Uhr

71 Kommentare

martin vor 4 Wochen

@magdeburg: Ob "dem mit seinem Bier" tatsächlich der Verstand fehlt? Jedenfalls dürfte die Nummer wieder einige Kohle in die Kasse spülen. Das ist doch eine echte Alternative zum normalen Geldverdienen, gerade jetzt, wo zwecks Kosteneinsparung als Versammlung umgerubelte Recksrockkonzerte nicht mehr so gut gehen.

martin vor 4 Wochen

@frank: Wie schon oben geschrieben: Weder "das System" noch "die BRD" haben Angst vor einem Adler. Aber es gibt erfreulicherweise Menschen, die nicht jeden braunen Sch*** tolerieren.

martin vor 4 Wochen

@fakt: Die Dauerschleife, dass die Kritiker der blau-braunen Positionen selbst die wahren Nazis seien, gehört doch zu seinem Standard. Anfangs hatte ich mich gefragt, ob sich dahinter ein schlecht programmierter Bot verbirgt ....

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